Ich habe überhaupt nichts über irgendeinen "Kern" gesagt. Ich habe lediglich klargestellt, auf welche Behauptung sich meine Argumentation überhaupt bezieht, und dann selbige Aussage von dir zitiert, um aufzuzeigen, dass du diese Behauptung auch tatsächlich getätigt hattest.
#filosofix > Für die Liebe ist alles erlaubt, oder?! Die Liebespille
Don't just think outside the box. Think outside AND inside.
Oh.

Ja und? Schau den Dir mal den endlosen Mist an, den Du dazu geschrieben hast (DU hast daraus gemacht, dass die Pille dafür sorgt, dass Lisa bis ans Lebensende in einem Gefühl verfangen bleibt und leiden muss und was weiß ich, was Du dir da noch so den Fingern gesogen hast). Und dann verweist Du mit der dich charakterisierenden Sprachpedanterie auf solche Banalitäten? Glaubst Du so lenkt man von Irrtümer ab?
Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Sinn macht mit Dir noch über irgend ein Thema zu diskutieren. Mir ist das ehrlich zu blöd mit Dir.
Das ist nicht nur schon wieder das selbe Tu quoque, sondern dazu noch eine Petitio principii oben drauf gesetzt.iselilja hat geschrieben : ↑So 24. Dez 2017, 01:08Schau den Dir mal den endlosen Mist an, den Du dazu geschrieben hast (DU hast daraus gemacht, dass die Pille dafür sorgt, dass Lisa bis ans Lebensende in einem Gefühl verfangen bleibt und leiden muss und was weiß ich, was Du dir da noch so den Fingern gesogen hast).
Gleichfalls.
Don't just think outside the box. Think outside AND inside.
Ist die Liebespille verabreicht zu bekommen etwas an sich Wünschenswertes? Die Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten, nämlich à la Max Stirner: Ich wünsche nicht, dass man das mit mir macht, ergo ist es nicht an sich wünschenswert. Wer was Gegenteiliges behauptet, glaubt an einen Spuk.
Don't just think outside the box. Think outside AND inside.
*findichauch* *gTarvoc hat geschrieben : ↑Fr 22. Dez 2017, 13:49Hehe... schöner Ausdruck, passt m.E. ganz gut.Jörn Budesheim hat geschrieben : ↑Fr 22. Dez 2017, 13:32Gibt es schon den Ausdruck "Liebessolipsismus"? Falls nicht, beantrage ich hiermit seine Existenz!![]()
Statt "beantrage" schlüge ich "proklamiere" vor... *gg
Hallo ihr Lieben,
ich schreibe derzeit im Rahmen meines Philosophiestudiums eine Hausarbeit zum Gedankenexperiment "Die Liebespille".
Im Grunde stelle ich hierbei in Frage, ob denn Liebe eine freie Entscheidung ist.
Dazu bin ich verzweifelt auf der Suche nach Sekundärliteratur auf die ich mich beziehen kann.
Hätte einer/ eine einen Tipp oder eine Idee für mich, welche/r Philosoph/in hierzu in Frage kommen könnte? Gibt es Schriften, passend zu diesem Thema?
Bin es nun Leid stundenlang ohne Erfolg durch das Netz zu googlen, vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Anreiz dazu.
Über Rückmeldung würde ich mich freuen.
Mit lieben Grüßen,
Jasmin
ich schreibe derzeit im Rahmen meines Philosophiestudiums eine Hausarbeit zum Gedankenexperiment "Die Liebespille".
Im Grunde stelle ich hierbei in Frage, ob denn Liebe eine freie Entscheidung ist.
Dazu bin ich verzweifelt auf der Suche nach Sekundärliteratur auf die ich mich beziehen kann.
Hätte einer/ eine einen Tipp oder eine Idee für mich, welche/r Philosoph/in hierzu in Frage kommen könnte? Gibt es Schriften, passend zu diesem Thema?
Bin es nun Leid stundenlang ohne Erfolg durch das Netz zu googlen, vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Anreiz dazu.
Über Rückmeldung würde ich mich freuen.
Mit lieben Grüßen,
Jasmin
Hallo JasminW und herzlich willkommen,
das Thema haben wir im Forum schon mal besprochen und zwar hier
viewtopic.php?t=243
Vielleicht findest Du dort einige Anregungen oder Du kannst uns zu dem Thema Anregungen geben.
das Thema haben wir im Forum schon mal besprochen und zwar hier
viewtopic.php?t=243
Vielleicht findest Du dort einige Anregungen oder Du kannst uns zu dem Thema Anregungen geben.
Der, die, das.
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm!
(Sesamstraße)
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm!
(Sesamstraße)
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung Stefanie
!
Habe diesen Thread auch bereits entdeckt, aber leider keine Antwort auf meine Frage gefunden- trotz spannender Diskussionen!
Deshalb dachte ich, ich probiere es so noch mal...
Vielleicht lasse ich das Thema in diesem Forum noch mal aufleben- außer es hätte hier jemand einen Tipp für mich?
Liebe Grüße,
Jasmin

Habe diesen Thread auch bereits entdeckt, aber leider keine Antwort auf meine Frage gefunden- trotz spannender Diskussionen!
Deshalb dachte ich, ich probiere es so noch mal...
Vielleicht lasse ich das Thema in diesem Forum noch mal aufleben- außer es hätte hier jemand einen Tipp für mich?
Liebe Grüße,
Jasmin
- Jörn Budesheim
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Ich habe nur diese kleine Liste in petto. Das erste Buch habe ich mir vor Jahren mal gekauft, finde es leider aber gerade nicht; ob dein Thema darin behandelt wird, kann ich dir daher leider nicht sagen :(
Das zweite Buch wurde mir von Amazon bei der Recherche nach dem ersten angeboten :)
Und von dem dritten Buch habe ich zufällig gehört, weil ich mit dem Autor bei Facebook verknüpft bin.
*Analytische Philosophie der Liebe
*Was ist Liebe?: Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart
*Peter Trawny, Philosophie der Liebe
Das zweite Buch wurde mir von Amazon bei der Recherche nach dem ersten angeboten :)
Und von dem dritten Buch habe ich zufällig gehört, weil ich mit dem Autor bei Facebook verknüpft bin.
*Analytische Philosophie der Liebe
*Was ist Liebe?: Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart
*Peter Trawny, Philosophie der Liebe
- Jörn Budesheim
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Meines Erachtens ist Liebe eine Ausdruck von Freiheit.
Freiheit heißt auch, zu bestimmen, wer man selbst ist. Wenn zu diesem Lebensentwurf eine weitere Personen hinzutritt, die ihrerseits frei und autonom ist, und man sich gemeinsam als dieses Liebespaar entwirft, dann ist das ein Ausdruck der Freiheit, der Selbstbestimmung.
Wenn Liebe einen Ausdruck der Freiheit ist, dann kann es eine Liebespille aus logischen Gründen eigentlich gar nicht geben. Das ist keine Liebe, was kein Ausdruck der Freiheit ist.
So lautet ein klassisches Eheversprechen bei uns im westlichen Kulturkreis. Meines Erachtens ist das sogar ein höchster Ausdruck der Freiheit, in der Lage zu sein, ganz bewusst eine solche Bindung einzugehen. Sich selbst an ein Versprechen zubinden, ist ein Ausdruck der gemeinsamen Freiheit, weil es eine Form der "Selbstgesetzgebung", spricht der Autonomie ist.Ich nehme Dich an als meine Frau/meinen Mann. Ich verspreche Dir die Treue in guten und in schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will Dich lieben achten und ehren alle Tage meines Lebens.
Freiheit heißt auch, zu bestimmen, wer man selbst ist. Wenn zu diesem Lebensentwurf eine weitere Personen hinzutritt, die ihrerseits frei und autonom ist, und man sich gemeinsam als dieses Liebespaar entwirft, dann ist das ein Ausdruck der Freiheit, der Selbstbestimmung.
Wenn Liebe einen Ausdruck der Freiheit ist, dann kann es eine Liebespille aus logischen Gründen eigentlich gar nicht geben. Das ist keine Liebe, was kein Ausdruck der Freiheit ist.
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Randbemerkung: es gibt ja eine eigenständige Sparte in der Philosophie, die Philosophie der Liebe, aber ich frage mich gerade, ob man das nicht auch als Sondergebiet in die Philosophie der kollektiven Intentionalität einfügen könnte? Eine spannende Frage ist auch, ob die Liebe als Thema zur Philosophie der Gefühle gehört.
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Ich hatte oben Peter Trawny erwähnt. Bei Facebook findet sich natürlich einiges zu seinem neuen Buch, hier ist ein Link, der auch die Frage nach Freiheit, Vernunft und Rationalität berührt > https://m.facebook.com/story.php?story_ ... 1098183173
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In diesem Facebook-Thread bei Peter Trawny gibt es diverse interessante Beiträge. Auf den folgenden hab ich, von diesem Thread hier inspiriert, eine Antwort probiert.
Freiheit, Moralität, Vernunft - das sind nach meinem Verständnis Begriffe in wechselseitiger Abhängigkeit. Unter Vernunft würde ich die Fähigkeit verstehen, sensibel für Gründe zu sein und sich im Handeln und Denken an ihnen zu orientieren. Ein Grund ist nach meinem Verständnis eine Tatsache, die für etwas spricht. Vor diesem Hintergrund würde ich sagen, dass der “anfängliche emotionale Impuls” des Mitleids bereits Teil des Raums der Vernunft ist.
Ein Beispiel: Wenn wir sehen, wie jemand leidet, dann gibt uns dieses Leiden einen Grund zu helfen. Das Mitleid ist unsere Antenne, um diese Tatsache zu erkennen. Hier haben wir es schon nicht mehr einfach mit “Ursachen” zu tun, denn das Leid des Anderen verursacht unsere Hilfe ja nicht einfach. Wir können uns dazu wiederum verhalten, es also in einen distanzierteren Blick nehmen - Wenn wir zum Beispiel sehen, dass professionelle Hilfe bereits gewährleistet ist.
Freiheit und Vernunft sind zwar auch Distanzvermögen, aber nicht nur. Nicht erst in der Reflexion üben wir sie aus, auch wenn das in der Regel als der paradigmatische Ort gedacht wird. Daher sind auch nach meinem Verständnis Freiheit, Liebe und Vernunft keineswegs gegenüber gestellt.
“Im erotisch-rauschhaften Verliebtsein ist es doch so, dass ich meiner Vernunft, Freiheit und Moral verlustig gehen kann.” Das würde ich daher nur zur Hälfte unterschreiben. Vieles, was wir im erotisch-rauschhaften Verliebtsein tun, ist bereits eine Ausübung unserer Vernunft. Der angehimmelte Partner selbst liefert uns ja einen Grund für dieses Verliebtsein, obwohl hier der Unterschied zwischen Grund und Ursache manchmal aufgehoben zu sein scheint. Der (teilweise) Verlust von Vernunft, Freiheit und Moral besteht hier darin, dass andere (widerstrebende) Gründe oft nicht mehr gesehen werden, weil Liebe bekanntlich blind macht. Aber wenn die anderen Gründe, falls sie überhaupt vorliegen, gar nicht schwer wiegen, dann ist das Verliebtsein auch eine Form der Vernunft nachzugehen, auch wenn diese Formulierung mehr als seltsam klingt. Auf der anderen Seite: Man hat immer einen Grund der Liebe und der Leidenschaft zu folgen. Das kommt einem nur dann seltsam vor, wenn man unter Vernunft per se rechnende Vernunft versteht, meine ich.
“Die Nächstenliebe z.B. hat im Mitleid zwar einen anfänglichen emotionalen Impuls. Die bewusste Entscheidung, helfen zu wollen und die Tat selbst entspringen aber einem Nachdenken und einem aus Freiheit entspringenden Wollen, in dem die tätige Liebe allererst entsteht.”Frank Schlegel hat geschrieben : Lieber Peter Trawny, an dieser Stelle dann doch noch mal ein (letztlich stark verkürzter) Kommentar zu der von Dir sicherlich absichtlich plakativ überzeichneten Gegenüberstellung von Liebe und Freiheit, Liebe und Vernunft, Liebe und Moral in Deinem sehr schönen Buch über die Liebe. Allein in der erotischen Liebe, genauer: im erotisch-rauschhaften Verliebtsein ist es doch so, dass ich meiner Vernunft, Freiheit und Moral verlustig gehen kann. ... [bitte bei Facebook weiter lesen]
Freiheit, Moralität, Vernunft - das sind nach meinem Verständnis Begriffe in wechselseitiger Abhängigkeit. Unter Vernunft würde ich die Fähigkeit verstehen, sensibel für Gründe zu sein und sich im Handeln und Denken an ihnen zu orientieren. Ein Grund ist nach meinem Verständnis eine Tatsache, die für etwas spricht. Vor diesem Hintergrund würde ich sagen, dass der “anfängliche emotionale Impuls” des Mitleids bereits Teil des Raums der Vernunft ist.
Ein Beispiel: Wenn wir sehen, wie jemand leidet, dann gibt uns dieses Leiden einen Grund zu helfen. Das Mitleid ist unsere Antenne, um diese Tatsache zu erkennen. Hier haben wir es schon nicht mehr einfach mit “Ursachen” zu tun, denn das Leid des Anderen verursacht unsere Hilfe ja nicht einfach. Wir können uns dazu wiederum verhalten, es also in einen distanzierteren Blick nehmen - Wenn wir zum Beispiel sehen, dass professionelle Hilfe bereits gewährleistet ist.
Freiheit und Vernunft sind zwar auch Distanzvermögen, aber nicht nur. Nicht erst in der Reflexion üben wir sie aus, auch wenn das in der Regel als der paradigmatische Ort gedacht wird. Daher sind auch nach meinem Verständnis Freiheit, Liebe und Vernunft keineswegs gegenüber gestellt.
“Im erotisch-rauschhaften Verliebtsein ist es doch so, dass ich meiner Vernunft, Freiheit und Moral verlustig gehen kann.” Das würde ich daher nur zur Hälfte unterschreiben. Vieles, was wir im erotisch-rauschhaften Verliebtsein tun, ist bereits eine Ausübung unserer Vernunft. Der angehimmelte Partner selbst liefert uns ja einen Grund für dieses Verliebtsein, obwohl hier der Unterschied zwischen Grund und Ursache manchmal aufgehoben zu sein scheint. Der (teilweise) Verlust von Vernunft, Freiheit und Moral besteht hier darin, dass andere (widerstrebende) Gründe oft nicht mehr gesehen werden, weil Liebe bekanntlich blind macht. Aber wenn die anderen Gründe, falls sie überhaupt vorliegen, gar nicht schwer wiegen, dann ist das Verliebtsein auch eine Form der Vernunft nachzugehen, auch wenn diese Formulierung mehr als seltsam klingt. Auf der anderen Seite: Man hat immer einen Grund der Liebe und der Leidenschaft zu folgen. Das kommt einem nur dann seltsam vor, wenn man unter Vernunft per se rechnende Vernunft versteht, meine ich.
Ich weiß nicht, ob Jasmin diesen Link schon kennt
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft- ... iebespille
Hier werden auch einige Philosophen zum Thema liebe genannt.
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft- ... iebespille
Hier werden auch einige Philosophen zum Thema liebe genannt.
Der, die, das.
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm!
(Sesamstraße)
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm!
(Sesamstraße)
- Jörn Budesheim
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- Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
- Wohnort: Kassel
- Kontaktdaten:
Vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Input und die tollen Buchvorschläge.
Nora Kreft werde ich mir in jedem Fall besorgen, in der Hoffnung daraus genug Material für meine Hausarbeit ziehen zu können.
Danke noch mal für die Mühe und Auseinandersetzung!
Vielleicht gibts dann in ein paar Monaten eine grandiose Hausarbeit zum Thema "Die Liebespille" von mir zu lesen.
Mit lieben Grüßen,
Jasmin
Nora Kreft werde ich mir in jedem Fall besorgen, in der Hoffnung daraus genug Material für meine Hausarbeit ziehen zu können.
Danke noch mal für die Mühe und Auseinandersetzung!
Vielleicht gibts dann in ein paar Monaten eine grandiose Hausarbeit zum Thema "Die Liebespille" von mir zu lesen.
Mit lieben Grüßen,
Jasmin