Zombies und das harte Problem

Was ist Bewusstsein? Eine Frage, die nach wie vor ungeklärt ist.
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Jörn P Budesheim
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So 12. Apr 2026, 09:32

Das ist eine Auskopplung aus dem Faden "Die größte Lüge der Philosophie – scobel im Gespräch: Mit Wolfram Eilenberger"
RosiG2 hat geschrieben :
So 12. Apr 2026, 00:32
Durch den Beitrag wird schön deutlich gemacht, wie die Philosophie zu einer "eigenen Welt" geworden ist (oder war sie es schon immer?). So wie Justiz und Politik gleichfalls in ihren "eigenen Welten" leben (operieren). Das wäre ersteinmal nicht so schlimm, wenn sie sich dadurch nicht schon sehr weit vom Leben der Menschen entfernt hätte - durch fehlende echte Rückkopplung.
Ich für meinen Teil bin mir nicht sicher, ob die Einschätzung von Eilenberger zutrifft. Ich bin allerdings natürlich nicht in der universitären beziehungsweise akademischen Philosophie zu Hause. Was dort konkret geschieht und wie die Studierenden arbeiten müssen, weiß ich nicht. Es kann also durchaus sein, dass Eilenberger richtig liegt.

Meine eigene Einschätzung im Blick auf mein eigenes Denken ist jedoch eine andere: Nach meinem Empfinden ist die Philosophie eine unendliche und wertvolle Ressource. Es gibt wahnsinnig viele gute Texte, die sich exakt mit den Dingen beschäftigen, die auch mich beschäftigen.

Sehr spannend finde ich zudem die Entwicklung der Philosophie in den letzten 20 oder 30 Jahren im Hinblick auf die Frage nach dem Bewusstsein. Hat sich vor 30 Jahren in der akademischen Philosophie eine nennenswerte Zahl von Philosophen und Philosophinnen zum Panpsychismus bekannt? Eher nicht. Nicht, dass ich diese Option deshalb übernehme, aber dennoch ist es bemerkenswert, dass sie heute als eine ernsthafte Möglichkeit unter mehreren diskutiert wird.

Scobel bringt am Ende ein ganz ähnliches Beispiel. Heute werden Philosophien und Sichtweisen, etwa aus der indigenen Welt, die noch vor nicht allzu langer Zeit in der akademischen Philosophie vermutlich kaum Beachtung fanden, ernsthaft diskutiert und als Bereicherung empfunden.



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Burkart
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So 12. Apr 2026, 10:49

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 12. Apr 2026, 09:32
Sehr spannend finde ich zudem die Entwicklung der Philosophie in den letzten 20 oder 30 Jahren im Hinblick auf die Frage nach dem Bewusstsein. Hat sich vor 30 Jahren in der akademischen Philosophie eine nennenswerte Zahl von Philosophen und Philosophinnen zum Panpsychismus bekannt? Eher nicht. Nicht, dass ich diese Option deshalb übernehme, aber dennoch ist es bemerkenswert, dass sie heute als eine ernsthafte Möglichkeit unter mehreren diskutiert wird.
Ich vermute, es liegt daran, dass das Thema insbesondere durch KI ein größeres Thema geworden ist. Dass sich dann auch extreme Positionen entwickeln bzw. mit im Vordergrund stehen, ist kein Wunder, auch weil die Gegenposition verteidigt wird.
Zu meiner Studienzeit vor rund 40 Jahren wurde viel hinsichtlich Machbarkeit von KI diskutiert, auch z.B. dass der Schachweltmeister nie durch ein Programm geschlagen werde würde... tja, die Realität hat dies überholt. Ähnlich kann das auch mit (mehr) Bewusstsein mal werden... oder es wird anders bezeichnet a la "KI-Bewusstsein". Aus meiner Sicht spräche das für Entstehung (Entwicklung) von Bewusstsein, aber man kann es auch anders sehen - widerlegbar ist Pansychismus kaum, ähnlich wie die Existenz von Gott o.ä.



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Jörn P Budesheim
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So 12. Apr 2026, 14:19

Gewagter Gedanke mit der KI, Burkart – ich glaube eher, der Panpsychismus hat seinen Aufschwung aus einem ganz anderen Grund: Der Materialismus kommt beim Bewusstsein einfach nicht weiter. Chalmers’ „hard problem“ ist eben wirklich verdammt hart.

Du hast mein Zitat übrigens kurz vor den Indigenen gekappt, vermutlich, weil du das erwachende Interesse der westlichen Philosophie daran nicht mit KI erklären wolltest, oder? Aber im Ernst: Es gehört zur Bewusstseinsfrage dazu. Heute denken Naturwissenschaftler:innen z. B. über Pflanzenbewusstsein nach! Und die akademische Philosophie entdeckt mit der Hinwendung zu den Indigenen (wenn ich Scobel richtig verstanden habe) gerade solche Weltbilder neu, in denen Pflanzenbewusstsein nie eine extreme Position oder absurde Frage war – sondern selbstverständlich. Parallel dazu macht die (natürlich kontrovers diskutierte) sogenannte „Pflanzenneurobiologie“ „Entdeckungen“, die man vor zwanzig Jahren weggelacht hätte: Pflanzen kommunizieren, reagieren auf Verletzungen, „merken“ sich Reize. Schaut man ihnen im Zeitraffer zu, hat man wirklich das Gefühl, dass da etwas handelt.

Hier ist natürlich die Philosophie gefragt: Ist es wirklich angemessen, hier bereits von Handeln und Kognition zu sprechen? Ist das schon Bewusstsein oder allein hochkomplexe Biochemie – keine Ahnung. Allerdings ist bei vorschnellen Urteilen Vorsicht geboten. Denn bei der Erforschung von Tieren haben wir in den letzten Jahrzehnten gelernt, demütiger zu werden. Vielleicht steht uns beim Thema Pflanzen Ähnliches bevor. Für Vegetarier wie mich wird es dann allerdings philosophisch ungemütlich…

Für meinen Geschmack gehören solche Dinge zu dem, was Eilenberger mit seinem Slogan "Sagen, was ist" zum Ausdruck gebracht hat. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass ihn das besonders stark interessiert hat!



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Mo 13. Apr 2026, 01:25

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 12. Apr 2026, 14:19
Gewagter Gedanke mit der KI, Burkart – ich glaube eher, der Panpsychismus hat seinen Aufschwung aus einem ganz anderen Grund: Der Materialismus kommt beim Bewusstsein einfach nicht weiter. Chalmers’ „hard problem“ ist eben wirklich verdammt hart.
Warum gewagt? Wenn, dann eher etwas außerhalb normaler einfacher Bahnen gedacht.
Ich verstehe echt nicht, warum so viele daraus so ein "hard problem" machen. Wenn man so extrem unterschiedliche Ebene vergleicht (Materie - komplexes Bewusstsein), kann man doch nicht erwarten, dass Bewusstsein direkt sinnvoll durch Materie beschreibbar ist, siehe (schwache) Emergenz. Man muss schon über die Entstehung von Leben (Ursuppe) u.v.a.m. gehen, um sich den Zusammenhang klar zu machen, dann geht es aber.
Du hast mein Zitat übrigens kurz vor den Indigenen gekappt, vermutlich, weil du das erwachende Interesse der westlichen Philosophie daran nicht mit KI erklären wolltest, oder? Aber im Ernst: Es gehört zur Bewusstseinsfrage dazu. Heute denken Naturwissenschaftler:innen z. B. über Pflanzenbewusstsein nach! Und die akademische Philosophie entdeckt mit der Hinwendung zu den Indigenen (wenn ich Scobel richtig verstanden habe) gerade solche Weltbilder neu, in denen Pflanzenbewusstsein nie eine extreme Position oder absurde Frage war – sondern selbstverständlich. Parallel dazu macht die (natürlich kontrovers diskutierte) sogenannte „Pflanzenneurobiologie“ „Entdeckungen“, die man vor zwanzig Jahren weggelacht hätte: Pflanzen kommunizieren, reagieren auf Verletzungen, „merken“ sich Reize. Schaut man ihnen im Zeitraffer zu, hat man wirklich das Gefühl, dass da etwas handelt.
Pflanzenbewusstsein ist doch nett. Kürzlich gab's im Fernsehen einen Bericht, dass Pflanzen sogar andere nachmachen können, selbst nur anhand von Fotos, als ob die Pflanzen sehen könnten, wie immer das geht.
Hier ist natürlich die Philosophie gefragt: Ist es wirklich angemessen, hier bereits von Handeln und Kognition zu sprechen? Ist das schon Bewusstsein oder allein hochkomplexe Biochemie – keine Ahnung. Allerdings ist bei vorschnellen Urteilen Vorsicht geboten. Denn bei der Erforschung von Tieren haben wir in den letzten Jahrzehnten gelernt, demütiger zu werden. Vielleicht steht uns beim Thema Pflanzen Ähnliches bevor. Für Vegetarier wie mich wird es dann allerdings philosophisch ungemütlich…
Nennen wir es bei Pflanzen halt "Pflanzen-Handeln/-Kognition" und gut is' :)
Tja, und Vegetarier sollen sich mal nicht so anstellen oder ggf. gleich verhungern :mrgreen:



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Jörn P Budesheim
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Mo 13. Apr 2026, 07:11

Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25
Ich verstehe echt nicht …
Ludwig Wittgenstein: „Ein philosophisches Problem hat die Form: ‚Ich kenne mich nicht aus'." An solchen Stellen fängt es eigentlich an: "Ich verstehe nicht … Und dann kommt es drauf an, (philosophisch) etwas gegen dieses Unverständnis zu unternehmen. Das ist der Punkt, wo es spannend wird, nämlich zu lernen, warum das harte Problem wirklich so hart ist (oder eben auch nicht). Es soll ja sogar philosophische Probleme geben, die man nicht mit einem simplen Prompt an die KI lösen kann. :-) Eilenberger plädiert am Ende des Gesprächs dafür, sich einzelnen Texten wieder intensiv zu widmen – zur geistigen Sammlung.



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Mo 13. Apr 2026, 23:17

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 07:11
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25
Ich verstehe echt nicht …
Ludwig Wittgenstein: „Ein philosophisches Problem hat die Form: ‚Ich kenne mich nicht aus'." An solchen Stellen fängt es eigentlich an: "Ich verstehe nicht … Und dann kommt es drauf an, (philosophisch) etwas gegen dieses Unverständnis zu unternehmen. Das ist der Punkt, wo es spannend wird, nämlich zu lernen, warum das harte Problem wirklich so hart ist (oder eben auch nicht). Es soll ja sogar philosophische Probleme geben, die man nicht mit einem simplen Prompt an die KI lösen kann. :-) Eilenberger plädiert am Ende des Gesprächs dafür, sich einzelnen Texten wieder intensiv zu widmen – zur geistigen Sammlung.
Möglicherweise hast du mich missverstanden. Mir ist nur nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem ansehen wollen, obwohl es mAn gar nicht so schwer zu verstehen ist. Also gerne an dieser Stelle: Was soll daran so hart sein? Bitte klare Punkte (was soll wirklich unlösbar sein) und nicht Verweis auf XY; ich hatte Gegensargumente gebracht.



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Mo 13. Apr 2026, 23:17

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 07:11
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25
Ich verstehe echt nicht …
Ludwig Wittgenstein: „Ein philosophisches Problem hat die Form: ‚Ich kenne mich nicht aus'." An solchen Stellen fängt es eigentlich an: "Ich verstehe nicht … Und dann kommt es drauf an, (philosophisch) etwas gegen dieses Unverständnis zu unternehmen. Das ist der Punkt, wo es spannend wird, nämlich zu lernen, warum das harte Problem wirklich so hart ist (oder eben auch nicht). Es soll ja sogar philosophische Probleme geben, die man nicht mit einem simplen Prompt an die KI lösen kann. :-) Eilenberger plädiert am Ende des Gesprächs dafür, sich einzelnen Texten wieder intensiv zu widmen – zur geistigen Sammlung.
Möglicherweise hast du mich missverstanden. Mir ist nur nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem ansehen wollen, obwohl es mAn gar nicht so schwer zu verstehen ist. Also gerne an dieser Stelle: Was soll daran so hart sein? Bitte klare Punkte (was soll wirklich unlösbar sein) und nicht Verweis auf XY; ich hatte Gegensargumente gebracht.



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Jörn P Budesheim
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Di 14. Apr 2026, 10:41

Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 23:17
Möglicherweise hast du mich missverstanden. Mir ist nur nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem ansehen wollen...
Ich denke, ich hab dich perfekt verstanden. Dir ist nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem sehen.



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Burkart
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Di 14. Apr 2026, 19:31

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 14. Apr 2026, 10:41
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 23:17
Möglicherweise hast du mich missverstanden. Mir ist nur nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem ansehen wollen...
Ich denke, ich hab dich perfekt verstanden. Dir ist nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem sehen.
Wie wäre es, wenn du mir dann den zentralen Punkt nennst? (Ggf. gerne auch Punkte)



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Timberlake
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Di 14. Apr 2026, 19:36

Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 23:17
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 07:11
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25
Ich verstehe echt nicht …
Ludwig Wittgenstein: „Ein philosophisches Problem hat die Form: ‚Ich kenne mich nicht aus'." An solchen Stellen fängt es eigentlich an: "Ich verstehe nicht … Und dann kommt es drauf an, (philosophisch) etwas gegen dieses Unverständnis zu unternehmen. Das ist der Punkt, wo es spannend wird, nämlich zu lernen, warum das harte Problem wirklich so hart ist (oder eben auch nicht). Es soll ja sogar philosophische Probleme geben, die man nicht mit einem simplen Prompt an die KI lösen kann. :-) Eilenberger plädiert am Ende des Gesprächs dafür, sich einzelnen Texten wieder intensiv zu widmen – zur geistigen Sammlung.
Möglicherweise hast du mich missverstanden. Mir ist nur nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem ansehen wollen, obwohl es mAn gar nicht so schwer zu verstehen ist. Also gerne an dieser Stelle: Was soll daran so hart sein? Bitte klare Punkte (was soll wirklich unlösbar sein) und nicht Verweis auf XY; ich hatte Gegensargumente gebracht.
... zu (was soll wirklich unlösbar sein) erlaube ich mir mal an dieser Stelle auf das Leib-Seele-Problem aufmerksam zu machen ...
spektrum.de hat geschrieben :
Essay

Leib-Seele-Problem

Jochen Fahrenberg

Das Leib-Seele-Problem (psychophysisches Problem) ist eine überdauernde philosophische Fragestellung: Welche Beziehung besteht zwischen dem Leib (dem belebten Körper, insbesondere dem Gehirn) und der Seele (Geist, Bewußtsein)? Von vielen als unlösbares Problem oder als Scheinproblem bezeichnet, ist es für andere die Grundfrage der Philosophie oder der "Weltknoten" (Schopenhauer).
Wie von dir übrigens selbst festgestellt, indem es bei dir dazu heißt ...

Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25

Wenn man so extrem unterschiedliche Ebene vergleicht (Materie - komplexes Bewusstsein), kann man doch nicht erwarten, dass Bewusstsein direkt sinnvoll durch Materie beschreibbar ist,
Das, und zwar , dass man dieses Problen lösen könne, halte ich allerdings nicht für die größte Lüge der Philosophie. Schon allein deswegen, weil meiner Meinung nach eh niemand daran glaubt. Um so bemerkenswerter ist allerdings, dass man doch immer wieder gerne auf dieses harte Problem, das m.E wirklich so hart ist, zurück kommt. Möglicherweise eben deswegen.




Burkart
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Di 14. Apr 2026, 20:13

Timberlake hat geschrieben :
Di 14. Apr 2026, 19:36
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 23:17
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 07:11


Ludwig Wittgenstein: „Ein philosophisches Problem hat die Form: ‚Ich kenne mich nicht aus'." An solchen Stellen fängt es eigentlich an: "Ich verstehe nicht … Und dann kommt es drauf an, (philosophisch) etwas gegen dieses Unverständnis zu unternehmen. Das ist der Punkt, wo es spannend wird, nämlich zu lernen, warum das harte Problem wirklich so hart ist (oder eben auch nicht). Es soll ja sogar philosophische Probleme geben, die man nicht mit einem simplen Prompt an die KI lösen kann. :-) Eilenberger plädiert am Ende des Gesprächs dafür, sich einzelnen Texten wieder intensiv zu widmen – zur geistigen Sammlung.
Möglicherweise hast du mich missverstanden. Mir ist nur nicht klar, warum so viele Leute das Problem als hartes Problem ansehen wollen, obwohl es mAn gar nicht so schwer zu verstehen ist. Also gerne an dieser Stelle: Was soll daran so hart sein? Bitte klare Punkte (was soll wirklich unlösbar sein) und nicht Verweis auf XY; ich hatte Gegensargumente gebracht.
... zu (was soll wirklich unlösbar sein) erlaube ich mir mal an dieser Stelle auf das Leib-Seele-Problem aufmerksam zu machen ...
spektrum.de hat geschrieben :
Essay

Leib-Seele-Problem

Jochen Fahrenberg

Das Leib-Seele-Problem (psychophysisches Problem) ist eine überdauernde philosophische Fragestellung: Welche Beziehung besteht zwischen dem Leib (dem belebten Körper, insbesondere dem Gehirn) und der Seele (Geist, Bewußtsein)? Von vielen als unlösbares Problem oder als Scheinproblem bezeichnet, ist es für andere die Grundfrage der Philosophie oder der "Weltknoten" (Schopenhauer).
Scheinproblem? Sollte es also doch gar keines sein, ungefähr in meinem Sinne? Oder wie könnte es sonst zu verstehen sein?
Wie von dir übrigens selbst festgestellt, indem es bei dir dazu heißt ...
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25

Wenn man so extrem unterschiedliche Ebene vergleicht (Materie - komplexes Bewusstsein), kann man doch nicht erwarten, dass Bewusstsein direkt sinnvoll durch Materie beschreibbar ist,
Das, und zwar , dass man dieses Problen lösen könne, halte ich allerdings nicht für die größte Lüge der Philosophie. Schon allein deswegen, weil meiner Meinung nach eh niemand daran glaubt. Um so bemerkenswerter ist allerdings, dass man doch immer wieder gerne auf dieses harte Problem, das m.E wirklich so hart ist, zurück kommt. Möglicherweise eben deswegen.
Was meinst du mit "niemand daran glaubt"? Also dass es doch gar kein Problem ist?



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Mi 15. Apr 2026, 11:01

Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 23:17
Was soll daran so hart sein? Bitte klare Punkte (was soll wirklich unlösbar sein) und nicht Verweis auf XY; ich hatte Gegensargumente gebracht.
Ohne Verweis auf XY (nämlich David Chalmers) ist das allerdings ganz und gar witzlos. Weil Chalmers mit dem Begriff des "harten Problems" ja etwas ganz Spezifisches meint. Argumente dagegen kannst du überhaupt nur bringen, wenn du dich auf dieses ganz spezifische Argument von Chalmers beziehst und seine ganz spezifische Verwendung des Ausdrucks "hartes Problem". Es gibt für Chalmers übrigens auch leichte Probleme. Die Entschlüsselung der DNA war gemäß Chalmers ein leichtes Problem. Und das war ja eine ziemlich harte Nuss. Etliche von diesen "leichten Problemen" sind noch nicht gelöst! Ich vermute, dass das, was dir vorschwebt, zu den leichten Problemen gehört.



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Mi 15. Apr 2026, 19:26

Um hier endlich mal etwas klar darzustellen (hoffentlich): Ist es richtig, was Perplexity schreibt? Wenn ja, können wir davon dann weiter ausgehen.
"Chalmers meint mit dem „harten Problem“ des Bewusstseins die Frage, warum und wie aus rein physischen Vorgängen überhaupt subjektives Erleben entsteht. Die „leichten Probleme“ betreffen dagegen Funktionen wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Verhalten; das harte Problem bleibt auch dann offen, wenn man all das vollständig erklärt hätte.
Kurz gesagt:
Leichte Probleme: Was macht das Gehirn funktional?
Hartes Problem: Warum fühlt sich dieses Verarbeiten von Information überhaupt nach etwas an?
Chalmers’ Kernpunkt ist also nicht, dass Bewusstsein unerklärlich sei, sondern dass eine rein funktionale oder neurobiologische Beschreibung noch nicht erklärt, warum es ein inneres Erleben gibt."



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Do 16. Apr 2026, 08:56

Burkart hat geschrieben :
Di 14. Apr 2026, 20:13
Scheinproblem? Sollte es also doch gar keines sein, ungefähr in meinem Sinne?
Ich erinnere mich an etliche Diskussionen über Zombies, in diesem Forum, aber auch in Vorgänger-Foren. "Die guten alten Zeiten." Jetzt sind wir in einer neuen Situation. Man gibt einen knappen Prompt bei Perplexity ein, erhält zwei oder drei Zeilen und die Sache ist (hoffentlich) endlich klar dargestellt. :-) Ganz genau darum geht es (neben anderem) übrigens auch in dem Gespräch zwischen Scobel und Eilenberger, wenn auch nicht am Beispiel der Zombies. Themen werden nicht mehr vertieft! Es gibt in den drei Zeilen von dir überhaupt keinen Versuch, Chalmers' Sicht wirklich zu erfassen, gewissermaßen ihrer metaphysischen Sprengkraft nachzuspüren, ob man ihm nun zustimmt oder nicht. Stattdessen bist du auf eine kurze Formel aus! Können wir von dem, was du schreibst, dann weiter ausgehen? Das glaube ich kaum.



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Do 16. Apr 2026, 14:00

Burkart hat geschrieben :
Di 14. Apr 2026, 20:13
spektrum.de hat geschrieben :
Essay

Leib-Seele-Problem

Jochen Fahrenberg

Das Leib-Seele-Problem (psychophysisches Problem) ist eine überdauernde philosophische Fragestellung: Welche Beziehung besteht zwischen dem Leib (dem belebten Körper, insbesondere dem Gehirn) und der Seele (Geist, Bewußtsein)? Von vielen als unlösbares Problem oder als Scheinproblem bezeichnet, ist es für andere die Grundfrage der Philosophie oder der "Weltknoten" (Schopenhauer).
Scheinproblem? Sollte es also doch gar keines sein, ungefähr in meinem Sinne? Oder wie könnte es sonst zu verstehen sein?

Richtig, es sollte tatsächlich in deinem Sinne anstatt dessen ein wirkliches Problem sein!
Burkart hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:25
Wenn man so extrem unterschiedliche Ebene vergleicht (Materie - komplexes Bewusstsein), kann man doch nicht erwarten, dass Bewusstsein direkt sinnvoll durch Materie beschreibbar ist,
Weil, wie es hier bei dir heißt, man doch nicht erwarten kann, dass das Bewusstsein direkt sinnvoll durch Materie beschreibbar ist. Weil ich der gleichen Meinung bin, bin ich der falsche Adressat deiner Frage.

spektrum.de hat geschrieben :
Essay

Leib-Seele-Problem

Jochen Fahrenberg

Notwendigkeit einer Begriffsbestimmung
Die Begriffsbestimmung "psychisch" und "physisch" ist schwierig, weil das "Psychische" Oberbegriff für eine Vielfalt von Funktionen ist. Philosophen meinen mit "psychischen" Prozessen in der Regel mentale Prozesse (Geist, Bewußtsein, Subjektivität, Intentionalität); Psychologen dagegen Erleben (Befinden, Bewußtsein) undVerhalten. Das Wort "physisch" ist ebenfalls mehrdeutig, da der materielle Körper, der belebte Organismus und speziell das aktive Gehirn gemeint sein können. Kategoriale Unschärfen und Kategorienfehler stiften in Diskussionen oft Verwirrung, dies gilt ebenso für undifferenzierte Ganzheits- und Einheits-Postulate. Präzisierungen sind nur durch Kategorialanalysen (u. a. M. Hartmann, N. Hartmann; s. Rothschuh, 1963) zu erreichen.
Um dennoch deine Frage zu beantworten, so würde ich das Scheinproblem tatsächlich an der schwierigen Begriffsbestimmung "psychisch" und "physisch" festmachen wollen. Was ich allerdings sicherlich nicht für die größte aber zumindest eine der größten Lügen der Philosophie halten würde. Also Ganzheits- und Einheits-Postulate von Leib und Seele, im Verlauf von Präzisierungen durch Kategorialanalysen.




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So 19. Apr 2026, 12:31

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Do 16. Apr 2026, 08:56
Burkart hat geschrieben :
Di 14. Apr 2026, 20:13
Scheinproblem? Sollte es also doch gar keines sein, ungefähr in meinem Sinne?
Ich erinnere mich an etliche Diskussionen über Zombies, in diesem Forum, aber auch in Vorgänger-Foren. "Die guten alten Zeiten." Jetzt sind wir in einer neuen Situation. Man gibt einen knappen Prompt bei Perplexity ein, erhält zwei oder drei Zeilen und die Sache ist (hoffentlich) endlich klar dargestellt. :-) Ganz genau darum geht es (neben anderem) übrigens auch in dem Gespräch zwischen Scobel und Eilenberger, wenn auch nicht am Beispiel der Zombies. Themen werden nicht mehr vertieft! Es gibt in den drei Zeilen von dir überhaupt keinen Versuch, Chalmers' Sicht wirklich zu erfassen, gewissermaßen ihrer metaphysischen Sprengkraft nachzuspüren, ob man ihm nun zustimmt oder nicht. Stattdessen bist du auf eine kurze Formel aus! Können wir von dem, was du schreibst, dann weiter ausgehen? Das glaube ich kaum.
Bevor ich etwas erfassen kann, muss ich verstehen können. Deshalb hatte ich davor (15.4., 19:26) doch geschrieben, was ich vermute, was gemeint ist, wofür ich aber noch eine Bestätgiung möchte, bevor ich mich u.U. in etwas Falsches vertiefe.



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