Ich für meinen Teil bin mir nicht sicher, ob die Einschätzung von Eilenberger zutrifft. Ich bin allerdings natürlich nicht in der universitären beziehungsweise akademischen Philosophie zu Hause. Was dort konkret geschieht und wie die Studierenden arbeiten müssen, weiß ich nicht. Es kann also durchaus sein, dass Eilenberger richtig liegt.RosiG2 hat geschrieben : ↑So 12. Apr 2026, 00:32Durch den Beitrag wird schön deutlich gemacht, wie die Philosophie zu einer "eigenen Welt" geworden ist (oder war sie es schon immer?). So wie Justiz und Politik gleichfalls in ihren "eigenen Welten" leben (operieren). Das wäre ersteinmal nicht so schlimm, wenn sie sich dadurch nicht schon sehr weit vom Leben der Menschen entfernt hätte - durch fehlende echte Rückkopplung.
Meine eigene Einschätzung im Blick auf mein eigenes Denken ist jedoch eine andere: Nach meinem Empfinden ist die Philosophie eine unendliche und wertvolle Ressource. Es gibt wahnsinnig viele gute Texte, die sich exakt mit den Dingen beschäftigen, die auch mich beschäftigen.
Sehr spannend finde ich zudem die Entwicklung der Philosophie in den letzten 20 oder 30 Jahren im Hinblick auf die Frage nach dem Bewusstsein. Hat sich vor 30 Jahren in der akademischen Philosophie eine nennenswerte Zahl von Philosophen und Philosophinnen zum Panpsychismus bekannt? Eher nicht. Nicht, dass ich diese Option deshalb übernehme, aber dennoch ist es bemerkenswert, dass sie heute als eine ernsthafte Möglichkeit unter mehreren diskutiert wird.
Scobel bringt am Ende ein ganz ähnliches Beispiel. Heute werden Philosophien und Sichtweisen, etwa aus der indigenen Welt, die noch vor nicht allzu langer Zeit in der akademischen Philosophie vermutlich kaum Beachtung fanden, ernsthaft diskutiert und als Bereicherung empfunden.