Neue Aufklärung

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Registriert: Di 12. Sep 2017, 17:00

So 18. Jan 2026, 10:20

An anderer Stelle diskutieren wir hier im Forum gerade das Konzept der menschenverachtenden sog. dunklen Aufklärung. Vor ca. 3 Jahren ist im Transkript-Verlag ein kleines Buch zur "Neuen Aufklärung" erschienen, das online gratis zum Download zur Verfügung steht. Das können wir hier diskutieren, wenn man so will als Gegenpol.

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Markus Gabriel / Christoph Horn / Anna Katsman / Wilhelm Krull / Anna Luisa Lippold / Corine Pelluchon / Ingo Venzke

"Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften

Welche Rolle können die Geisteswissenschaften bei der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft spielen? Von welchen Werten lassen wir uns im 21. Jahrhundert leiten? Wie können wir das Potenzial der Geisteswissenschaften in einer Zeit vielfältiger Krisen nutzen? Die Autor*innen stellen sich diesen grundlegenden Fragen und verorten die Antworten in einem neuen Verständnis von Geisteswissenschaften, die ihr Denken und ihre Vorstellungskraft an Kriterien einer lebenswerten Zukunft ausrichten. Diese Geisteswissenschaften stellen sich in den Dienst allen Lebens auf unserem Planeten und sind dadurch in der Lage, neu formulierte, verbindliche Werte in die Gesellschaft hineinzutragen und der Zerstörung unserer Umwelt entschlossen entgegenzutreten."

Hier gibt es das Buch gratis > https://www.transcript-verlag.de/978-3- ... fklaerung/

Buchpräsentation auf der Frankfurter Buchmesse


Diese zehn Zitate aus dem Buch wurden mithilfe von NotebookLM zusammengestellt:

1. Die Ausgangslage der multiplen Krisen: „Die Menschheit sieht sich gerade mit einem komplexen Geflecht ineinander verwobener Krisen konfrontiert: der ökologischen Krise; verschiedenen Wirtschaftskrisen (von Finanzkrisen bis hin zu wachsenden Ungleichheiten); der geopolitischen Krise; der Energiekrise; der durch geopolitische Katastrophen drohenden Flüchtlingskrise; der Krise des Gesundheitswesens; und der immer noch andauernden Coronavirus-Krise.“

2. Die Ursache der Entkopplung: „Eine wichtige Triebkraft für die Dynamik der oben genannten ineinander verwobenen Krisen ist die Abkopplung der naturwissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung von den weiter gefassten Fragen der menschlichen Werte, des guten Lebens und des Wohlergehens.“

3. Das Selbstverständnis des Menschen: „Der Mensch ist ein »sich selbst interpretierendes Tier« [...]. Und das bedeutet: Wie wir uns selbst verstehen, entscheidet darüber, wer wir sind und wer wir werden.“

4. Die Notwendigkeit der Werteorientierung: „Die menschliche Existenz ist von Grund auf wertgeladen, sodass ein wertorientierter Ansatz in den Geistes- und Sozialwissenschaften unumgänglich ist.“

5. Vom Kritischen zum Konstruktiven: „Die Übernahme von Verantwortung für die Mitgestaltung tragfähiger Lösungsansätze setzt voraus, dass die Gesellschaftskritik [...] durch konstruktive Beiträge ergänzt wird, die ebenso positive wie mitreißende Zukunftsbilder entstehen lassen.“

6. Definition der Neuen Aufklärung: „Eine Neue Aufklärung zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass sie berechtigte Kritik an den falschen Universalien und der Dialektik der alten europäischen Aufklärung übt, die zur modernen Entkopplung von technisch-wissenschaftlichem Fortschritt und den Vorstellungen von menschlichem Wohlergehen und moralischem Fortschritt geführt haben.“

7. Anerkennung der Vielfalt (Universalisierung): „Menschwerdung besteht aus einer Reihe von Selbstinterpretationen. Menschen realisieren die Form des Menschseins auf unterschiedliche Weise. Eine wiederbelebte Hermeneutik setzt also die Anerkennung des Andersseins als Ausgangspunkt voraus.“

8. Die ökologische Dimension: „Die neue Aufklärung ist daher untrennbar mit einem neuen Bild vom Menschen verbunden, das dessen Freiheit und Abhängigkeit von anderen und der Natur gleichermaßen anerkennt.“

9. Institutionelle Kultur der Kreativität: „Um in den Geistes- und Sozialwissenschaften eine Kultur der Kreativität zu ermöglichen, muss der institutionelle Rahmen [...] multiperspektivische und integrative Arbeit innerhalb ihrer disziplinären Grenzen und über diese hinaus ermöglichen.“

10. Das Ziel der Neukopplung: „Das übergeordnete Ziel muss darin bestehen, die Geisteswissenschaften wieder mit jenen Disziplinen und Sektoren zu koppeln, die üblicherweise über Richtung und Umfang der zur Bewältigung der verschiedenen Herausforderungen eingesetzten Instrumente entschieden haben.“



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