Dunkle Aufklärung

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C3PO
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Dunkle Aufklärung Overview

Dunkle Aufklärung, auch als Neoreaktionäre Bewegung (NRx) oder Dark Enlightenment bekannt, stellt eine antidemokratische, antiegalitäre und reaktionäre politische Philosophie dar, die die Prinzipien der Aufklärung wie Freiheit, Gleichheit und Demokratie ablehnt. Sie propagiert stattdessen autoritäre, technokratische oder monarchistische Modelle, oft mit eugenischen, klassistischen und transhumanistischen Elementen.

Key Figures

Curtis Yarvin, unter dem Pseudonym Mencius Moldbug, legte ab 2007 die Grundlagen durch Blogbeiträge, die Demokratie als dysfunktional kritisieren und eine CEO-ähnliche Führung vorschlagen. Nick Land prägte den Begriff 2012 in einem Essay und erweiterte die Ideen mit akzelerationistischem, antihumanistischem Denken.

Core Concepts

- Cathedral: Bezeichnet den Einflusskomplex aus Medien, Universitäten und Eliten, der universalistische Ideologien durchsetzt.
- Bioleninismus: Kritik an einer vermeintlichen Negativauslese durch Diversitätspolitik, die ineffiziente Hierarchien schafft.
- Patchwork: Vision von souveränen Stadtstaaten oder Corporate-Entities als Alternative zu Nationalstaaten.

Recent Influence

Die Ideen gewinnen durch Verbindungen zu Figuren wie Peter Thiel, Elon Musk und JD Vance an Relevanz, insbesondere im Kontext der US-Politik unter Präsident Trump. Bücher wie Nils Wegners Analyse beleuchten ihren Übergang in rechte Medien und Tech-Kreise.



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C3PO
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Fr 16. Jan 2026, 13:01

WDR 5 hat geschrieben : WDR 5
Die dunkle Aufklärung - Trump, Vance und ihre radikalen Schatten

Donald Trump und seine Regierung verunsichern die gesamte Welt. Verfolgt die US-Regierung eine Strategie oder handelt sie wirklich so erratisch und widersprüchlich wie es immer wieder scheint?

Im Radiofeature geht es um Strömungen, die manche Entscheidungen von Trump und Co erklären könnten und die für die Zukunft Böses ahnen lassen. Es geht um Ideen, die jahrelang zu radikal waren, um in Washington durchzudringen, doch das hat sich geändert. Schwer reiche Tech-Investoren wie Peter Thiel, neoreaktionäre faschistische Vordenker wie Curtis Yarvin und fundamentale Christen sind der Macht so nah wie noch nie. Sie haben Verbindungen zu Vizepräsident JD Vance und bei allem, was sie unterscheidet, haben sie doch ein gemeinsames Ziel.

Ein Feature von Ralph Glander. Produktion: BR 2025

Hierlang > https://www.ardaudiothek.de/episode/urn ... f85b8cce4/



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Timberlake
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Fr 16. Jan 2026, 13:05

Wo wir schon mal dabei sind, also Trump und "sein" Interesse an Grönland !
krautreporter.de hat geschrieben :
Was die Tech-Milliardäre mit Grönland wirklich vorhaben

Eine Bewegung aus dem Silicon Valley will auf Grönland einen faschistischen Krypto-Staat bauen. Ja, sie meinen das ernst. Und ihre Verbindungen reichen bis ins Weiße Haus.
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de hat geschrieben :
Tech-Milliardäre planen libertäre Parallelstadt – und haben Grönland im Visier

US-Tech-Milliardäre planen eine eigene Stadt – mit Grönland als möglichem Standort. Hinter dem Projekt stehen Namen wie Peter Thiel und Sam Altman. Ziel: eine libertäre Hightech-Enklave mit minimaler Regulierung

Was zunächst klingt wie das Drehbuch eines dystopischen Science-Fiction-Films, wird derzeit in aller Ernsthaftigkeit in den Hinterzimmern der globalen Tech-Elite diskutiert: Eine Gruppe US-amerikanischer Technologie- und Kryptomilliardäre – darunter Namen wie Peter Thiel, Sam Altman und Marc Andreessen – unterstützt das Unternehmen Praxis, das nichts Geringeres plant, als den Bau einer neuen Stadt.
tageblatt.lu hat geschrieben :
Exit Apokalypse – Wie die Tech-Milliardäre dem Weltuntergang entfliehen möchten

Als der US-amerikanische Medientheoretiker und Tech-Experte, einer der Protagonisten der Cyberpunk-Bewegung, von fünf Milliardären eine lukrative Einladung in ein exklusives Wüsten-Hotelressort erhält, um über die „Zukunft der Technologie“ zu sprechen, glaubt er, dass man von ihm erwartet, dort über Zukunftstechnologien zu sprechen. Stattdessen befragen ihn seine Gastgeber zu Luxusbunkern und Marskolonien. Sie wollen eine Prognose von ihm. Denn während die Welt mit einer Klimakatastrophe, kriegerischen Konflikten und sozialen Krisen beschäftigt ist, umtreibt die Milliardäre vor allem die Frage, wie sie im Fall eines Systemkollapses ihre Privatarmeen in Schach halten können und sich vor einem Atomkrieg, einer Virus-Pandemie oder Klimakatastrophe in Schutz bringen können. Sie stellen Fragen wie: Bitcoin oder Ethereum? Virtual Reality oder Augmented Reality? Vor allem aber, wo sie am Tag X ihre Bunker hinstellen sollen.
Dass man in den Medien, wie der Tagesschau,ZDF heute journal, Presseclub , Phönixsrunde ... darüber so ganz und gar nichts erfährt, finde ich allerdings schon sehr merkwürdig. Möglicherweise meint man dort, es dabei mit einer Verschwörungstheorie zu tun zu haben. Wie dem auch sei, wenn denn dem tatsächlich so ist, so kommt man wohl nicht umhin, Trump auch von daher, als einen nützlichen Idioten dieser Herrschaften zu bezeichnen.




Timberlake
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Fr 16. Jan 2026, 13:06

"Dazu" zur Ergänzung ...
news.at hat geschrieben : Thiel, Zuckerberg, Bezos, Musk & Co.: Das gefährliche Spiel der superreichen Tech-Milliardäre

Das Mindset von Peter Thiel heißt „Akzelerationismus“, der eine Zukunft propagiert, in der Informationstechnologie, Automatisierung und der globale Kapitalismus mit der digitalen Technologie verschmelzen. Politik? Überflüssig. Begriffe wie „links“ oder „rechts“? Obsolet. Entscheidend ist allein, wer die richtige Technologie entwickelt. Daraus wurde, so Ruskoff, die intellektuelle Basis für das „Mindset“. Peter Thiel verfolgt das Mindset konsequent – und radikal. Im Sinne des Akzelerationismus will er den Kollaps des bestehenden Systems nicht aufhalten, sondern beschleunigen.

Und Donald Trump? Ist ihr williges Werkzeug. Wirtschaftsexperte Rüdiger Bachmann bringt es auf den Punkt: „Die Tech-Milliardäre gewähren Trump die Möglichkeit, sich ungeniert zu bereichern und seinen Narzissmus ungebremst auszuleben.“ Für sie ist das ein perfekter Deal: Ein Präsident, der sich selbst inszeniert – und dabei genau jene Machtstrukturen festigt, von denen sie profitieren.




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Jörn P Budesheim
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Fr 16. Jan 2026, 13:28


mit notebookLM erstellt



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Jörn P Budesheim
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Fr 16. Jan 2026, 17:49



Digitaler Faschismus: Wie KI-Ideologie die Demokratie untergräbt und wie wir sie verteidigen können

In dem toxischen Bündnis von Trump und Musk zeigt sich aktuell ein antidemokratischer Wille zur politischen Macht der Tech-Industrie. Diskurse um Superintelligenz und Transhumanismus schwappen nach Europa und beeinflussen auch hier die Startup- und Wirtschaftspolitik. Wir müssen dagegen halten!



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Jörn P Budesheim
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Fr 16. Jan 2026, 18:13

Rainer Mühlhoff, Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus hat geschrieben : Kurz nach der Amtseinführung von Donald Trump zum 47. US-Präsidenten waren in den USA bemerkenswerte Vorgänge zu beobachten: Der Tech-Unternehmer und damals reichste Mensch der Welt, Elon Musk, hatte es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, mit einem Gefolge aus Ingenieuren und Führungskräften seiner zahlreichen Unternehmen durch die Bundesbehörden in Washington zu ziehen, um sich Zugang zu Gebäuden, Computersystemen und Daten zu verschaffen.

Am Tag der Amtseinführung wurde Musk zum Regierungsberater und de facto Leiter eines neu geschaffenen »Department of Government Efficiency (DOGE)« ernannt. In dieser Position agierte er nahezu unaufhaltsam, indem er in einer Mischung aus Überrumpelung, Einschüchterung und Hacker-Taktiken den Verwaltungsapparat der Bundesbehörden zu übernehmen versuchte. Diese als digitaler Staatsstreich beschriebene Übernahme begann in der Woche der Amtseinführung mit dem Office of Personnel Management (OPM), der zentralen Personalstelle der Bundesbehörden.

Musk verschaffte sich Zugang zum Computersystem und zahlreichen sensiblen Daten – darunter den gesamten Personaldaten der Bundesangestellten –, schloss Teile des Personals aus diesem System aus und platzierte Vertraute (häufig Mitarbeitende aus seinen eigenen Unternehmen) in strategischen Positionen. In einer E-Mail an die mehr als zwei Millionen Bundesangestellten der US-Verwaltung wurden drastische Personaleinsparungen sowie die Anwendung verschärfter Loyalitätskriterien und Leistungsbeurteilungen angekündigt. Die E-Mail unterbreitete den Empfänger:innen außerdem das Angebot einer sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei Lohnfortzahlung bis September 2025. Wer bisher noch nicht gekündigt hatte oder entlassen wurde, muss DOGE wöchentlich über seine Arbeitsaktivitäten unterrichten. Diese Berichte speist das Team von Elon Musk dem Vernehmen nach in KI-Systeme ein, um sie zu beurteilen und über die »Notwendigkeit der Position« zu entscheiden.

Parallel zum OPM übernahm Musks Team die Kontrolle über die General Services Administration (GSA) sowie weitere Behörden, darunter die US Agency for International Development (USAID), deren internationale Aktivitäten fast vollständig eingestellt wurden und in der die systematische Vernichtung klassifizierter Dokumente angeordnet wurde – anstatt sie, wie vorgeschrieben, den National Archives zu übergeben. Besonders brisant: Musk sicherte sich außerdem Zugang zum zentralen Zahlungssystem des US Treasury Departments, das jährlich Billionen Dollar unter anderem für Sozialleistungen, Gehälter, Dienstleistungen und Subventionen abwickelt.

Der Zugriff erfolgte an einem Wochenende und nach anfänglicher Weigerung des zuständigen Abteilungsleiters, der daraufhin in den Ruhestand versetzt wurde. Musk selbst prahlte auf X über den Coup: »Very few in the bureaucracy actually work the weekend, so it’s like the opposing team just leaves the field for 2 days!« – eine Schlachtfeldrhetorik, die keineswegs an geordnete rechtsstaatliche Prozesse denken lässt.

Dieses Muster einer gewaltsamen Infiltration auf Ebene der Bundesverwaltung, ermöglicht nicht durch parlamentarische Beschlüsse, sondern durch schnelles Agieren, die Schockstarre der Überrumpelung und Kontrolle über technische Systeme, setzte sich fort. Behörden wie die Environmental Protection Agency (EPA), die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) und sogar der Geheimdienst CIA und das Verteidigungsministerium standen im Fokus eines radikalen Einsparungsgebots, unter dessen Deckmantel eine Säuberungsaktion durchgeführt wurde, die fast schon wie eine Kulturrevolution wirkt: Alle Erwähnungen von Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) müssen aus öffentlichen wie internen Dokumenten und Websites gelöscht werden, es existieren dazu Wörterlisten, nach denen gesucht und gefiltert werden solle; das Pentagon löscht Zehntausende Fotos, die etwa Frauen und People of Color im Militärdienst oder kritische historische Inhalte der US-Militäraktivitäten dokumentieren6; wissenschaftliche Projekte, die Diversity-Maßnahmen umfassen oder etwa die Gebiete Klimaforschung, öffentliche Gesundheit, Reproduktions- und Sexualmedizin betreffen, werden vorzeitig eingestellt: Das Verbot von Diversity-Maßnahmen wirkt sich dadurch sogar auf die Aktivitäten internationaler Forschungspartner der USA aus.

...



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Jörn P Budesheim
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Fr 16. Jan 2026, 19:32

Timberlake hat geschrieben : Dass man in den Medien, wie der Tagesschau,ZDF heute journal, Presseclub , Phönixsrunde ... darüber so ganz und gar nichts erfährt, finde ich allerdings schon sehr merkwürdig ...
Vielleicht wirst du hier bedient, allerdings habe ich mir das noch nicht angeschaut: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZ ... RiOTUwYTZm



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Consul
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Fr 16. Jan 2026, 22:08

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 17:49
Digitaler Faschismus: Wie KI-Ideologie die Demokratie untergräbt und wie wir sie verteidigen können
In dem toxischen Bündnis von Trump und Musk zeigt sich aktuell ein antidemokratischer Wille zur politischen Macht der Tech-Industrie.
Ein empfehlenswertes Buch zu diesem Thema (das hoffentlich möglichst bald in einer deutschen Übersetzung erhältlich sein wird):

* Golumbia, David. Cyberlibertarianism: The Right-Wing Politics of Digital Technology. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press, 2024.
"BESCHREIBUNG: Eine dringende Auseinandersetzung mit den fundamental rechtsgerichteten rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen digitaler Technologien

In einer aktuellen Herausforderung der starken politischen Rolle digitaler Technologien argumentiert „Cyberlibertarianism“, dass rechtsgerichtete Ideologie von Anfang an in die technische und soziale Konstruktion der digitalen Welt eingebaut war. Gestützt auf mehr als ein Jahrzehnt Forschung zeichnet David Golumbia nach, wie der digitale Eifer den weltweiten Rechtsruck vorangetrieben und Ungleichheit, Fremdenfeindlichkeit, Unehrlichkeit und massive Konzernkonzentrationen von Reichtum und Macht unter der utopischen Annahme eines inhärenten sozialen Guts digitaler Technologien verschleiert hat.

„Cyberlibertarianism“ bietet eine scharfsinnige Kritik am Drängen auf Open Access und Open-Source-Software sowie an den Rechtsstreitigkeiten um Online-Zensur und Netzneutralität und zeigt detailliert auf, wie das vermeintlich demokratische Internet als Organisationsinstrument für Terror- und Hassgruppen sowie für politische Desinformationskampagnen missbraucht wurde. Indem er unsere naiv-utopische Vorstellung von der digitalen Welt analysiert, beleuchtet Golumbia die Rolle der Technologie bei der Förderung hyperindividualistischer und regierungsfeindlicher Agenden. Er zeigt auf, wie Silicon-Valley-Konzerne und rechtsgerichtete Ökonomen, systemkritische Persönlichkeiten wie Julian Assange, Elon Musk, Peter Thiel, Edward Snowden und Mark Zuckerberg sowie scheinbar positive Stimmen wie John Perry Barlow, Cory Doctorow, die Electronic Freedom Foundation und Wikipedia allesamt daran gearbeitet haben, Regulierungen zu behindern und rechtliche Schutzmaßnahmen gegen Ausbeutung zu schwächen.

Gestützt auf ein breites Spektrum an Gedanken aus Digitaltheorie, Ökonomie, Recht und politischer Philosophie sowie auf detaillierte Recherchen und Golumbias eigene Erfahrung als Softwareentwickler, dient „Cyberlibertarianism“ als Weckruf zur Neubewertung der brisanten Politik des Internets. In der Hoffnung, einen Weg zu einer wahrhaft demokratischeren und egalitäreren Zukunft der digitalen Technologie aufzuzeigen, betont dieses Meisterwerk, dass wir zunächst die verschleierten Dogmen verstehen müssen, auf denen sie basiert." [Google Translate]

Quelle: Siehe obiger Link!
"Langdon Winner, einer der weltweit führenden Technologiephilosophen, prägte den Begriff „Cyberlibertarismus“ in seinem 1997 erschienenen Artikel „Cyberlibertarian Myths and the Prospects for Community“. Die dort geäußerten Ideen entwickelten sich etwa zur gleichen Zeit auch andernorts weiter, unter anderem in dem vielzitierten Essay „The Californian Ideology“ der Medienwissenschaftler Richard Barbrook und Andy Cameron (1995, 1996). Obwohl Wissenschaftler und andere Kommentatoren den Begriff „kalifornische Ideologie“ nahezu synonym mit Cyberlibertarismus verwenden, kann der erste Begriff suggerieren, dass dieses Denksystem nur in Kalifornien (oder gar nur in der Bay Area) operiert, und birgt somit die Gefahr von Verwechslungen. Ein drittes Werk, Cyberselfish[ (2000) von Paulina Borsook, ist ein semi-ethnografischer Bericht einer Journalistin, die als Autorin für das zentrale digitale utopische Magazin Wired einst eine recht enthusiastische Befürworterin der digitalen Revolution war. In diesem Buch verwendet Borsook den Begriff „Technolibertarismus“ sehr ähnlich wie Winner sowie Barbrook und Cameron, doch fehlen ihrem Begriff die spezifisch digitalen Konnotationen des Präfixes „cyber-“. Der Begriff Cyberlibertarismus taucht in der wissenschaftlichen Literatur weiterhin regelmäßig auf. (z. B. Chenou 2014; Dahlberg 2010), Journalismus und soziale Medien. Obwohl diese Begriffe in anderen kritischen Arbeiten nicht verwendet werden, zeigen sie dennoch, wie tief rechtsextreme Ideen im digitalen Evangelismus verankert sind (Morozov 2013d; Schradie 2019).

Winner beschreibt Cyberlibertarismus als „eine Sammlung von Ideen, die ekstatische Begeisterung für elektronisch vermittelte Lebensformen mit radikalen, rechtslibertären Vorstellungen über die richtige Definition von Freiheit, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verbindet“ (1997, 14). Die beiden Aspekte dieser Aussage sind entscheidend: zum einen die ekstatische Begeisterung für die digitale Technologie selbst – die natürlich unsere Kultur, insbesondere im Silicon Valley, durchdringt – und zum anderen rechtslibertäre Vorstellungen über die richtige Definition von Kernbegriffen wie Freiheit." [Google Translate]

(Golumbia, David. Cyberlibertarianism: The Right-Wing Politics of Digital Technology. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press, 2024. pp. 3-4)
"Technolibertarismus (oft synonym mit Cyberlibertarismus) ist eine politische Ideologie, die die Überzeugung vertritt, dass Technologie – insbesondere das Internet und digitale Innovationen – ein Werkzeug zur Maximierung der individuellen Freiheit und zur Minimierung staatlicher Eingriffe ist. 

Kernmerkmale und Prinzipien:
Die Ideologie basiert auf einer Kombination aus klassischem Libertarismus und einem starken Technik-Optimismus:

* Staatsferne & Deregulierung: Befürworter fordern, dass Regierungen sich aus der Regulierung des digitalen Raums heraushalten sollten, um Innovationen nicht zu ersticken.
* Dezentralisierung: Technologische Lösungen wie Kryptowährungen, Blockchain und Verschlüsselung werden als Mittel gesehen, um staatliche Kontrolle und Überwachung zu umgehen.
* Glauben an den Markt: Es herrscht die Ansicht vor, dass freie Märkte und private Unternehmen (statt Bürokraten) die rechtmäßigen Erben und Treiber des technologischen Fortschritts sind.
* Individuelle Souveränität: Technologie soll dem Einzelnen helfen, sich von traditionellen gesellschaftlichen oder staatlichen Zwängen zu befreien (z. B. durch Projekte wie Seasteading – autonome Städte auf dem Meer). 

Ursprung und Vertreter:
Die Bewegung hat ihre Wurzeln in der Hacker- und Cypherpunk-Kultur des Silicon Valley der frühen 1990er Jahre. 

* Bekannte Vertreter: Zu den prominenten Figuren und Vordenkern zählen Peter Thiel (Mitbegründer von PayPal), Julian Assange (WikiLeaks) und teils auch Einflüsse von Elon Musk.
* Begriffsgeschichte: Der Begriff wurde im Jahr 2000 durch das Buch „Cyberselfish“ von Paulina Borsook in der kritischen Debatte populär gemacht. 

Aktuelle Debatten (2025/2026):
In der aktuellen Diskussion wird der Technolibertarismus zunehmend kritisch hinterfragt. Beobachter warnen vor einer Entwicklung hin zum „Technofaschismus“ oder „Techno-Autoritarismus“. Dabei wird kritisiert, dass die Ideologie der totalen Freiheit oft dazu dient, die Macht weniger Tech-Milliardäre zu zementieren, während demokratische Prozesse durch automatisierte, algorithmische Steuerung ersetzt werden. Kritiker argumentieren, dass der „korrumpierte Libertarismus“ des Silicon Valley mittlerweile demokratische Institutionen untergrabe, anstatt sie zu befreien."

Quelle: Google KI-Suche



"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding

Timberlake
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Fr 16. Jan 2026, 23:13

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 19:32
Timberlake hat geschrieben : Dass man in den Medien, wie der Tagesschau, ZDF heute journal, Presseclub , Phönixsrunde ... darüber so ganz und gar nichts erfährt, finde ich allerdings schon sehr merkwürdig ...
Vielleicht wirst du hier bedient, allerdings habe ich mir das noch nicht angeschaut: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZ ... RiOTUwYTZm
Weil mir aus diesem Film die Sache mit der dunklen Aufklärung in Erinnerung geblieben ist, noch bevor dieser Thread unter dieser Überschrift erstellt wurde, habe ich mir diesen Film nun mehr sogar zum zweiten Mal angesehen.

Dort heißt es dazu ab 22:50 …

"Man muss sich nur ansehen, wen Thiel für brillant hält. Leute wie Curtis Yarvin. Thiel hat sich schon vor Jahren von dessen Ideen beeinflussen lassen … Wie tickt dieser Tec-Philosoph. Wir treffen ihn für ein spontanes Interview .. .Yaven gilt als Vertreter des s.g."Dark Enlightenment", der dunklen Aufklärung. Eine antidemokratische Bewegung. Er wirbt für eine Art Monarchie. Der Staat geführt wie ein Konzern."

orf.at hat geschrieben :
Thema im Fokus: Peter Thiel, JD Vance und die religiöse Rechte der USA

In den USA findet nicht erst seit der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump ein radikaler Umbau des politischen Systems und damit verbunden der gesamten westlichen Weltordnung statt. Die Vordenker und mächtigen Finanziers des politischen Systemwechsels verstehen sich als "postliberal". Eine zentrale Rolle dabei spielt der gläubige Tech-Milliardär Peter Thiel. Die USA sollen seiner Meinung nach eine zentrale Rolle im apokalyptischen Kampf um eine neue Gesellschaftsordnung spielen. Thiels politischer Ziehsohn, US-Vizepräsident JD Vance, ist ein integralistischer "Neo-Katholik", dessen Karriere Thiel mit zig Millionen Dollar gefördert hat.
Wenn man davon ausgeht, dass Trump vermutlich schon jetzt unter der Fuchtel der dunklen Aufklärung steht und dass US-Vizepräsident JD Vance irgendwann die Nachfolge von Trump antreten wird, so kommt man wohl nicht umhin, dass sich dieser radikaler Umbau des politischen Systems und damit verbunden der gesamten westlichen Weltordnung verstetigen wird.
srf.ch hat geschrieben : Trumps Wirtschaftserzählung bröckelt

Die neusten Arbeitsmarktzahlen passen nicht zur Erfolgserzählung von Präsident Trump, der von einer boomenden Wirtschaft spricht. Die US-Konjunktur kühlt spürbar ab, auch wenn der Privatsektor noch robust ist.
Die Arbeitslosenquote von 4.6 Prozent wirkt auf den ersten Blick zwar nicht dramatisch, doch es gibt zwei besorgniserregende Faktoren: Erstens ist es ist die höchste Arbeitslosenquote seit über vier Jahren, seit September 2021, als die Wirtschaft noch stark unter der Corona-Pandemie litt. Zweitens ist die Tendenz steigend. Im Januar 2025 lag die Arbeitslosenquote noch bei 4 Prozent. Seither ist sie bis auf aktuell 4.6 Prozent gestiegen.

Deutlich angestiegen ist zudem die Jugendarbeitslosigkeit, die nun bei 16.3 Prozent liegt. Die US-Notenbank ringt mit dem Dilemma weiterer Zinssenkungen gegen steigende Arbeitslosigkeit, ohne die Inflation anzufachen.
Donald Trump ist nun bald ein Jahr im Amt und kann auch nicht mehr ewig seinen Vorgänger Joe Biden für alles verantwortlich machen, was nicht nach seinem Gusto läuft.

Nervosität vor den Zwischenwahlen
Die demokratischen Wahlsiege der letzten Wochen haben ihre Spuren
Es sei denn, dass Trumps zerbröckelnde Wirtschaftserzählung, JD Vance und der dunklen Aufklärung bei den nächsten Wahlen zum US Präsidenten den Garaus machen wird.
Zuletzt geändert von Timberlake am Fr 16. Jan 2026, 23:52, insgesamt 6-mal geändert.




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Consul
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Fr 16. Jan 2026, 23:18

Eine ideologisch einflussreiche Person, die in diesem Zusammenhang erwähnt werden sollte, ist der rechtslibertäre deutsche Theoretiker Hans-Hermann Hoppe (*1949). Habt ihr schon von ihm gehört?
Er ist seit vielen Jahren ein eifriger Brückenbauer zwischen den libertären Kreisen und den reaktionären Kreisen (insbesondere der sogenannten Alt-Right). Aufsehen erregte er vor allem mit seinem Buch Democracy: The God That Failed (2001) [Demokratie: Der Gott, der keiner ist (2003)].

Hoppe promovierte 1974 in Frankfurt bei Jürgen Habermas (!), wurde danach aber kein Anhänger der linken Kritischen Theorie, sondern zu einem Schüler, Mitarbeiter und intellektuellen Erben des Anarchokapitalisten Murray Rothbard (1926–1995). Rothbard, Lew Rockwell und Hoppe sind rechtslibertäre Denker, die einen rechtsradikalen "Paläolibertarismus" begründeten. Der Paläolibertarismus ist eine Verschmelzung des (Rechts-)Libertarismus mit dem Paläokonservatismus.
"Jede realistische libertäre Strategie für Veränderungen muss eine populistische Strategie sein. Das heißt, Libertäre müssen die dominanten intellektuellen Eliten umgehen und sich direkt an die Massen wenden, um ihre Empörung und Verachtung für die herrschenden Eliten zu wecken." [Google Translate]

(Hoppe, Hans-Hermann. Getting Libertarianism Right. Auburn, AL: Mises Institute, 2018. p. 89)

"Nun folgen wir unseren Hinweisen von der Buchanan-, der Paul- und der Trump-Bewegung und kommen zu den Einzelheiten einer populistischen Strategie für libertären Wandel, in keiner bestimmten Reihenfolge außer der allerersten, die derzeit in der öffentlichen Meinung die größte Dringlichkeit angenommen hat.

Eins: Stoppen Sie die Masseneinwanderung.

Zwei: Hören Sie auf, Menschen in fremden Ländern anzugreifen, zu töten und zu bombardieren.

Drei: Entziehen Sie den herrschenden Eliten und ihren intellektuellen Leibwächtern die Mittel.

Vier: Beenden Sie die FED und alle Zentralbanken.

Fünf: Schaffen Sie alle Gesetze und Vorschriften zur „positiven Diskriminierung“ und „Nichtdiskriminierung“ ab.

Sechs: Zerschlagen Sie den „antifaschistischen“ Mob.

Sieben: Zerschlagen Sie die Straßenkriminellen und Banden.

Acht: Alle Sozialschmarotzer und Penner loswerden.

Neun: Den Staat aus dem Bildungswesen heraushalten.

Zehn: Vertraue nicht der Politik oder politischen Parteien." [Google Translate]

(Hoppe, Hans-Hermann. Getting Libertarianism Right. Auburn, AL: Mises Institute, 2018. pp. 90-7)
"Eine Gesellschaft, in der das Recht auf Exklusion für die Eigentümer von Privateigentum vollständig wiederhergestellt wird, wäre zutiefst ungleich, intolerant und diskriminierend. Es gäbe kaum oder gar keine Toleranz und Offenheit mehr, die den Linkslibertären so wichtig sind. Man wäre jedoch auf dem richtigen Weg zur Wiederherstellung der Vereinigungsfreiheit und des Ausschlussrechts, die der Institution des Privateigentum innewohnen, wenn Städte und Dörfer nur das täten, was in Europa und den Vereinigten Staaten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein selbstverständlich war. Es gäbe Schilder mit den Zutrittsbestimmungen für die Stadt und, innerhalb der Stadt, Bestimmungen für den Zutritt zu bestimmten Grundstücken (zum Beispiel keine Bettler, Landstreicher oder Obdachlose, aber auch keine Homosexuellen, Drogenkonsumenten, Juden, Muslime, Deutsche oder Zulus), und diejenigen, die diese Zutrittsbestimmungen nicht erfüllten, würden als Hausfriedensbrecher des Grundstücks verwiesen. Fast augenblicklich würde sich die kulturelle und moralische Normalität wiederherstellen." [Google Translate]

(Hoppe, Hans-Hermann. Democracy: The God That Failed. New Brunswick, NJ: Transaction Publishers, 2001. p. 211)

"Libertäre müssen in ihrem Bestreben, eine freie, natürliche Gesellschaftsordnung zu errichten, dem Staat das im Privateigentum inhärente Recht auf Exklusion entreißen. Doch noch bevor sie dies erreichen und um ein solches Ziel überhaupt erst zu ermöglichen, können Libertäre nicht früh genug damit beginnen, ihr Recht auf Exklusion im Alltag – soweit es die Situation noch zulässt – wieder geltend zu machen und auszuüben. Libertäre müssen sich von anderen abgrenzen, indem sie die extremste Form der Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Egalitären, Demokraten, Sozialisten, Kommunisten, Multikulturalisten, Umweltschützern, schlechten Manieren, Fehlverhalten, Inkompetenz, Unhöflichkeit, Vulgarität und Obszönität praktizieren (und befürworten). Wie wahre Konservative, die sich vom falschen sozialistischen Konservatismus der Buchananiten und Neokonservativen distanzieren müssen, müssen sich wahre Libertäre sichtbar und demonstrativ vom falschen multikulturellen und antiautoritären, egalitären, linkslibertären Betrügern distanzieren." [Google Translate]

(Hoppe, Hans-Hermann. Democracy: The God That Failed. New Brunswick, NJ: Transaction Publishers, 2001. p. 219)
"Der Paläolibertarismus ist eine rechtslibertäre politische Strategie und Ideologie, die darauf abzielt, libertäre Wirtschaftsansichten mit paläokonservativen kulturellen Werten zu verbinden. Er entstand in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren in den USA und wurde maßgeblich von den anarchokapitalistischen Theoretikern Murray Rothbard und Lew Rockwell entwickelt. 

Kernkonzepte:
* Strategische Allianz: Das Hauptziel war es, eine Koalition zwischen Anhängern des Libertarismus und des Paläokonservatismus zu schmieden, um eine breitere Basis für die Opposition gegen staatliche Eingriffe zu schaffen.
* Wirtschaftlicher Libertarismus: Paläolibertäre befürworten strikte freie Märkte, die Abschaffung des Wohlfahrtsstaates und lehnen Zentralbanken sowie interventionistische Außenpolitik ab.
* Kultureller Konservatismus: Im Gegensatz zum Mainstream-Libertarismus integriert der Paläolibertarismus traditionelle Werte, Moralvorstellungen und soziale Normen, die oft mit dem Konservatismus assoziiert werden, wie zum Beispiel die Betonung von Familie, Religion und kultureller Homogenität.
* Ablehnung des Staates: Der Staat wird als die größte Bedrohung für Freiheit und Eigentumsrechte angesehen, und es besteht eine starke Opposition gegen staatliche Aggression in privaten und öffentlichen Angelegenheiten.
* "Alte Rechte" (Old Right): Die Bewegung sah sich in der Tradition des amerikanischen klassischen Liberalismus und der "Alten Rechten" der Vorkriegszeit, die Isolationismus und eine Abneigung gegen den New Deal teilten. 

Wichtige Vertreter und Institutionen:
Bekannte Vertreter des Paläolibertarismus sind neben Murray Rothbard und Lew Rockwell auch Persönlichkeiten wie Ron Paul und Hans-Hermann Hoppe. Das Ludwig von Mises Institute in Alabama gilt als ein bedeutendes Zentrum dieser Ideologie. 

Der Paläolibertarismus unterscheidet sich von anderen libertären Strömungen durch seine Betonung kultureller Aspekte und seine Bereitschaft, populistische Rhetorik zu nutzen, um die Mittelschicht und Arbeiterklasse gegen den Staat zu radikalisieren. Diese Verbindung von libertären Wirtschafts- und konservativen Kulturpositionen beeinflusst auch moderne politische Strömungen, wie etwa Teile der Unterstützung für Persönlichkeiten wie Donald Trump."

Quelle: Google KI-Suche
"Der Paläokonservatismus (von griechisch palaiós, „alt“) ist eine Strömung des US-amerikanischen Konservatismus, die sich durch eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte, Isolationismus und eine starke Ablehnung des modernen Staates auszeichnet. Er versteht sich als Gegenbewegung zum Neokonservatismus und zum progressiven Liberalismus. 

Zentrale Merkmale:
* Isolationismus und Außenpolitik: Paläokonservative lehnen militärische Interventionen zur Verbreitung der Demokratie (Nation-Building) strikt ab. Sie fordern eine „America First“-Politik und eine Rückkehr zu einer pragmatischen Nichteinmischung in fremde Konflikte.
* Wirtschaftlicher Nationalismus: Im Gegensatz zum klassischen Wirtschaftsliberalismus befürworten sie oft Protektionismus, Handelszölle und Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Globalisierung, um die heimische Industrie zu schützen.
* Gesellschaftliche Tradition: Die Ideologie betont christliche Ethik, traditionelle Familienbilder und gewachsene soziale Hierarchien. Sie lehnt Multikulturalismus und progressive Identitätspolitik ab.
* Strikt begrenzte Einwanderung: Paläokonservative fordern eine massive Beschränkung der Immigration, um die nationale Identität und die kulturelle Homogenität zu bewahren.
* Dezentralisierung: Sie streben einen radikalen Rückbau der Bundesregierung und des Wohlfahrtsstaates zugunsten regionaler Autonomie und lokaler Gemeinschaften an. 

Historischer Kontext:
Der Paläokonservatismus versteht sich als Erbe der „Old Right“ (Alten Rechten) der 1930er und 40er Jahre und grenzt sich scharf vom Neokonservatismus ab, dem er Interventionismus und eine zu große Akzeptanz des Sozialstaates vorwirft. Der Begriff wurde in den 1980er Jahren geprägt, um sich von den Neokonservativen abzugrenzen, denen vorgeworfen wurde, das konservative Erbe durch eine aggressive Außenpolitik und Akzeptanz des Sozialstaates verraten zu haben. Prominente Vordenker und Vertreter sind beispielsweise Paul Gottfried oder Patrick Buchanan. In den letzten Jahren haben paläokonservative Ideen, insbesondere durch Bewegungen wie die Alt-Right und die Präsidentschaft von Donald Trump, wieder an öffentlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Viele Positionen dieser Strömung finden sich im modernen Rechtspopulismus wieder."

Quelle: Google KI-Suche



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Consul
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Fr 16. Jan 2026, 23:40

Consul hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 23:18
"Der Paläokonservatismus (von griechisch palaiós, „alt“) ist eine Strömung des US-amerikanischen Konservatismus, die sich durch eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte, Isolationismus und eine starke Ablehnung des modernen Staates auszeichnet. Er versteht sich als Gegenbewegung zum Neokonservatismus und zum progressiven Liberalismus. 

Zentrale Merkmale:
* Isolationismus und Außenpolitik: Paläokonservative lehnen militärische Interventionen zur Verbreitung der Demokratie (Nation-Building) strikt ab. Sie fordern eine „America First“-Politik und eine Rückkehr zu einer pragmatischen Nichteinmischung in fremde Konflikte. …"

Quelle: Google KI-Suche
Der russische Rechtsextremist Alexander Dugin schreibt (in seinem Buch The Trump Revolution: A New Order of Great Powers, 2025), dass sich Trumps Politik ("Trumpismus") am Paläokonservatismus orientiere. Das ist zutreffend, wobei Trumps aktuelle Außenpolitik dem obigen Punkt in Sachen militärische Nichteinmischung teilweise widerspricht.
Es ist allerdings zu unterscheiden zwischen
"Paläokonservative lehnen militärische Interventionen zur Verbreitung der Demokratie (Nation-Building) strikt ab"
und
"Paläokonservative lehnen militärische Interventionen strikt ab".
Wenn Trump & seine Trumpisten im Ausland militärisch eingreifen, dann ist ihr Hauptgrund gewiss nicht die Verbreitung und Stärkung der liberalen Demokratien in der Welt.



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Timberlake
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Fr 16. Jan 2026, 23:54

Consul hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 23:18

"Jede realistische libertäre Strategie für Veränderungen muss eine populistische Strategie sein. Das heißt, Libertäre müssen die dominanten intellektuellen Eliten umgehen und sich direkt an die Massen wenden, um ihre Empörung und Verachtung für die herrschenden Eliten zu wecken." [Google Translate]

(Hoppe, Hans-Hermann. Getting Libertarianism Right. Auburn, AL: Mises Institute, 2018. p. 89)

Falsch!

Jede realistische libertäre Strategie muss mit einer prosperierenden Wirtschaft punkten. Was ich übrigens im Hinblick dessen, wofür die dunkle Aufklärung steht, bezweifeln würde.

Dazu nur mal zur Erinnerung ..

"Man muss sich nur ansehen, wen Thiel für brillant hält. Leute wie Curtis Yarvin. Thiel hat sich schon vor Jahren von dessen Ideen beeinflussen lassen … Wie tickt dieser Tec-Philosoph. Wir treffen ihn für ein spontanes Interview .. .Yaven gilt als Vertreter des s.g."Dark Enlightenment", der dunklen Aufklärung. Eine antidemokratische Bewegung. Er wirbt für eine Art Monarchie. Der Staat geführt wie ein Konzern."

Wer für eine antidemokratische Bewegung und eine Art Monarchie wirbt, in der ein Staat wie ein Konzern geführt wird, der möge sich dazu die Zustände in der DDR vergegenwärtigen. Denn das war damals genau das.
Zuletzt geändert von Timberlake am Sa 17. Jan 2026, 00:12, insgesamt 6-mal geändert.




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Consul
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Fr 16. Jan 2026, 23:57

C3PO hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 12:49
Key Figures
Curtis Yarvin, unter dem Pseudonym Mencius Moldbug, legte ab 2007 die Grundlagen durch Blogbeiträge, die Demokratie als dysfunktional kritisieren und eine CEO-ähnliche Führung vorschlagen. Nick Land prägte den Begriff 2012 in einem Essay und erweiterte die Ideen mit akzelerationistischem, antihumanistischem Denken.…
Von Yarvin und seinem "neoreaktionären" Denken habe ich zum ersten Mal vor einigen Jahren bei der Lektüre des folgenden Buches erfahren, worin ihm (aka Moldbug) ein ganzes Kapitel gewidmet ist:

* Sedgwick, Mark, ed. Key Thinkers of the Radical Right: Behind the New Threat to Liberal Democracy. New York: Oxford University Press, 2019.



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Timberlake
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Sa 17. Jan 2026, 00:28

Weil wir uns in einem Forum für Philosophie befinden, dazu nur mal zum Vergleich, was Platon nach Ansicht von Popper unter einer Philosophenherrschaft verstand und wie er sie seiner Zeit mit seinem Freund Dionysios auf Syrakus zu installieren versuchte …

file:///C:/Users/WINDOWS/Downloads/bjverwaltung,+Thomas.pdf
"Poppers Angriff auf Platon ist in der Tat gewaltig. Die Kurzform lautet: Platon war Rassist, er habe Konzentrationslager und Rassentrennung vorgeschlagen, das Führerprinzip begründet; er habe die Lüge zum Staatsprinzip erhoben, die Liquidierung unerwünschter Elemente aus der Gesellschaft befürwortet und – mit eugenischer Akribie – die Züchtung einer neuen , Herrenrasse‘ propagiert. Platons Denken ruhe, wie für totalitäre Systeme charakteristisch, auf einer deterministischen Geschichtsphilosophie und werde von einem strikten Kollektivismus beherrscht. Zudem habe Platon Gewalt legitimiert, die gesamte abendländische Politiktheorie mit der Frage „Wer soll herrschen?“ aufs falsche Gleis gesetzt, und er habe üblen Verrat an seinem väterlichen Freund Sokrates begangen. Das alles, um letztlich ein Empfehlungsschreiben für den eigenen, ganz persönlichen Machtanspruch zu formulieren."
Thomas Schölderle .. Poppers Totalitarismusvorwurf gegenüber Platon und die (Un-)Redlichkeit wissenschaftlicher Auseinandersetzung


Also für mich klingt das in Teilen wie eine Blaupause für die Dunkle Aufklärung.

Bekanntlich hat Thiel, als Vertreter dieser Aufklärung, in Stanford Philosophie studiert. Insofern ich einmal davon ausgehe, dass ihm Platons Philosophenherrschaft zumindest ein Begriff ist. Möglicherweise war ihm sogar bekannt, was Popper daraus in wissenschaftlich (un-)redlicher weise gemacht hat.

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZ ... RiOTUwYTZm
"Sie glauben an eine Zukunft wo Mensch und KI verschmelzen eine neue Art zu leben vielleicht eine neue Evolution. Sie glauben, dass die Menschen eine niedrige Stufe darstellen. Wir sind dass Larvenstadium der Menschheit. Wir leben auf ein Stück Mist und sie sind diejenigen die Flügel bekommen und hinaus in den Himmel und den Wolken fliegen. ... 22:00"

Wie dem auch sei. So könnte meiner Meinung nach die propagierte Züchtung einer neuen , Herrenrasse‘ jedenfalls auch aussehen.




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Consul
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Sa 17. Jan 2026, 02:39

Consul hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 23:18
Eine ideologisch einflussreiche Person, die in diesem Zusammenhang erwähnt werden sollte, ist der rechtslibertäre deutsche Theoretiker Hans-Hermann Hoppe (*1949).
"Nach dem Platzen der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre erhielt [Curtis] Yarvin von seinem Arbeitgeber eine Abfindung in Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar. In San Francisco angekommen, begann er, sich autodidaktisch mit Geschichte und politischer Theorie auseinanderzusetzen. Besonders angetan war Yarvin von Hans-Hermann Hoppe, einem deutsch-amerikanischen Politiktheoretiker und Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, der sich selbst als Anarchokapitalist bezeichnete. Hoppe ist der Autor des 2001 erschienenen Buches „Demokratie: Der gescheiterte Gott“. „Hoppe öffnete mir gewissermaßen die Tür zur vorrevolutionären Welt“, sagte Yarvin 2022." [Google Translate]

Quelle: https://www.britannica.com/biography/Curtis-Yarvin
"Peter Thiel und Hans-Hermann Hoppe sind beide prominente libertäre Denker und Akteure, die sich mit radikal-libertären Ideen befassen, wobei Thiel ein erfolgreicher Tech-Unternehmer ist, der diese Ideen teilweise finanziell unterstützt, während Hoppe ein Akademiker ist, der radikale Positionen vertritt und die umstrittene Property and Freedom Society gründete, die auch von Thiel besucht wurde. Thiel, Mitbegründer von PayPal, ist bekannt für seine Unterstützung rechter libertärer Bewegungen, während Hoppe, ein Ökonom der Österreichischen Schule, als Anarchokapitalist und Kritiker der Demokratie gilt, der die Idee von privaten "covenant communities" befürwortet.

Gemeinsamkeiten und Verbindungen:
* Libertäre Philosophie: Beide sind zentrale Figuren der libertären Bewegung, die auf Privateigentum, Vertragsfreiheit und eingeschränkte staatliche Macht setzen.
* Unterstützung: Thiel hat Hoppe und seine Organisationen unterstützt, indem er als Redner bei der Property and Freedom Society auftrat, die Hoppe gründete.
* Radikale Positionen: Beide vertreten radikale libertäre Ansichten; Hoppe ist bekannt für seine Ablehnung der Demokratie und Befürwortung exklusiver Gemeinschaften, was ihn mit der extremen Rechten verbindet.

Unterschiede und Rollen:
Peter Thiel: Ein Milliardär und Investor aus dem Silicon Valley (PayPal, Palantir), der politische und libertäre Ideale fördert.
Hans-Hermann Hoppe: Ein deutscher Ökonom und Professor (ehem. UNLV), der mit der Österreichischen Schule verbunden ist und sich auf theoretische Werke zum Anarchokapitalismus und zur Kritik der Demokratie konzentriert.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
Peter Thiel und Hans-Hermann Hoppe sind ideologische Verbündete im libertären Spektrum, wobei Hoppe die radikalen theoretischen Grundlagen legt und Thiel als einflussreicher Geldgeber und Redner diese Ideen in der Praxis und Öffentlichkeit verbreitet."

Quelle: Google KI-Suche



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Sa 17. Jan 2026, 02:44

Timberlake hat geschrieben :
Sa 17. Jan 2026, 00:28
Weil wir uns in einem Forum für Philosophie befinden, dazu nur mal zum Vergleich, was Platon nach Ansicht von Popper unter einer Philosophenherrschaft verstand und wie er sie seiner Zeit mit seinem Freund Dionysios auf Syrakus zu installieren versuchte …
Apropos Platon, ein Fall von Cancel Culture vonseiten der Trump-Regierung:
"Vorreiter bei der Unterwerfung unter die neue Regierungspolitik: die Texas A & M University
Eine texanische Universität streicht Platons „Symposion“ aus dem Lehrplan wegen seiner freizügigen Geschlechterdarstellung. Die Zensur an den amerikanischen Hochschulen erreicht damit eine neue Stufe. …"

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 18357.html



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Sa 17. Jan 2026, 03:40




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Sa 17. Jan 2026, 05:04

Timberlake hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 23:13
orf.at hat geschrieben : Thema im Fokus: Peter Thiel, JD Vance und die religiöse Rechte der USA

In den USA findet nicht erst seit der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump ein radikaler Umbau des politischen Systems …
Stichwort Projekt 2025. Ich empfehle dazu dieses sehr gute Buch:

* Graham, David A. Der Masterplan der Trump-Regierung: Wie ein radikales Netzwerk in Amerika die Macht übernimmt. Frankfurt/Main: Fischer, 2025.



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Sa 17. Jan 2026, 07:12

Timberlake hat geschrieben :
Fr 16. Jan 2026, 23:54
Wer für eine antidemokratische Bewegung und eine Art Monarchie wirbt, in der ein Staat wie ein Konzern geführt wird, der möge sich dazu die Zustände in der DDR vergegenwärtigen. Denn das war damals genau das.
Die Anarchokapitalisten unter den Libertären sind nicht nur Antisozialisten, sondern auch Antietatisten, also Staatsfeinde/-verächter. Sie scheinen aber nichts dagegen zu haben, wenn umgekehrt ein Konzern oder eine Firma wie ein antidemokratischer Staat geführt wird.

Fußnote: Neben den Anarchokapitalisten, die den Staat insgesamt abschaffen wollen, gibt es "Minarchokapitalisten", die den Staat nicht vollständig eliminieren, aber minimieren und auf einen bloßen "Nachtwächterstaat" (Justiz + Polizei + Militär) reduzieren wollen.
(Es gibt außerdem noch weniger radikale Rechtslibertäre/Rechtsliberale, die nichts gegen einen minimalen Sozialstaat haben; aber auch sie wollen einen möglichst "schlanken" Staat.)
"Als Rechtslibertärer würde ich meinen Kindern und Schülern natürlich zuerst sagen: Respektiert stets die privaten Eigentumsrechte anderer und verletzt sie nicht; betrachtet den Staat als Feind und in der Tat als den absoluten Gegensatz des Privateigentums." [Google Translate]

(Hoppe, Hans-Hermann. Getting Libertarianism Right. Auburn, AL: Mises Institute, 2018. p. 55)
"Staaten sind kriminelle Organisationen. Alle Staaten, nicht nur die offensichtlich totalitären oder repressiven. Die einzigen möglichen Ausnahmen von dieser pauschalen Behauptung sind jene Kleinstaaten, die im Grunde aufgeblähte Stücke privaten Eigentums sind, wie etwa der Vatikan. Ich meine diese Aussage wörtlich und nicht als rhetorische Übertreibung." [Google Translate]

(Casey, Gerard. Libertarian Anarchy: Against the State. London: Continuum, 2012. p. 1)



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