"Seelsorge für Eliten": Mitschnitte aus Thiels geheimen Antichrist-Vorträgen geleakt
Der Milliardär sprach "off the record" von den Nöten reicher Menschen und dass es schwierig geworden sei, Geld zu verstecken
Paranoide Züge
Auch Vorschriften im Finanzsektor habe Thiel besprochen – und selbstredend kritisiert. Der laut Bloomberg rund 27 Milliarden US-Dollar schwere Investor habe gesagt, solche Regeln seien ein Anzeichen dafür, dass eine besagte Weltregierung im Entstehen sei. Diese könne von einer antichristlichen Figur übernommen werden, um die Kontrolle über die Menschheit zu übernehmen. Die Begründung: "Es ist ziemlich schwierig geworden, sein Geld zu verstecken. Es wurde eine unglaubliche Maschinerie aus Steuerabkommen, Finanzüberwachung und Sanktionsarchitektur aufgebaut." Reichtum vermittle die "Illusion von Macht und Autonomie", aber man habe das Gefühl, dass er einem jeden Moment genommen werden könnte.
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Der US-Milliardär hielt kürzlich mehrere bizarre Vorträge. Der mit Thiel bekannte Theologe Wolfgang Palaver gibt Einblick in dessen religiöse Gedankenwelt
Regulierungsangst
Hinter alledem steht eine Angst vor Regulierung. "Thiel hat Angst vor dem Antichrist und darunter versteht er eine Welt, in der alle Dinge geregelt werden, wo Vorschriften so dominierend werden, dass man keine naturwissenschaftlichen, technischen Fortschritte mehr machen kann, weil man solche Angst vor den möglichen Gefahren hat", erklärt Palaver.
Persönlich lässt ihn die Auseinandersetzung mit Thiel nicht kalt, gesteht Palaver: "Bei vielen politischen Aussagen von Thiel ärgere ich mich, oft sogar sehr. Seine kritiklose Verteidigung von JD Vance beispielsweise kann ich nicht nachvollziehen." Greta Thunberg als Legionärin des Antichrists zu bezeichnen, finde er "lächerlich", andererseits biete er damit den konservativen Klimawandelleugnern einen billigen Sündenbock.