Personale Identität nach Hübl

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Jörn Budesheim

So 25. Mai 2025, 17:15





Jörn Budesheim

So 25. Mai 2025, 17:42

In dem Vortrag gibt es ein Gedankenexperiment: Eine Person namens Jim hat einen Unfall, und philosophische Laien sollen entscheiden, ab wann sie nicht mehr sagen würden, dass es sich bei der Person nach dem Unfall um dieselbe handelt. Es werden verschiedene Szenarien durchgespielt, in denen Jim etwas verliert:

– autobiografische Erinnerungen
– motorische Fähigkeiten
– Faktenwissen
– Charaktereigenschaften (insbesondere den moralischen Charakter)

Nur beim letzten Punkt war die Mehrheit der Meinung, dass es sich dann nicht mehr um Jim handelt.

Hier ein Einwand – ebenfalls im Stil eines Gedankenexperiments: Stellen wir uns die in der Philosophie so beliebte Zwillingserde vor. Auf der Erde und auf der Zwillingserde gibt es zwei Personen, Jim 1 und Jim 2. Die beiden unterscheiden sich in mancher Hinsicht, haben aber exakt dieselben Charaktereigenschaften. Würde man deshalb glauben, dass es sich dabei um dieselbe Person handelt? Doch wohl offensichtlich nicht. Ansonsten müssten wir sagen: Zwei Personen mit identischem Charakter sind dieselbe Person.

Am Anfang des Vortrags wurde von Hübl – mit Blick auf die Geschichte der Philosophie – „vorgeschlagen“ und natürlich zurückgewiesen, dass es sich bei der personalen Identität um die Seele handeln könnte. Hätte man philosophische Laien vor ein paar Jahrhunderten gefragt, hätten sie wahrscheinlich auf die Seele gesetzt. Ist also eine solche Laienbefragung überhaupt ein probates philosophisches Mittel?




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