Von "Sabine Hossenfelder" gibt es noch andere Videos:
Das hässliche Universum. Wie schöne Theorien die Physik in die Irre führen
Was läuft falsch in der gegenwärtigen Physik?
Diese Vorträge werte ich als deutliche Kritik an der Vorgehensweise in der Physik (zumindest Kritik zu den Bereichen, in denen die Wissenschaftlerin tätig ist).
Ihre Idee, dass (Natur-)Wissenschaft Philosophie benötigen würde, erstaunt mich etwas, denn das was sie an der (theoretischen) Physik kritisiert, also die Tendenz "das Schöne in den Formeln anzustreben und sich deswegen irgendetwas auszumalen", würde ich kurzerhand als Philosophie bezeichnen.
Da scheint sich eine Angewohnheit eingeschlichen zu haben, die nicht begründet ist, aber dennoch allgemein akzeptiert wird.
Es scheint sich eine Philosophie ausgebreitet zu haben.
Das Erkennen, das Bekanntmachen und die Korrektur dieser problematischen Philosophie ist dann die eigentliche Schwierigkeit.
Hierzu kann man sich die Frage stellen, weshalb es besser sein soll, dass sich Philosophen (bestimmt mit einer Flutwelle aus Ontologien) darum kümmern, als dass es zu einer Gegenbewegung innerhalb der (Natur-)Wissenschaft kommt.
Zu einer Wissenschaft gehört es, dass sich das Korrekte durchsetzen muss.
Es bildet sich dann natürlich auch Wissen über das heraus, was nicht korrekt ist.
Ich sehe die in den Videos beschriebene Widerlegung der Überlegungen aus der theoretischen Physik (Erwartung von "neuen Teilchen") nicht als Scheitern an, sondern als Erkenntnis.
Eine forschende Wissenschaft hat dann die Aufgabe einen Schritt zurückzumachen, die Probleme zu identifizieren und Konsequenzen zu ziehen.
Es ist eigentlich optimal, dass die Wissenschaftlerin innerhalb der Physik ihre Problementdeckungen bekannt macht und das Problem eines "enormen Philosophieanteils" identifiziert.
Für mich ist jetzt die Physik als Ganzes, also die Forscher, die Universitäten, die Institute usw. gefordert, vernünftig damit umzugehen.
Gelingt dies nicht, dann hat man halt noch ein Problem entdeckt und dann muss zuerst dieses Problem gelöst werden.
Es kann sich hier dann durchaus um einen gewissen Grad an Ignoranz, Arroganz, "Selbstverliebtheit" usw. handeln.
Von einer Wissenschaft darf man verlangen, dass solche Philosophie-Hindernisse zum Aufstellen von Wissen überwunden werden, ansonsten ist es Geld- und Zeitverschwendung.