Künstliche Intelligenz

Es gibt heute kaum Bereiche des alltäglichen Lebens, die nicht in irgendeiner Weise mit dem World-Wide-Web zusammenhängen. Das Gleiche gilt für "künstliche Intelligenz". Was hat die Philosophie dazu zu sagen?
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Jörn P Budesheim
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Sa 3. Jan 2026, 15:24

Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 10:56
Die Frage bei KI oder allgemeiner Intelligenz ist: Worum geht es uns? Um Existenz oder ihren Urspung? Consul und ich schauen bei dem Begriff eher auf die Existenz, das System, du auf den Ursprung, den wir natürlich auch nicht vernachlässigen.
Meine Position ist damit nicht richtig wiedergegeben. Die Alternative von „Existenz oder Ursprung“ ist meines Erachtens ohnehin irreführend. Ähnliches gilt für den Ausdruck „allgemeine Intelligenz“. Auch er ist problematisch: Der Zusatz „allgemein“ scheint vor allem den Zweck zu haben, eine Erweiterung des Begriffs unter der Hand vorzubereiten.

Wenn ich mich frage, ob etwas intelligent ist – sei es ein Stein, eine Armbanduhr, ein Taschenrechner, eine Ameise, eine KI oder eine Krähe –, interessiert mich nur eines: Ist es tatsächlich intelligent oder nicht? Das ist, worum es mir geht.

In einem weit verbreiteten Begriffsverständnis gilt etwas dann als intelligent, wenn es die Probleme lösen kann, die sich ihm selbst stellen. Das ist eine notwendige Bedingung; ob sie bereits hinreichend ist, können wir an dieser Stelle offenlassen. Damit scheiden alle Entitäten aus, denen sich überhaupt keine eigenen Probleme stellen, weil sie keine intrinsischen Ziele haben und folglich auch keine Hürden überwinden müssen, um solche Ziele zu erreichen. Stein, Armbanduhr, Taschenrechner und KI sind damit aus dem Rennen. Ob Ameisen über hinreichende Handlungsspielräume verfügen, um als intelligent zu gelten, müssen wir hier nicht entscheiden. Bei Krähen hingegen dürfte es keine Frage sein: Sie sind intelligent.

Werkzeuge wie Armbanduhr, Taschenrechner und KI haben keine eigenen Ziele. Es sind wir, die mit ihnen unsere Ziele zu erreichen versuchen. Wie raffiniert diese Werkzeuge auch gebaut sein mögen, daran ändert sich letztlich nichts.



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Burkart
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Sa 3. Jan 2026, 15:38

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 12:53
Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 11:29
Da steht auch "oder Sachen"
Da steht auch, dass diese erste Definition noch unspezifisch ist und erst konkretisiert werden muss. Es handelt sich also nicht um eine abschließende Begriffsbestimmung, wie du suggerierst, sondern um einen bewusst offenen Einstieg. Das geht aus deinem Text allerdings nicht hervor.
Na und? Das ist doch bei vielen Begriffen so, dass ein Einstieg erst noch konkretisiert wird. "Oder Sachen" ist damit aber nicht aufgehoben.
Im weiteren Verlauf werden verschiedene Spezifikationen vorgeschlagen und schließlich auch unterschiedliche philosophische Versuche skizziert, den Begriff der Fähigkeit präziser zu fassen. Unter anderem heißt es: „Der Begriff der Fähigkeit wird meist darauf bezogen, was Handelnde grundsätzlich tun können, d. h. unabhängig von einer bestimmten Situation.“ Auch hier wird also der Begriff der Handlung herangezogen – nicht bloß der eines beliebigen Vorgangs.

Der Handlungsbegriff ist jedoch alles andere als trivial. Eine Handlung ist etwas, das jemand absichtlich tut und für das er daher auch verantwortlich ist. Damit ist eine normative Dimension im Spiel: Handelnde können für ihr Tun gelobt oder getadelt und gegebenenfalls zur Rechenschaft gezogen werden. Genau das tun wir in der Regel bei Menschen – aber nicht bei Taschenrechnern, Schachcomputern oder Robotern. Und schon gar nicht bei „Sachen“. Vor diesem Hintergrund geht dein wiederholter Hinweis auf „Sachen“ am philosophischen Kern der Debatte vorbei.

Dass wir im Alltag metaphorisch von „Fähigkeiten“ von Artefakten sprechen („Die alte Karre hat’s nicht mehr drauf“), ist unstrittig. Im philosophischen Kontext geht es jedoch darum, ob diese Redeweise auch der Sache nach rechtfertigt ist. Wenn ich davon spreche, dass X handelt oder eine Fähigkeit hat, möchte ich wissen, ob das tatsächlich zutrifft, ich möchte wissen, ob X tatsächlich gehandelt hat, also ob der Begriff korrekt verwendet wurde. Genau dazu müssen die verwendeten Begriffe philosophisch präzisiert werden. Ein kurzer, zudem noch verkürzender Textschnipsel aus Wikipedia reicht dafür keineswegs aus.

So viel zur Sache.
Ja, die Begriffe sind nicht trivial, völlig einverstanden.

Kann ein Kleinkind durch ein Herunterwerfen eines Teddys o.ä. oder auch etwas bewusst anzufassen nicht auch schon handeln? Verantwortung hat es trotzdem noch nicht.
Wenn du so etwas auch schon lobst oder tadelst, kann man das bei (z.B. guten) KI-Entscheidungen auch, damit sie daraus lernen können (der Sinn gerade für zukünftige allgemeine starke KI).
RoboCup-Fußballern würde ich ggf. auch Fähigkeiten zuordnen... und sei es nur, nach Umkippen wieder Aufstehen zu können :)

By the way, du verkürzt auch oft etwas, hallo "eigene Nase" ;)



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Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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Jörn P Budesheim
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Sa 3. Jan 2026, 22:10

Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 15:38
"Oder Sachen" ist damit aber nicht aufgehoben.
Na doch. Du hast einfach zu früh aufgehört, zu lesen.
Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 15:38
kann man das bei (z.B. guten) KI-Entscheidungen auch, damit sie daraus lernen können
Ich kann auch meine Blumenvase loben oder tadeln. Das stimmt wohl.



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Timberlake
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So 4. Jan 2026, 02:24

Consul hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 18:22
Timberlake hat geschrieben :
Do 1. Jan 2026, 20:28
"Ja, das heißt, wenn Sie sagen, die KI denkt, die KI spielt Schach, dann sprechen Sie einfach nicht ordentlich Deutsch .. 33:26 "
Markus Gabriel
Menschen und KI-Maschinen (wie der Schachcomputer Deep Blue) teilen offenkundig bestimmte Fähigkeiten.
Ich ergänze !


Menschen und KI-Maschinen (wie der Schachcomputer Deep Blue) teilen offenkundig bestimmte Fähigkeiten, wenn man nicht ordentlich Deutsch spricht. Wenn man davon das Denken und das Spielen ausnimmt, wo von ich übrigens bei dem Zitat von Markus Gabriel ausgehe, welche bestimmte Fähigkeiten sollen denn das sein .. "Deutsch gesprochen" ? Übrigens unter der Vorgabe, dass jemand "versteht" zu rechnen, was ja wohl so abwegig nicht ist, würde ich, weil KI-Maschinen (wie der Schachcomputer Deep Blue) nichts verstehen, davon auch das "Rechnen" ausnehmen.Die verstehen genauso viel bzw. wenig vom Rechnen, wie ein Abakus. Wie der Abakus , sind KI-Maschinen lediglich Rechenhilfsmittel.

"Sie spielt gar nicht Schach, sondern wie ich, als ich das selber geglaubt habe, immer gesagt habe was macht die KI? ... krrrrrrrrrr ..... Ja, das sieht für uns wie Schachspielen aus am Interface zum User, aber innerhalb der KI blitzt es einfach nur. Das sind einfach nur strukturierte Blitze. ..24:27"
Markus Gabriel


Im ordentliche deutsch müsste es demgemäß eigentlich heißen, eine KI-Maschine (wie der Schachcomputer Deep Blue) blitzt strukturiert Schach. Weil der KI-Chatbot ChatGPT, auf gut Deutsch gesprochen, gleichfalls einfach nur strukturierte Blitze sind, liegt schon allein in der Bezeichnung "Künstliche Intelligenz, nicht ordentliches Deutsch. Denn strukturierte Blitze .... krrrrrrrr .... sind nicht intelligent.




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Jörn P Budesheim
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So 4. Jan 2026, 09:26

Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 10:56
Die Frage bei KI oder allgemeiner Intelligenz ist: Worum geht es uns? Um Existenz oder ihren Urspung? Consul und ich schauen bei dem Begriff eher auf die Existenz, das System, du auf den Ursprung, den wir natürlich auch nicht vernachlässigen.
Consul hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 18:06
Ich teile Seths biozentrischen Standpunkt



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Burkart
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So 4. Jan 2026, 11:24

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 22:10
Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 15:38
kann man das bei (z.B. guten) KI-Entscheidungen auch, damit sie daraus lernen können
Ich kann auch meine Blumenvase loben oder tadeln. Das stimmt wohl.
Nur dass diese nicht daraus lernen kann, du siehst den Unterschied?



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So 4. Jan 2026, 11:33

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 09:26
Burkart hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 10:56
Die Frage bei KI oder allgemeiner Intelligenz ist: Worum geht es uns? Um Existenz oder ihren Urspung? Consul und ich schauen bei dem Begriff eher auf die Existenz, das System, du auf den Ursprung, den wir natürlich auch nicht vernachlässigen.
Consul hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 18:06
Ich teile Seths biozentrischen Standpunkt
Möchtest du uns damit irgendwas sagen? Wenn ja, bitte explizit, ohne dass man raten muss.



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So 4. Jan 2026, 21:27

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 21:29
Consul hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 21:00
Wenn du recht hast, wie konnte es dann sein, dass ein Computer, der nicht Schach spielen kann, den Schachweltmeister Garri Kasparow in einem Schachspiel besiegen konnte?
Der Computer hat Kasparow nicht geschlagen, es waren die Programmierer (oder wer auch immer), die ihn mithilfe dieses Werkzeugs besiegt haben. Der Umstand, dass diejenigen, die das Werkzeug steuern, nicht immer sichtbar sind, ändert daran nichts. Das macht die gesamte Situation mit KI oft brenzlig: „Denn die im Dunkeln sieht man nicht.“ Wenn wir stets die gesamte Infrastruktur sehen würden – die riesigen Serverlandschaften und auch diejenigen, deren Fähigkeiten sich in den Texten auf den Bildschirmen niederschlagen – dann würden wir niemals der Illusion erliegen, dass die KI irgendwie menschlich sei.
Soweit ich weiß, agiert bzw. kalkuliert Deep Blue während eines Schachspiels autonom, d.h. ohne menschliche Eingriffe. Berichtige mich, wenn ich mich irre!



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So 4. Jan 2026, 21:35

Willst du argumentieren, dass es sich bei einem Gerät nicht um ein Werkzeug handelt, wenn die menschlichen Eingriffe nicht zeitgleich mit der Aktion stattfinden?



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So 4. Jan 2026, 21:38

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 11:05
Diese Definition von Wikipedia ist ja sogar noch deutlich anspruchsvoller als das, was ich geschrieben habe. Denn sie sprechen ja auch noch von Handlungen! Eine Handlung ist etwas, was mit einer Absicht geschieht. Schachcomputer (das war das, worüber wir gesprochen haben) haben aber keine Absichten. Wir haben nicht die geringsten Indizien, das zu glauben.
Kann es denn keine unabsichtlichen Handlungen oder unbewussten Absichten geben?



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So 4. Jan 2026, 22:23

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 21:35
Willst du argumentieren, dass es sich bei einem Gerät nicht um ein Werkzeug handelt, wenn die menschlichen Eingriffe nicht zeitgleich mit der Aktion stattfinden?
Ein KI-Schachcomputer ist insofern ein Werkzeug, als er dazu benutzt wird, Schachspiele gegen Menschen auszutragen; aber während eines Schachspiels ist er nicht bloß ein Instrument von Menschen, sondern ein relativ autonomer "Agent".



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Timberlake
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So 4. Jan 2026, 22:37

Consul hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 22:23


Ein KI-Schachcomputer ist insofern ein Werkzeug, als er dazu benutzt wird, Schachspiele gegen Menschen auszutragen; aber während eines Schachspiels ist er nicht bloß ein Instrument von Menschen, sondern ein relativ autonomer "Agent".
"Agent".

Beispiele:
"Amerikanische Informatiker erproben inzwischen sogar schon weiterentwickelte Agenten, die sich selbsttätig ins Datennetz Internet einklinken und dort unter den zahlreichen elektronischen Nachrichten automatisch nach Mitteilungen und Artikeln suchen, die ihren – menschlichen – Chef besonders interessieren dürften; also beispielsweise nach Beiträgen über Software‑Agenten[…]. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.1994]"


Wo hier schon mal davon die Rede war, und zwar was den Chef besonders "interessiert". Würdest du denn meinen, dass wenn sich ein KI-Agent selbsttätig ins Datennetz des Internets einklinkt, es ihm auch besonders "interessieren" könnte? Oder spreche ich da nur nicht ordentlich Deutsch!




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Jörn P Budesheim
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Mo 5. Jan 2026, 08:08

Consul hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 18:06
Ich teile Seths biozentrischen Standpunkt
Kannst du das bitte noch erläutern - auch im Hinblick auf Burkarts Unterscheidung von Ursprung und Existenz?



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Mo 5. Jan 2026, 11:41

Anil Seth hat geschrieben : Falls das [KI-]System tatsächlich bewusst ist [...] hätte es Bedeutsamkeit im moralischen Sinne. Es hätte eigene Interessen. Falls es potenziell leiden könnte, dann hätten wir ein riesiges ethisches Dilemma geschaffen – das wäre eine Katastrophe.
Deswegen ist es wichtig, dass hier in diesem Faden auch Bewusstsein meinen, wenn wir Bewusstsein sagen!
Anil Seth hat geschrieben : Das höchste Ziel in der KI-Forschung besteht derzeit darin, so menschenähnliche Systeme wie möglich zu erschaffen. Ich denke, das ist nicht die Art von KI, die wir anstreben sollten. Wir sollten KI-Systeme entwickeln, die unsere kognitiven Fähigkeiten ergänzen, anstatt sie nachzuahmen.



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Mo 5. Jan 2026, 21:36

Consul hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 21:38
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 11:05
Diese Definition von Wikipedia ist ja sogar noch deutlich anspruchsvoller als das, was ich geschrieben habe. Denn sie sprechen ja auch noch von Handlungen! Eine Handlung ist etwas, was mit einer Absicht geschieht. Schachcomputer (das war das, worüber wir gesprochen haben) haben aber keine Absichten. Wir haben nicht die geringsten Indizien, das zu glauben.
Kann es denn keine unabsichtlichen Handlungen oder unbewussten Absichten geben?
Ich habe dazu einen alten Faden zum Thema Handlungstheorie reanimiert > viewtopic.php?t=132&start=140#p97690



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Burkart
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Di 6. Jan 2026, 22:35

Tja, vielleicht sind unsere eher vorsichtigen KI-Dikussionen bald überholt, wenn man z.B. Videos wie dies sieht, das schon u.U. in wenigen Jahren eine übermächtige KI prognostiziert.



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Di 6. Jan 2026, 22:59

Burkart hat geschrieben :
Di 6. Jan 2026, 22:35
Tja, vielleicht sind unsere eher vorsichtigen KI-Dikussionen bald überholt, wenn man z.B. Videos wie dies sieht, das schon u.U. in wenigen Jahren eine übermächtige KI prognostiziert.

"... und drittens, eine Superintelligenz , die definitiv ein für die Menschen zerstörerisches Ziel verfolgen wird. ... 1:55 "
Burkart hat geschrieben :
Mi 31. Dez 2025, 17:50
Ich bin der Ansicht, dass KI auch als Roboter etwas erleben kann. Wenn sie (er) z.B. durch ein Labyrinth geht, kann sie erleben ein Ziel zu erreichen (oder ggf. auch nicht). Sie kann auch erleben zu lernen, wie man gut durch Labyrinthe geht. Der Wert ist das Vermögen des (Können des) erfolgreichen Durchquerens des Labyrinths.
Das, was bei Menschen seine Gefühle sind, kann bei KI quasi das erfolgreiche Erreichen von Zielen sein (gut/schön/angenehm entspricht "erreicht").
Darauf kann die KI seine "KI-Werte" beruhen.
Was ja dann wohl im Widerspruch zu dem steht, was uns hier Burkart zu den Zielen einer KI weismachen wollte.

Wo wir schon mal dabei sind ..
deutschlandfunk.de hat geschrieben :
Autonome Waffensysteme

Wenn Waffen selbst über Leben und Tod entscheiden

Der Einzug von Künstlicher Intelligenz im Militär weckt Besorgnis. Zwar sind vollautonome Kampfroboter noch Science Fiction, doch schon jetzt werden häufig teilautonome Waffensysteme eingesetzt – und bereits dies birgt Gefahren.

Drohnen und Kampfroboter werden in naher Zukunft selbstständig töten können. Ihnen fehlt nur noch die entsprechende Software. Forscher warnen jedoch, dass es keiner Software überlassen sein sollte, über Leben und Tod zu entscheiden. Doch bergen autonome Waffensysteme noch weitere Gefahren.


Die Geräte könnten Konflikte verschärfen, sagt Asaro. Zum Beispiel, wenn sie selbstständig eine Grenze bewachten.

„Wenn solche Systeme einander begegnen, könnten Sie Konflikte auslösen, ohne dass eine militärische oder politische Entscheidung dahintersteckt. Wir sehen da Parallelen zu dem Blitzcrash an der Börse, als konkurrierende Computersysteme gegeneinander gearbeitet, sich gegenseitig verstärkt haben und binnen weniger Stunden die Aktienkurse um 40 Prozent gefallen sind. Damals 2010 musste das gesamte System zurückgesetzt werden.“
Wie war das doch gleich mit den Robotergesetzten von Isaac Asimov ...
roboterwelt.de hat geschrieben :
In ihrer ursprünglichen Form lauten sie folgendermaßen:

1.Ein Roboter darf einem menschlichen Wesen keinen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
2.Ein Roboter muss den Befehlen gehorchen, die ihm von Menschen erteilt werden, es sei denn, dies würde gegen das erste Gebot verstoßen.
3.Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange solch ein Schutz nicht gegen das erste oder zweite Gebot verstößt.

Später erweiterte Asimov den Kodex in der Erzählung „Das galaktische Imperium“ um ein weiteres, das sogenannte nullte Robotergesetz: „Ein Roboter darf der Menschheit keinen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass der Menschheit Schaden zugefügt wird.“ Das nullte Gesetz stellte Asmiov als übergeordneten Grundsatz den anderen Regeln voran.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 6. Jan 2026, 23:29, insgesamt 5-mal geändert.




Burkart
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Di 6. Jan 2026, 23:23

Timberlake hat geschrieben :
Di 6. Jan 2026, 22:59
Was ja dann wohl im Widerspruch zu dem steht, was uns hier Burkart zu den Zielen einer KI weismachen wollte.
Ich wollte mit dem Video nur mal zeigen, was Andere glauben, was eintreten könnte; sie vertreten nicht meine Meinung.



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Mi 7. Jan 2026, 08:44

Für unsere Diskussion scheint mir das Video wenig Relevanz zu besitzen, da es die entscheidenden Punkte – etwa ob eine KI überhaupt Absichten hegen kann – lediglich voraussetzt, statt sie zu begründen. Warum sollten unsere bisherigen Diskussionen „vorsichtig“ sein? Wurde nicht bereits hinreichend auf mögliche Gefahren hingewiesen? (Die du dann in der Regel abwiegelst.)

Wichtig: Die Frage nach Bewusstsein oder Intentionalität ist nicht identisch mit der Frage nach Gefährlichkeit. Terminator-Szenarien sind auch mit Systemen denkbar, die völlig anonym, also ohne jede Intentionalität oder Bewusstsein, rein mechanisch „agieren“.

Worin genau besteht eigentlich die Expertise des YouTubers? Dazu konnte ich nichts finden.



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Mi 7. Jan 2026, 22:17

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mi 7. Jan 2026, 08:44
Für unsere Diskussion scheint mir das Video wenig Relevanz zu besitzen, da es die entscheidenden Punkte – etwa ob eine KI überhaupt Absichten hegen kann – lediglich voraussetzt, statt sie zu begründen. Warum sollten unsere bisherigen Diskussionen „vorsichtig“ sein? Wurde nicht bereits hinreichend auf mögliche Gefahren hingewiesen? (Die du dann in der Regel abwiegelst.)

Wichtig: Die Frage nach Bewusstsein oder Intentionalität ist nicht identisch mit der Frage nach Gefährlichkeit. Terminator-Szenarien sind auch mit Systemen denkbar, die völlig anonym, also ohne jede Intentionalität oder Bewusstsein, rein mechanisch „agieren“.

Worin genau besteht eigentlich die Expertise des YouTubers? Dazu konnte ich nichts finden.
Na ja, für KI (als Wissenschaft, Technik u.ä.) ist es schon wichtig, wie sie gesehen wird und was aus ihr potentiell wird oder werden kann.
Im Video wird, wie auch in ähnlichen Videos, Richtung einer Super-KI argumentiert, die uns alle übertreffen können soll und das auch noch mit eigenen Absichten.
Ob das überhaupt geht, wird in dem Moment belanglos, wenn sie erstmal ungefähr in der Form da ist ;)
(Immer wurden wird überrascht von LLMs wie ChatGPT, was diese auf einmal alles können, natürlich bekanntermaßend z.T. fehlerhaft.)

Ja, natürlich gibt es Gefahren durch KI, die ich aber vor allem bei Menschen (Programmierern, KI-Trainern usw.) sehe als bei der KI als Technik selbst.
Ich hoffe immer noch (vielleicht naiv, schon möglich), dass KI vor allem positiv für den (möglichst allen) Menschen erschaffen und eingesetzt wird und nicht für wenige (Trumps u.ä.).

Dass Nicht(-echte)-KI auch Gefahren bedeutet, ist sicher unbestritten.

Die Expertise des YouTubers ist mir auch nicht ganz klar; er prangert vor allem die Risiken an. Beim Video müsste man sinnvoll eher seine dort benannten Quellen verfolgen.



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