Burkart hat geschrieben : ↑ Fr 12. Dez 2025, 23:22
Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑ Fr 12. Dez 2025, 08:55
Ist es wirklich - wie Scobel sagt - problematisch,
das Wesen
des Menschen ein für alle Mal festzulegen zu wollen?
Also früher ging man mal von Mann und Frau aus... hättest du das so festlegen wollen? (Also von wegen nonbinär...)
Will man beim Menschen von rein biologischen Wesen ausgehen? Was, wenn außer mechanischen auch mal Ergänzungen zu unserem Gehirn konstruiert werden sollten?
So als zwei Beispiele...
Ich glaube nicht, dass es stimmt, dass man, "früher mal von Mann und Frau ausging". Ich habe es gerade mal getestet: selbst dein Copilot weiß das :) wie dem auch sei, du dürftest damit im Prinzip Scobels Intention dennoch gut treffen, die (nicht nur, aber auch) gegen jede Form der Ausgrenzung (z.b von Non-Binären) argumentiert.
Scobel wendet sich – nach meinem Verständnis – gegen jede Form von Essentialismus bei der Frage was der Mensch ist. Dass es ihm dabei nicht um biologische Bestimmungen geht, macht er ja sogar explizit: der Mensch ist nicht die Summe seiner Gene.
Aber genau das, diesen Anti-Essentialismus, könnte man – auch wenn es paradox klingt – als die Essenz des Menschen betrachten! Mit Nietzsche gedacht: "der Mensch ist das nicht festgestellt Tier". Und das trifft sich ganz gut mit gewissen Vorstellungen des (Neo-)Existenzialismus. Vereinfacht gesagt: es gibt keine Essenz des Menschen und deswegen ist jeder Mensch seine eigene "Aufgabe" und das ist die Essenz.
Damit wäre die Essenz nicht "material" bestimmt, sondern "formal", wenn man das so ausdrücken kann. Es ist ein Unterschied, ob man sagt "der Mensch IST x, y, z" (materiale Essenz) oder "der Mensch ist das Wesen, das sich im Prinzip selbst bestimmen kann und muss" ("formale" Struktur der Offenheit). Mit anderen Worten: der Mensch ist/hat ein freies, geistiges Wesen.
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