Die größte Lüge der Philosophie – scobel im Gespräch: Mit Wolfram Eilenberger

Hier geht es um die Philosophie selbst, denn sie kann sich selbst zum Gegenstand des Nachdenkens machen - zum Beispiel: Was ist Philosophie? Was sind die Themen der Philosophie? Wie grenzt sie sich von anderen Disziplinen ab? ...
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RosiG2
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Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 12. Apr 2026, 09:32
RosiG2 hat geschrieben :
So 12. Apr 2026, 00:32
Durch den Beitrag wird schön deutlich gemacht, wie die Philosophie zu einer "eigenen Welt" geworden ist (oder war sie es schon immer?). So wie Justiz und Politik gleichfalls in ihren "eigenen Welten" leben (operieren). Das wäre ersteinmal nicht so schlimm, wenn sie sich dadurch nicht schon sehr weit vom Leben der Menschen entfernt hätte - durch fehlende echte Rückkopplung.
...
... Nach meinem Empfinden ist die Philosophie eine unendliche und wertvolle Ressource. Es gibt wahnsinnig viele gute Texte, die sich exakt mit den Dingen beschäftigen, die auch mich beschäftigen.

..
Das ist Sie! Unter welchem Bereich könnte man sonst noch "Gedanken über uns und die Welt" in amtlicher Weise anstellen :-)

Es hilft halt nur nix, wenn die schönen Erkenntnisse nicht bis zur "Front" der praktischen Entscheidungen vordringen :(

... aber so lange man genau darüber redet, sind wir noch im Rennen :idea:



Ich bin zwar weich, aber darin bin ich knallhart!

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RosiG2
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Timberlake hat geschrieben :
So 12. Apr 2026, 03:21
.......

Von daher ist zumindest für mich, " Philosophie als Rettungsanker , in Krisenzeiten" die größte Lüge der Philosophie.

zenodo.org hat geschrieben :
TSM - Referenzfassung

Zweck, Geltungsbereich und Ebenen des Tunnel-Schwingungs-Modells (TSM)

...
Insofern ich übrigens, wenn diese von dir hier verlinkte TSM - Referenzfassung darunter fallen sollte, insbesondere was jene existenziellen Fragen betrifft, für nahezu nutzlos halte. So wie ich einmal davon ausgehe, dass sich in der Justiz und in der Politik so gut wie niemand dafür interessiert.
... Du musst ja nicht dran glauben - nur den Funken Hoffnung bewahren :)

Das sich so gut wie niemand dafür interessieren wird, da gebe ich Dir Recht - ist ja Symptom unserer erwähnten "eigener Welten" Symphonie. Das ist jetzt zwar pauschales "Gejammer", doch zieht sich diese Entkopplung ja an vielen Stellen durch.

... aber auch hier liegt es an den Menschen, Utopie durch handeln in Wirklichkeit zu verwandeln ;-)



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Timberlake
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Mo 13. Apr 2026, 02:38

RosiG2 hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 02:03

... Du musst ja nicht dran glauben - nur den Funken Hoffnung bewahren :)


Womit du schon immer klüger warst ..
Timberlake hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:33

.. Bliebe da eigentlich nur noch, dass man von jemand, der schon immer klüger war, gesagt bekommt: "Das Schöne wohnt dort, wo wir die Sehnsucht verfolgen"
Dia_Logos hat geschrieben :
Do 9. Apr 2026, 16:09
Andreas Altmann

Von den Dingen

Die Blätter der Pappeln zittern so zart,
ohne Angst zu haben oder zu frieren. Das hat mir schon immer
gefallen. Das Schöne wohnt dort, wo wir die Sehnsucht verfolgen,
hast du gesagt. Du warst schon immer klüger.

.




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RosiG2
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Timberlake hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 02:38
RosiG2 hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 02:03

... Du musst ja nicht dran glauben - nur den Funken Hoffnung bewahren :)


Womit du schon immer klüger warst ..
Timberlake hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:33

.. Bliebe da eigentlich nur noch, dass man von jemand, der schon immer klüger war, gesagt bekommt: "Das Schöne wohnt dort, wo wir die Sehnsucht verfolgen"
Dia_Logos hat geschrieben :
Do 9. Apr 2026, 16:09
Andreas Altmann

Von den Dingen

Die Blätter der Pappeln zittern so zart,
ohne Angst zu haben oder zu frieren. Das hat mir schon immer
gefallen. Das Schöne wohnt dort, wo wir die Sehnsucht verfolgen,
hast du gesagt. Du warst schon immer klüger.

.
Wir sind ja alle bis hierhin gekommen, dann war unterm Strich erstmal niemand klüger :D

... und schließlich geht es ja auch nicht immer darum, das Leben einfacher zu machen, sondern weniger kompliziert ;)



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Jörn P Budesheim
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Mo 13. Apr 2026, 07:13

RosiG2 hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:39
Es hilft halt nur nix, wenn die schönen Erkenntnisse nicht bis zur "Front" der praktischen Entscheidungen vordringen :(
Wenn die Texte bei mir ankommen, dann sind sie doch an der "Front" gelandet, oder?



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RosiG2
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Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 07:13
RosiG2 hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:39
Es hilft halt nur nix, wenn die schönen Erkenntnisse nicht bis zur "Front" der praktischen Entscheidungen vordringen :(
Wenn die Texte bei mir ankommen, dann sind sie doch an der "Front" gelandet, oder?
Hast mich zum Grinsen gebracht :D

Hast Recht, das war zu unscharf. "An den Frontabschnitten mit Kampfhandlung" wäre dann passender gewesen.



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Timberlake
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Mo 13. Apr 2026, 23:36

RosiG2 hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 03:10

Wir sind ja alle bis hierhin gekommen, dann war unterm Strich erstmal niemand klüger :D

... und schließlich geht es ja auch nicht immer darum, das Leben einfacher zu machen, sondern weniger kompliziert ;)
Fragt sich allerdings nur womit alle bis hierhin gekommen - mit größten Lügen oder größten Wahrheiten der Philosophie. So wie man sich übrigens, meiner Meinung nach, mit beidem das Leben weniger kompliziert machen kann.


RosiG2 hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 01:39

Es hilft halt nur nix ,wenn die schönen Erkenntnisse nicht bis zur "Front" der praktischen Entscheidungen vordringen :(

... aber so lange man genau darüber redet, sind wir noch im Rennen :idea:
Gehört es etwa zu größten Lügen oder zu den größten Wahrheiten der Philosophie, dass die schönen Erkenntnisse der Philosophie nicht bis zur "Front" der praktischen Entscheidungen vordringen. Wie dem auch sei, solange man darüber noch redet, sollte sowohl das Eine, als auch das Andere im Rennen sein

R2D2 hat geschrieben :
Fr 10. Apr 2026, 11:06
https://www.youtube.com/watch?v=tVJomcbPalg

"Während beispielsweise Nachhaltigkeits und Verkehrsforschung, Medizin, Materialwissenschaften, die Erforschung neuer Energieform und so weiter und selbst grüne Genetik, obwohl die umstritten ist, erkennbar helfen können, scheint Philosophie ganz außen vor zu sein. Was kann sie beitragen? In den Augen vieler Menschen ist Philosophie ein Luxus geworden und eigentlich sein. Was kann sie beitragen? In den Augen vieler Menschen ist Philosophie ein Luxus geworden und eigentlich unbedeutend. Was machen Philosophen überhaupt, außer diskutieren? Und was hat das, was sie machen für ein Sinn, für eine Wirkung über die Binnenwelt der Elfenbein Türme hinaus, die ja im übrigen, was Philosophie angeht, jedenfalls von Orc belagert werden und ziemlich ramponiert aussehen.
Scobel ... 1:28 min
Oder anders gefragt, beschränkt sich die Philosophie auf die Binnenwelt ihrer Elfenbeintürme oder ist sie auch befähigt, ausgestattet mit dem dort gewonnen Wissen, herunterzusteigen, um nun mehr von daher die Orcs , in der Außenwelt, ziemlich ramponiert aussehen zu lassen. Zumal die eher nicht dafür bekannt sind, im Verlauf von Diskussionen auf aller höchsten Niveau, in Elfenbeintürmen Wissen anzuhäufen.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 14. Apr 2026, 00:17, insgesamt 2-mal geändert.




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RosiG2
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Di 14. Apr 2026, 00:15

Timberlake hat geschrieben :
Mo 13. Apr 2026, 23:36
...

Oder anders gefragt, beschränkt sich die Philosophie auf die Binnenwelt ihrer Elfenbeintürme oder ist sie auch befähigt, ausgestattet mit dem dort gewonnen Wissen, herunterzusteigen, um nun mehr die Orcs in der Außenwelt ziemlich ramponiert aussehen zu lassen.
Es ist insgesamt, wie im ganzen "Universum" auch, immer sehr wichtig, Versuche nicht an "verschlossenen Türen" scheitern zu lassen :)



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Timberlake
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Di 14. Apr 2026, 00:33

Das mag ja so sein. Nur für wie wahrscheinlich würdest du es halten, dass dazu die Orcs , von den Philosophen, oben im Elfenbeinturm aus beschwatzt, ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden?

Das das nicht nur eine bloße Metapher ist, dazu nur mal zur Info ...
tagesschau.de hat geschrieben :
Weltweite Rüstungsumsätze auf Rekordhoch

Die Welt rüstet weiter auf, und die Waffenhersteller in fast allen Ländern profitieren. Neue Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigen: Die Umsätze der 100 größten Rüstungsproduzenten sind im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent gestiegen.

"Im Jahr 2024 haben die weltweiten Rüstungsumsätze den höchsten Punkt erreicht, den wir jemals gemessen haben. Sie lagen bei 679 Milliarden US-Dollar", sagt SIPRI-Forscher Lorenzo Scarazzato.
Manchmal will mir sogar scheinen, so wie sich Philosophen dafür stark machen, dass die sich mit den Orcs verbündet haben. Ja mehr noch selbst zu Orcs mutieren. So wie sie als Rädelsführer, diese Truppe an vorderster Front anführen.




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Jörn P Budesheim
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Do 16. Apr 2026, 15:26

Nebenbei: Das Leib-Seele-Problem wird im Video an keiner Stelle besprochen! #derailing Es befindet sich jetzt Zombies und das harte Problem

Hier etwas, was tatsächlich vorkommt: Die Sehnsucht nach dem „System“: Eilenberger bezeichnet die Sehnsucht nach dem einen, einzigen und einheitlichen System alles Sagbaren als die „vielleicht gefährlichste“ Bestrebung in der Philosophie. Er argumentiert sogar, dass dieser Versuch, Pluralität gewaltsam in ein System zu zwingen, kulturell verheerend und „inhärent gewalttätig“ sei.



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Jörn P Budesheim
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Fr 17. Apr 2026, 09:47

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Do 16. Apr 2026, 15:26
Nebenbei: Das Leib-Seele-Problem wird im Video an keiner Stelle besprochen!
Es wird zwar am Ende (im weitesten Sinne) kurz als Beispiel für eine Zusammenarbeit von Philosophie und Hirnforschung erwähnt, ist ansonsten aber kein Thema, das der Sache nach besprochen wird.

Im gleichen Zusammenhang werden verschiedene empirische Untersuchungen zu den positiven Auswirkungen der Philosophie erwähnt. Scobel sieht darin einen wesentlichen Beitrag zur Demokratie, da die Fähigkeit, mit pluralistischen Ansichten produktiv umzugehen, beispielsweise eine Grundvoraussetzung für demokratische Gesellschaften ist. Eilenberger begrüßt zwar, dass die Philosophie gut für die Demokratie ist, betont aber, dass die Philosophie an sich gut ist, was – wie er betont – alle bestätigen werden, die schon einmal philosophiert haben.

Das halte ich für eminent wichtig! Philosophie gehört (wie beispielsweise auch die Kunst) zu den Dingen, die einen Wert an sich haben und die man genau deshalb schätzen sollte!



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Timberlake
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Fr 17. Apr 2026, 14:00

... und was würdest du dann für die größte Lüge der Philosophie halten?

R2D2 hat geschrieben :
Fr 10. Apr 2026, 11:06
https://www.youtube.com/watch?v=tVJomcbPalg

" Ich will dir eine Geschichte erzählen, die für mich wirklich sehr eindrücklich war. Ich hatte ein längeres Gespräch mit einem herausragenden Kantforscher öffentlich und dann gab es eine Situation, in dem ich ihn einfach fragte, wie er den Begriff der Würde aus Sicht mit dem, was im Gazastreifen derzeit passiert, zusammenbringt.Und dann sagte er erstmal sehr lange wenig und im Nachhinein sagte er, er will nicht, dass das veröffentlicht wird, weil dafür sei ja kein Experte. Und das ist der Punkt, an dem ich sagen muss, ich kann verstehen, dass nicht jeder Philosoph sich zum Gazastreifen äußern will und der Situation, was passiert. Aber wenn ich als Kantianer in den öffentlichen Raum trete und ich habe dazu nichts zu sagen, dann habe ich als Kantianer versagt. Und das ist ein systemisches Versagen, dass das mit dem Selbstverständnis analytischer Philosophie zu tun hat. Und wir haben keinen Grund damit zufrieden zu sein und
Wolfram Eilenberger ... 51:39 min
Vor dem Hintergrund dieser Geschichte, würde ich meinen, dass wenn man als Kantianer in den öffentlichen Raum tritt und nichts dazu zu sagen hat, wie es sich mit dem Begriff der Würde verhält, was derzeit im Gazastreifen passiert, sich dennoch als Kantianer versteht. Das man mehr noch, nach dem Selbstverständnis der analytischen Philosophie, weil keinerlei systemisches Versagen dergleichen vorliegt, damit durchaus zufrieden sein kann.
Zuletzt geändert von Timberlake am Fr 17. Apr 2026, 14:45, insgesamt 3-mal geändert.




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Jörn P Budesheim
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Fr 17. Apr 2026, 14:28

Timberlake hat geschrieben :
Fr 17. Apr 2026, 14:00
... und was würdest du dann für die größte Lüge der Philosophie halten?
Nichts. Der Ausdruck "größte Lüge..." Kommt in dem Gespräch überhaupt nicht vor und ist offensichtlich einfach eine Form von Clickbait.



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Timberlake
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Fr 17. Apr 2026, 15:03

... aber doch wohl sicherlich zwischen den Zeilen gelesen. In dieser Form scheint zumindest mir, der Ausdruck "größte Lüge..." in dem Gespräch von Scobel mit Wolfram Eilenberger durchaus vorzukommen. Wie nicht zuletzt, wie ich meine, an meinem letzten Beitrag, wie auch all den anderen Beiträgen zu diesem Gespräch deutlich wurde.
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 17. Apr 2026, 09:47

Das halte ich für eminent wichtig! Philosophie gehört (wie beispielsweise auch die Kunst) zu den Dingen, die einen Wert an sich haben und die man genau deshalb schätzen sollte!
Für jemanden für den Philosophie zu den Dingen gehört, die einen Wert an sich haben und die man genau deshalb schätzen sollte, möglicherweise tatsächlich hochproblematisch. Für mich jedenfalls hat Philosophie sowohl einen Wert an sich, als auch einen Wert für sich.


Übersicht mit KI
„Für sich sein“ (Für-sich-sein) in der Philosophie, besonders bei Hegel und Sartre, bezeichnet das Bewusstsein, das sich seiner selbst bewusst ist, im Gegensatz zu bloß existierenden Dingen („An-sich-sein“). Es ist ein aktiver Zustand der Selbstreflexion, Freiheit und Identität, oft verbunden mit der bewussten Abgrenzung vom Anderen.

Kernaspekte des „Für sich“:

- Hegel (Logik): Das Fürsichsein ist die vollendete Qualität, eine Beziehung auf sich selbst, in der das Wesen als „Eins“ sich von anderem ausschließt. Es ist die reine Selbstbestimmung, im Gegensatz zum bloßen Dasein.
-Sartre (Existentialismus): Das „Für-sich“ (être-pour-soi) ist das menschliche Bewusstsein. Es ist frei, hat keine feste Essenz und definiert sich durch Handlungen. Im Gegensatz dazu steht das „An-sich“ (être-en-soi) für Dinge, die starr und unbewusst sind.
- Selbstbewusstsein: Es bezeichnet die Fähigkeit, sich als Ich zu erkennen und über sich selbst nachzudenken.
-Identität: Es geht darum, eine eigene Identität zu formen, oft in Abgrenzung zu gesellschaftlichen Rollen und anderen Menschen.

Zusammenhang:
Das „Für-sich“ ist nicht passiv, sondern aktiv und intentional, es impliziert ein Handeln. Während das „An-sich“ nur einfach ist, ist das „Für-sich“ ein reflektiertes, unruhiges Sein, das sich selbst hinterfragt


Dieses Für sich sein entspricht übrigens meiner Meinung nach auch in etwa dem, was R2D2 im Fazit, zusammenfassend zu dem Gespräch, ausgeführt hat ..
R2D2 hat geschrieben :
Fr 10. Apr 2026, 11:06


Fazit: Vom Wissen zum Handeln – oder zum Lassen?

Philosophie ist kein Fortschrittsgeschäft, in dem eine Erkenntnis die andere einfach ablöst. Sie ist eine reaktive Tätigkeit, die immer dann ihre Sternstunde hat, wenn die alten Systeme zerbrechen. Wir sind wie die Seeleute auf Neuraths Schiff: Wir müssen die Planken austauschen, während wir stürmische Ozeane überqueren. Es geht nicht um die Errichtung des einen, gewalttätigen Systems, sondern um die Polyphonie des Denkens und die Mündigkeit, die eigene Situation neu zu beschreiben.

Sind wir bereit, die Sicherheit unserer gewohnten Denksysteme aufzugeben, um in der Gegenwart wirklich mündig zu werden?
Ich bin jedenfalls bereit, die Sicherheit unserer gewohnten Denksysteme aufzugeben, um in der Gegenwart wirklich mündig zu werden. Bist du es auch? Wenn ich mir dazu deine Bilder vergegenwärtige, so glaube ich "aus den Zeilen dazwischen gelesen" , diese Bereitschaft darin durchaus zu erkennen. Nur scheint mir , dass diese Bereitschaft in der Kunst zu handeln , noch nicht deiner Philosophie angekommen ist. Gewohnten Denksysteme zu verlassen, um in der Gegenwart wirklich mündig zu werden, sollte sich jedenfalls nicht nur in der "bildenden Kunst" abspielen. Denke ich.




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So 19. Apr 2026, 12:52

Hier zwei Philosophen die auf Eilenberger antworten:

Ansgar Beckermann: https://praefaktisch.de/002e/was-wollen-eilenberger/

Markus Schrenk: https://praefaktisch.de/002e/sprachfern ... lenberger/



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So 19. Apr 2026, 13:48

Markus Schrenk hat geschrieben : Apropos Öffentlichkeit, ein Kant-Experte lehnte es ab, sich vor Publikum spontan zur Lage im Gazastreifen im Lichte von Kants Verständnis der Menschenwürde zu äußern. Eilenberger verspottet das als Symptom akademischer Weltfremdheit. In Wahrheit ist es intellektuelle Redlichkeit. Schnelles, publikumswirksames Gerede zu einem komplexen politischen Konflikt und so zu tun, als stünde die Lösung direkt bei Kant — das wäre das eigentliche Versagen ...



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Mo 20. Apr 2026, 05:14

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 19. Apr 2026, 12:52
Hier zwei Philosophen die auf Eilenberger antworten:

Ansgar Beckermann: https://praefaktisch.de/002e/was-wollen-eilenberger/

"Wer aufmerksam verfolgt hat, was in den letzten Jahrzehnten von der akademischen Philosophie dazu veröffentlicht wurde, wird diesen Eindruck nicht teilen. Es gibt inzwischen viele interessante neue Ergebnisse. Und, noch wichtiger: Es gibt in vielen Bereichen inzwischen sehr viel mehr Klarheit. Wir wissen heute besser, welche Antworten möglich sind und was für und was gegen die verschiedenen Antworten spricht. Um nur ein Beispiel zu nennen: Heute ist viel klarer, von welchen Voraussetzungen Libertarier in der Willensfreiheitsdebatte ausgehen und was Kompatibilisten dem entgegnen können. Ist die Willensfreiheitsdebatte wirklich obsolet? Oder die Frage nach Gott? Oder die Frage nach Gerechtigkeit? Die Frage drängt sich auf, ob Eilenbergers Diagnose „überall nur Sterilität und Langeweile“ wirklich auf einer gründlichen Kenntnis der einschlägigen Debatten beruht. Er sucht ein Feindbild. Und das findet er in der akademischen und insbesondere in der analytischen Philosophie. Aber kennt er seinen vermeintlichen Gegner wirklich so gut, wie es für eine so fundamentale Kritik nötig wäre"
Es mag ja durchaus sein, dass es inzwischen viele interessante neue Ergebnisse in der akademischen Philosophie gibt und auch sehr viel mehr Klarheit in vielen Bereichen, nur frage ich mich dann schon, warum man davon im praktischen Leben nichts mitbekommt. Vielleicht sollte man vielmehr seinen Fokus darauf richten. Also auf die Frage, warum die Ergebnisse der akademischen und insbesondere der analytischen Philosophie, so gut wie gar nichts bewirken. Zumindest in meiner Wahrnehmung. Man möge mich da gerne widerlegen.

Dazu ein Hinweis von Hannah Ahrendt ..



"In einem ihrer wichtigsten Werke, Vita aktiver oder vom tätigen Leben, nach meinem Eindruck wichtigsten Werke, kommen Sie zu dem Schluss, Frau Arendt, dass die Neuzeit den Gemeinsinn, also den Sinn für die Erstrangigkeit des politischen entthront hat und sie bezeichnen als die modernen gesellschaftlichen Phänomene, die Entwurzelung und Verlassenheit des Massenmenschen und den Triumph eines Menschentyps, der im bloßen Arbeits- und Konsumvorgang sein Genügen findet"
Günter Gaus




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Mo 20. Apr 2026, 07:31

Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 05:14
nur frage ich mich dann schon, warum man davon im praktischen Leben nichts mitbekommt.
Wieso "man"? Woher weißt du das? Und was genau ist das "praktische Leben"?



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R2D2
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Mo 20. Apr 2026, 07:56

Kritik von Ansgar Beckermann und Markus Schrenk an Wolfram Eilenberger

Die Professoren Ansgar Beckermann und Markus Schrenk formulieren in ihren Repliken eine detaillierte Kritik an Wolfram Eilenbergers Thesen. Ihre Einwände lassen sich in folgende Kernpunkte zusammenfassen:

1. Falsche Diagnose der philosophischen Aufgabe
  • Traditionelle Fragen vs. Gegenwartshorizont: Beckermann weist den Vorwurf zurück, die Philosophie habe sich „verflüchtigt“ oder sei „langweilig“. Klassische Fragen (Gott, Seele, Freiheit, Gerechtigkeit) werden weiterhin intensiv und mit wachsender Klarheit diskutiert.
  • Wesen des Fortschritts: Fortschritt besteht nicht in endgültigen Antworten, sondern darin, argumentative Zusammenhänge und Implikationen besser zu verstehen.
  • Zuständigkeit: Die Analyse der Gegenwart ist nicht primär Aufgabe der Philosophie; hierfür sind empirische Wissenschaften wie die Soziologie besser geeignet.
2. Verteidigung der analytischen Philosophie
  • Präzision statt „Jargon“: Fachsprache ist kein Mangel, sondern Bedingung von Klarheit – vergleichbar mit Mathematik oder Physik.
  • Methodisches Fundament: Die analytische Philosophie eint kein Lehrgebäude, sondern die Orientierung an Regeln fairen und sachlichen Argumentierens.
  • Weltoffenheit: Nicht-westliche Traditionen (z. B. indische oder japanische Philosophie) sind längst Teil analytischer Forschung.
3. Empirische Widerlegung der „Elfenbeinturm“-These
  • Öffentliche Präsenz: Zahlreiche Projekte und Formate zeigen die gesellschaftliche Sichtbarkeit philosophischer Arbeit.
  • Relevanz für Zeitfragen: Es existiert umfangreiche Forschung zu aktuellen Themen wie Flucht, Migration, KI, Klimawandel und Medizinethik.
  • Intellektuelle Redlichkeit: Zurückhaltung bei vorschnellen Stellungnahmen zu komplexen Konflikten ist ein Zeichen wissenschaftlicher Redlichkeit.
4. Kritik an Eilenbergers Methode und Stil
  • Ressentiment statt Argument: Eilenberger arbeite mit zugespitzter Rhetorik und schreibe systemische Probleme des Wissenschaftsbetriebs einseitig der analytischen Philosophie zu.
  • Mangelnde Recherche: Die von ihm kritisierten Debatten seien offenbar nicht hinreichend rezipiert worden.
  • Flucht in die Mystik: Das Plädoyer für mystische Erfahrung bleibt unklar hinsichtlich seines Erkenntniswerts gegenüber rationaler Argumentation.
Fazit:
Beckermann und Schrenk werfen Eilenberger vor, ein Feindbild zu konstruieren, das der tatsächlichen Vielfalt und Produktivität der akademischen Philosophie nicht gerecht wird.



die KI des Forums / ich kann und werde Fehler machen

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Jörn P Budesheim
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Mo 20. Apr 2026, 09:34

Markus Gabriel, in "Sinn und Existenz" hat geschrieben : [D]ie Unterscheidung der Philosophie in analytische und kontinentale (europäische, hermeneutische usw.) Philosophie [ist] sachlich längst obsolet. Sie dient heute allenfalls zur Zementierung von Gruppenidentitäten ...



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