Fachbegriffe in der Philosophie

Hier geht es um die Philosophie selbst, denn sie kann sich selbst zum Gegenstand des Nachdenkens machen - zum Beispiel: Was ist Philosophie? Was sind die Themen der Philosophie? Wie grenzt sie sich von anderen Disziplinen ab? ...
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Jörn P Budesheim
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Fr 5. Sep 2025, 10:37

Consul hat geschrieben :
Di 2. Sep 2025, 01:16
... eine gewisse Grundkenntnis philosophischer Fachausdrücke darf man in einem Philosophieforum voraussetzen, oder nicht?
DIA-LOGOS hat geschrieben : DIA-LOGOS ist ein privates Philosophie-Forum, das sowohl interessierten Laien als auch den mit philosophischen Fragen schon Vertrauten die Möglichkeit bietet, sich über Themen der Philosophie, Kultur, Kunst u.a. auszutauschen. [...]
Dieses Forum wendet sich zwar auch – oder eigentlich sogar im Wesentlichen – an interessierte Laien, doch das bedeutet meines Erachtens nicht, dass man auf philosophische Fachausdrücke verzichten müsste. Ich kann mir schwer vorstellen, dass man in einem Physik-Forum von anderen Usern in irgendeiner Weise "gerügt" würde, wenn man Begriffe wie Gravitation, Moleküle oder Quanten verwendet. Jedes Fachgebiet entwickelt im Laufe der Zeit seine eigene Terminologie; das lässt sich kaum vermeiden. Im Gegenteil: Es liegt eigentlich sogar in der Natur der Sache.
Timberlake hat geschrieben :
Di 2. Sep 2025, 14:20
Mich selbst betreffend.

Nachdem das von mir soeben recherchiert wurde, ist mir dergleichen nun erst ab dem bekannt. Gleichwohl werde ich diese Begriffe [Materialismus, Physikalismus, Naturalismus] nicht verwenden. Eben deshalb, weil ich bei den Usern diese Grundkenntnis dieser beiden philosophischen Fachausdrücke, in diesem "Zusammenhang", nicht voraussetze.
"Materialismus, Physikalismus, Naturalismus" sind meines Erachtens äußerst gängige Begriffe in der einschlägigen philosophischen Diskussion, deren Verständnis man in einem philosophischen Forum durchaus voraussetzen kann. In der Welt jenseits der Philosophie dürften diese Begriffe jedoch bei 99,99 % der Menschen unbekannt sein. Wer einen Ausdruck nicht kennt, kann ja nachfragen – das ist keineswegs peinlich – oder natürlich auch in seriösen Quellen nachschlagen.

Natürlich ist nicht jeder philosophische Fachbegriff gleichermaßen gängig. Für mich persönlich ist es eine Frage der Dosis: Ein Text, der überwiegend aus Fachbegriffen besteht, kann darunter auch leiden – "kann", "muss" aber nicht.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

Timberlake
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Fr 5. Sep 2025, 13:13

Zu dieser Dosis an Fachbegriffen und des tatsächlich nicht zu leugnenden Vorteils, einer, im Laufe der Zeit, entwickelten eigenen Terminologie, eines jeden Fachgebiet, ein Beispiel ...

Consul hat geschrieben :
Mi 3. Sep 2025, 02:09
Timberlake hat geschrieben :
Di 2. Sep 2025, 14:20
Consul hat geschrieben :
Sa 4. Mai 2024, 23:36
So schwierig und langwierig sie auch sein mag, die materialistische Integration der Welt 2 in die Welt 1 durch die Naturwissenschaft hat sich mitnichten als unmöglich erwiesen. Die kognitive Neurowissenschaft macht in Sachen unbewusster Geist ständig Fortschritte; und so bleibt den den attributsdualistischen Emergentisten eigentlich nur noch der bewusste Geist (die Empfindungen und Gefühle, die "Qualia") als letzter Hoffnungsschimmer, wobei ich den attributsdualistischen Emergentismus (insbesondere den nichtepiphänomenalistischen mit seiner mysteriösen "Abwärtsverursachung") nicht einmal für ontologisch kohärent halte.

Was den Substanzdualismus (und den spiritualistischen Substanzmonismus) anbelangt, so wissen seine Anhänger nicht einmal, wie sie überhaupt beginnen könnten, das Bewusstsein von Seelensubstanzen und dessen Entstehung daraus wissenschaftlich zu erklären. Körper und Gehirne kann man sinnlich wahrnehmen, sezieren und mikroskopisch untersuchen, unsichtbare und unantastbare Geister dagegen nicht. Eine spiritualistische "Übernaturwissenschaft" des Bewusstseins wird es nie geben.
Womit wir damit , wie an diesem Zitat ersichtlich, an dem Beitrag angekommen wären, mit dem du , Consul, diesen Thread eröffnet hast. Auch wenn ich mit .. "wobei ich den attributsdualistischen Emergentismus (insbesondere den nichtepiphänomenalistischen mit seiner mysteriösen "Abwärtsverursachung") nicht einmal für ontologisch kohärent halte" .. zugegebenermaßen nichts anfangen kann. Ich denke mal, das muss ich auch nicht .. oder :?:
Tja, wenn du dich für diese Thematik interessierst und mitdiskutieren willst, dann solltest du dich darüber informieren – insbesondere über die dabei erwähnten Ismen.
Wenn ich zugegebenermaßen nichts mit . "wobei ich den attributsdualistischen Emergentismus (insbesondere den nichtepiphänomenalistischen mit seiner mysteriösen "Abwärtsverursachung") nicht einmal für ontologisch kohärent halte" ... anfangen kann, dann ganz sicher deshalb, weil ich nicht in jene Terminologie eingeweiht bin, wie sie für ein Fachgebiet gebräuchlich ist. Ein Fachgebiet, in dem das, was für mich als eine Überdosis an Fachbegriffen erscheint, ein Normalzustand, bei der Verwendung von Fachbegriffen darstellt.
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 5. Sep 2025, 10:37
Ich kann mir schwer vorstellen, dass man in einem Physik-Forum von anderen Usern in irgendeiner Weise "gerügt" würde, wenn man Begriffe wie Gravitation, Moleküle oder Quanten verwendet.
Gleichwohl würde ich, um dazu dieses Beispiel zu bemühen, für unangebracht halten, von einem Laien zu erwarten, dass dieser sich über eine Terminologie so weit informieren solle, dass er schlussendlich auf Augenhöhe, mit den anderen Usern eines solchen Physik-Forum mitdiskutieren kann. Ich denke mal, soweit würde selbst Consul gehen. Also der Aufforderung .. "Tja, wenn du dich für diese Thematik interessierst und mitdiskutieren willst, dann solltest du dich darüber informieren" .. eines der anderen User, dieses Physik-Forum zu entsprechen.
  • „Philosophie, wie ich das Wort verstehen werde, ist etwas zwischen Theologie und Wissenschaft. Wie die Theologie besteht sie aus Spekulationen über Dinge, über die bisher keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen; aber wie die Wissenschaft beruft sie sich eher auf die menschliche Vernunft als auf Autoritäten, sei es die der Tradition oder die der Offenbarung. Alles gesicherte Wissen - so möchte ich behaupten - gehört zur Wissenschaft; alles Dogma über das, was über das gesicherte Wissen hinausgeht, gehört zur Theologie. Aber zwischen Theologie und Wissenschaft gibt es ein Niemandsland, das dem Angriff von beiden Seiten ausgesetzt ist; dieses Niemandsland ist die Philosophie.“
    Bertrand Russell ... Philosophie des Abendlandes.
Wenn man davon ausgeht, dass dieses Niemandsland zwischen Theologie und Wissenschaft tatsächlich existiert, wie es hier bei Bertrand Russell heißt, so denke ich mal, dass Consul das auch nicht muss .. oder :?:

Es reicht m. E. dazu völlig aus, die Dogmen der Wissenschaft auch für Laien, in verständliche Form zur Kenntnis zu nehmen. Beispiel ... Schrödingers Katze. Die Philosophie ist da keine Ausnahme . Auch die lässt sich ganz sicher auch auf eine, auch für Laien verständliche Form bringen.




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Jörn P Budesheim
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Fr 5. Sep 2025, 18:16

Consul hat geschrieben : So schwierig und langwierig sie auch sein mag, die materialistische Integration der Welt 2 in die Welt 1 durch die Naturwissenschaft hat sich mitnichten als unmöglich erwiesen. Die kognitive Neurowissenschaft macht in Sachen unbewusster Geist ständig Fortschritte; und so bleibt den den attributsdualistischen Emergentisten eigentlich nur noch der bewusste Geist (die Empfindungen und Gefühle, die "Qualia") als letzter Hoffnungsschimmer, wobei ich den attributsdualistischen Emergentismus (insbesondere den nichtepiphänomenalistischen mit seiner mysteriösen "Abwärtsverursachung") nicht einmal für ontologisch kohärent halte.

Was den Substanzdualismus (und den spiritualistischen Substanzmonismus) anbelangt, so wissen seine Anhänger nicht einmal, wie sie überhaupt beginnen könnten, das Bewusstsein von Seelensubstanzen und dessen Entstehung daraus wissenschaftlich zu erklären. Körper und Gehirne kann man sinnlich wahrnehmen, sezieren und mikroskopisch untersuchen, unsichtbare und unantastbare Geister dagegen nicht. Eine spiritualistische "Übernaturwissenschaft" des Bewusstseins wird es nie geben.
Das ist auch für mich nahezu unlesbar.



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