Wie philosophieren?

Hier geht es um die Philosophie selbst, denn sie kann sich selbst zum Gegenstand des Nachdenkens machen - zum Beispiel: Was ist Philosophie? Was sind die Themen der Philosophie? Wie grenzt sie sich von anderen Disziplinen ab? ...
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Forbitten
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Sa 21. Jun 2025, 14:01

Burkart hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 10:29
Meinst du die Lehrer selbst oder eher unser Schul- bzw. Lehrsystem?
Das deutsche Schulsystem ist gelinde gesagt marode. Das erstickt sicher jeden noch vorhanden Geist. Ich entschuldige mich für dieses direkte Urteil.
Das Schulsystem an sich ist wohl in der Zeit um Hegel entstanden und das Gelächter, welches manchmal in den Klassen passiert, ist schon seit 200 Jahren das selbe.

:)



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Pragmatix
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Sa 21. Jun 2025, 14:56

Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 14:01
Burkart hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 10:29
Meinst du die Lehrer selbst oder eher unser Schul- bzw. Lehrsystem?
Das deutsche Schulsystem ist gelinde gesagt marode. Das erstickt sicher jeden noch vorhanden Geist.

:)
Aber erfahrungsgemäß immer den der anderen, nie den eigenen.




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Forbitten
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Sa 21. Jun 2025, 17:04

Timberlake hat geschrieben :
Fr 20. Jun 2025, 23:14
So wie Hegel, Schopenhauer, Nietzsche und schlussendlich wie Sloterdijk zu philosophieren, wäre meiner Meinung nach sicherlich nicht die schlechteste Idee, mit dieser Dekadenz an den Universitäten aufzuräumen. Wenngleich sich Schopenhauer möglicherweise auch wegen Hegel in sein Schreibzimmer zurückzog. Hegel, dessen Vorlesungen bei den Studenten bekanntermaßen sehr beliebt waren. Während dessen bei Schopenhauer zur gleichen Zeit, an der gleichen Universität, die Studenten mit Abwesenheit glänzten. Mit der Folge ..

"Die Deutschen sind gewohnt, Worte statt der Begriffe hinzunehmen: dazu werden sie, von Jugend auf, durch uns dressirt, – sieh nur die Hegelei, was ist sie Anderes, als leerer, hohler, dazu ekelhafter Wortkram? Und doch, wie glänzend war die Carriere dieser philosophischen Ministerkreatur! Dazu bedurfte es nichts weiter, als einiger feilen Gesellen, den Ruhm des Schlechten zu intoniren, und ihre Stimme fand an der leeren Höhlung von tausend Dummköpfen ein noch jetzt nachhallendes und sich fortpflanzendes Echo: sieh, so war bald aus einem gemeinen Kopf, ja einem gemeinen Scharlatan, ein großer Philosoph gemacht."
Arthur Schopenhauer ... Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde
Was bedeutet schon "sehr beliebt waren", wo Schopenhauer schon immer darauf verwies "wo viele Leute sind, da ist viel 'Pack'".

Wenn man in guter Stimmung ist, und gerade ein wenig schlau,
und dann die Phänomenologie des Geistes liest
könnte man sich vor lachen kaum halten
wenn man sich dazu einen "wahnsinnigen Schwaben" vorstellt
der tatsächlich nicht weiß, wovon er gerade spricht.

Hegel war wohl wirklich mehr politisches Ereignis, als klarer Denker.
Möglich, dass alles gute in seinen Werken von seinen guten Lesern stammte.

Ich habe aber wirklich noch keinen Rorty usw. gelesen. Ich habe ein paar Masterarbeiten von Leuten mit Master gelesen und mich darauf bezogen.



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Pragmatix
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Sa 21. Jun 2025, 19:14

Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 17:04


Ich habe aber wirklich noch keinen Rorty usw. gelesen. Ich habe ein paar Masterarbeiten von Leuten mit Master gelesen und mich darauf bezogen.
Dann solltest du dir selbst Bild machen. Rorty ist sehr zugänglich, sofern man auf die späteren Schriften zurückgreift. Das gilt auch für John Searle oder für Galen Strawson. Besser, man macht sich selbst ein Bild, denn Sloterdijk, den du oben nanntest, ist vielleicht eher das Problem, das er beschrieben hat.




Jörn Budesheim

Sa 21. Jun 2025, 19:19

Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 17:04
Hegel war wohl wirklich mehr politisches Ereignis, als klarer Denker.
Ich weiß nicht viel von Hegel, sicher ist aber, dass sein Einfluss bis heute reicht. Viele äußerst renommierte Philosophen beschäftigen sich noch heute mit seinen Schriften.




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Forbitten
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Sa 21. Jun 2025, 19:22

Pragmatix hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 19:14
Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 17:04


Ich habe aber wirklich noch keinen Rorty usw. gelesen. Ich habe ein paar Masterarbeiten von Leuten mit Master gelesen und mich darauf bezogen.
Dann solltest du dir selbst Bild machen. Rorty ist sehr zugänglich, sofern man auf die späteren Schriften zurückgreift. Das gilt auch für John Searle oder für Galen Strawson. Besser, man macht sich selbst ein Bild, denn Sloterdijk, den du oben nanntest, ist vielleicht eher das Problem, das er beschrieben hat.
Das sagt man so über Sloterdijk...
Ich glaube eher, dass die Kritik an Schulen und Universitäten von seiner Erfahrung in seiner Professorenzeit stammt als engagierter Lehrer/Professor.
Er steht ja nicht alleine da mit diesem Urteil. Und er kennt die anderen genannten Philosophen, vielleicht sogar persönlich?

Egal, das untergräbt jetzt alles nicht mein Argument, dass man sich mit Philosophie beschäftigen sollte, aber nicht an einer Uni...



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Jörn Budesheim

Sa 21. Jun 2025, 19:32

Nach Ansicht des deutschen Philosophen Markus Gabriel ist die akademische Philosophie weltweit betrachtet in so einem guten Zustand wie noch nie :) aber wieso ist das eigentlich wichtig für dich? Wenn du nicht vorhast Philosophie zu studieren, brauchst du doch nicht einen solchen Grund dafür, dich in anderer Weise damit zu beschäftigen, was ja ebenfalls komplett okay ist.




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Forbitten
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Sa 21. Jun 2025, 23:11

Meine eigene Methode für meine These ist auch das Werk des Schreibens beim Denken. Vorher noch die Wiederholung des Gedankens. Die Begriffe und deren Bedeutung stammt dabei überwiegend von vorigen Denkern, wird aber durch den Gedanken der Theorie transzendiert.

Die Philosophie steckt nach Kant in der Krise der Dekadenz durch ihr überlaufen.
Sie läuft über von der Idee des Ding an Sich zu einer zertrümmerten Welt der Erscheinung, von der es sich so zu retten gilt, als habe man keinen Blick für die an sich gute Wirklichkeit, die nun dahingehend in den Verstand immer zurückgebracht wird. Dabei stellt sie mittlerweile nur Bedingungen fest, die uns ein Leben der Erscheinung ohne das Abbild einer Wirklichkeit liefert, doch es wabert immer dieses Ding an Sich im Hintergrund und wir bleiben bei der Analyse des Denkens insofern, dass wir ihre Mechanismen besser kennen und beherrschen.

Freudige Nachrichten, ich traf heute eine Kollegin, die auch als großer Fan von mir zu gelten schien.



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Jörn Budesheim

So 22. Jun 2025, 09:26

Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 23:11
Die Philosophie steckt nach Kant in der Krise der Dekadenz durch ihr überlaufen.
Hast du dafür irgendwelche Belege?




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Forbitten
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So 22. Jun 2025, 11:29

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 09:26
Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 23:11
Die Philosophie steckt nach Kant in der Krise der Dekadenz durch ihr überlaufen.
Hast du dafür irgendwelche Belege?
Wie gesagt, ich beziehe mich hier auf Sloterdijk, es darf als Vorstellung und Drama interpretiert werden.



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Burkart
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So 22. Jun 2025, 11:39

Forbitten hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 14:01
Burkart hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 10:29
Meinst du die Lehrer selbst oder eher unser Schul- bzw. Lehrsystem?
Das deutsche Schulsystem ist gelinde gesagt marode. Das erstickt sicher jeden noch vorhanden Geist. Ich entschuldige mich für dieses direkte Urteil.
Das Schulsystem an sich ist wohl in der Zeit um Hegel entstanden und das Gelächter, welches manchmal in den Klassen passiert, ist schon seit 200 Jahren das selbe.

:)
Ich denke auch, dass das Schulsystem verbesserungswürdig ist, aber ganz so krass (armer Geist ;) ) sehe ich es nicht. In meinen Lieblingsfächern Mathe und Physik/Chemie konnte ich mich als Schüler z.T. gut entwickeln, wenn auch z.T. zu langsam durch das Warten auf Mitschüler. Ok, bei individueller Förderung wäre ich sicher weiter gekommen, aber immerhin. Negativ empfand ich es vor allem in den anderen Fächern wie Sprachen, in denen Andere besser waren und für mich sinnvollere Förderung nicht gegeben war.
Tja, insofern wäre es sicher besser, wenn auf Stärken und Schwächen von Schülern besser eingegangen werden könnte... wer weiß, vielleicht wird es z.B. durch KI besser ermöglicht werden.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

Jörn Budesheim

So 22. Jun 2025, 11:58

Forbitten hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 11:29
ich beziehe mich hier auf Sloterdijk
Wenn du dich auf Sloterdijk beziehst, dann wäre es schön, wenn Du die entsprechenden Textstellen zitieren könntest.




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Forbitten
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So 22. Jun 2025, 12:20

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 11:58
Forbitten hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 11:29
ich beziehe mich hier auf Sloterdijk
Wenn du dich auf Sloterdijk beziehst, dann wäre es schön, wenn Du die entsprechenden Textstellen zitieren könntest.
Sicher! Und ich will mich auch ab Herbst mehr um sowas bemühen, nur gehe ich über den Sommer nicht mehr in die Bibliothek.
Es gehört jedenfalls zu einer Vortragsreihe über Europa und damit zu seinem neuesten Buch "Kontinent ohne Eigenschaften", hier genauer um den Vortrag "Europa als Vorstellung und Drama"..
Da ich aber gerade nicht in der Bibliothek bin, vertage ich eine Weiterführung dieser These und entschuldige mich für das Freestylen.

Desweiteren wäre es schön, wenn jemand auf den Gedankengang von mir, der auf das, was Jörn zitiert hat, folgt, eingehen würde ;) .
Zuletzt geändert von Forbitten am So 22. Jun 2025, 12:24, insgesamt 4-mal geändert.



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Forbitten
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So 22. Jun 2025, 12:22

Burkart hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 11:39
In meinen Lieblingsfächern Mathe und Physik/Chemie konnte ich mich als Schüler z.T. gut entwickeln, wenn auch z.T. zu langsam durch das Warten auf Mitschüler. Ok, bei individueller Förderung wäre ich sicher weiter gekommen, aber immerhin. Negativ empfand ich es vor allem in den anderen Fächern wie Sprachen, in denen Andere besser waren und für mich sinnvollere Förderung nicht gegeben war.
Tja, insofern wäre es sicher besser, wenn auf Stärken und Schwächen von Schülern besser eingegangen werden könnte... wer weiß, vielleicht wird es z.B. durch KI besser ermöglicht werden.
Die Naturwissenschaften sind gerade die Fächer, in denen 'wir' immer schwächer werden.
Aber es wäre natürlich Klasse, eine Klasse nach den Stärken zu besetzen! Warum kam da noch niemand drauf?



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Forbitten
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So 22. Jun 2025, 12:27

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 21. Jun 2025, 19:32
aber wieso ist das eigentlich wichtig für dich? Wenn du nicht vorhast Philosophie zu studieren, brauchst du doch nicht einen solchen Grund dafür, dich in anderer Weise damit zu beschäftigen, was ja ebenfalls komplett okay ist.
Es ist mir wichtig, weil ich schon die Überlegung hatte nochmal auf die Uni zu gehen für ein Philosophiestudium, um an meiner eigenen Theorie zu arbeiten, aber die Idee funktioniert nicht, da der Unibetrieb diese eigenen Gedanken zerstört, auch in der Philosophie.
Daher sage ich: "besser selbst studiert haben als unterrichtet worden zu sein".

Entschuldigung, ich weiß noch nicht, wie ich alle in einem einzigen Post zitieren und antworten kann, ich sehe dann immer nur einen einzigen Beitrag, nämlich den, den ich gerade zitiere...



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Burkart
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So 22. Jun 2025, 12:54

Forbitten hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 12:22
Burkart hat geschrieben :
So 22. Jun 2025, 11:39
In meinen Lieblingsfächern Mathe und Physik/Chemie konnte ich mich als Schüler z.T. gut entwickeln, wenn auch z.T. zu langsam durch das Warten auf Mitschüler. Ok, bei individueller Förderung wäre ich sicher weiter gekommen, aber immerhin. Negativ empfand ich es vor allem in den anderen Fächern wie Sprachen, in denen Andere besser waren und für mich sinnvollere Förderung nicht gegeben war.
Tja, insofern wäre es sicher besser, wenn auf Stärken und Schwächen von Schülern besser eingegangen werden könnte... wer weiß, vielleicht wird es z.B. durch KI besser ermöglicht werden.
Die Naturwissenschaften sind gerade die Fächer, in denen 'wir' immer schwächer werden.
Tja, warum ist das so... Ein Auszug aus tagesschau.de zu PISA:
" Ein zweiter Faktor für die Erklärung der Ergebnisse im Studienschwerpunkt Mathematik könnte laut den Autoren der Zusammenhang zwischen den Kompetenzen der Jugendlichen und dem sozioökonomischen Status der Familien wie auch ihrem Zuwanderungshintergrund sein. Dieser sei in Deutschland weiterhin stark ausgeprägt. Allerdings seien die mathematischen Kompetenzen der Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund im Vergleich zu 2012 ebenfalls geringer geworden.
Um den längerfristigen Negativtrend zu erklären, schauen die Forschenden deshalb auch auf die Befragungen der Schülerinnen und Schüler zu Motivation, Einstellungen und Unterrichtsgestaltung. Im Vergleich zum Jahr 2012 haben die Jugendlichen weniger Freude und Interesse an Mathematik. Zugenommen hat dagegen die Ängstlichkeit gegenüber dem Fach. Zudem sehen die 15-Jährigen weniger Nutzen darin, Mathematik zu lernen."
Das fragt man sich, warum das so ist, z.B. weniger Freude und mehr Ängstlichkeit. Sollte z.B. Schuld sein, dass sich Jugendliche nicht mehr so gerne länger auf etwas konzentrieren wollen/können, was z.B. bei Mathe schon z.T. notwendig ist?
Aber es wäre natürlich Klasse, eine Klasse nach den Stärken zu besetzen! Warum kam da noch niemand drauf?
Eine ganze Klasse meine ich nicht, sondern eher Kurse für Stärkere und Schwächere, wie es in anderen Ländern gemacht wird, also nicht erst Leistungs- und Grundkurse zum Abi hin, sondern schon viel früher.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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