Gibt es wirklich Versuche?
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Quk
Versuchen, testen, experimentieren.
Oder einfach machen, machen, machen.
Was ist der Unterschied zwischen Versuchen und Machen?
Ich versuche, einen Film zu machen. Nein, ich mache einen Film!
Es gibt keine Versuche; jede Aktion ist bereits eine tatsächliche Aktion.
Stimmt das?
Oder einfach machen, machen, machen.
Was ist der Unterschied zwischen Versuchen und Machen?
Ich versuche, einen Film zu machen. Nein, ich mache einen Film!
Es gibt keine Versuche; jede Aktion ist bereits eine tatsächliche Aktion.
Stimmt das?
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Jörn Budesheim
Ich versuche, die Tür zu öffnen (ich kann es noch nicht, es gibt widrige Umstände, wenn ich Zeit finde ...)
Ich mache die Tür auf
Ich mache die Tür auf
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Quk
Wann beginnt das Öffnen? Beginnt es mit dem Griff zur Klinke? Oder beginnt es erst, wenn die Tür sich einen Millimeter aus dem Rahmen bewegt hat?
Vielleicht kann man auch sagen: Ich öffne die Tür und erkenne währenddessen, dass die Tür sich nicht bewegt. An der Stelle beende ich das Öffnen. War das ein Versuch? Oder habe ich das einfach gemacht?
Vielleicht kann man auch sagen: Ich öffne die Tür und erkenne währenddessen, dass die Tür sich nicht bewegt. An der Stelle beende ich das Öffnen. War das ein Versuch? Oder habe ich das einfach gemacht?
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Quk
Ja, es gibt schon Versuche, nicht wahr?
Aber erweitern wir die Frage doch mal poetisch:
"Ich versuche, zu malen." Wenn ich das sage, bin ich da nicht bereits am Malen?
"Ich versuche, zu schlafen." Während des Versuchs bin ich nicht am Schlafen, und wenn ich schlafe, bin ich nicht am Versuchen.
Leben wir? Oder versuchen wir, zu leben?
Aber erweitern wir die Frage doch mal poetisch:
"Ich versuche, zu malen." Wenn ich das sage, bin ich da nicht bereits am Malen?
"Ich versuche, zu schlafen." Während des Versuchs bin ich nicht am Schlafen, und wenn ich schlafe, bin ich nicht am Versuchen.
Leben wir? Oder versuchen wir, zu leben?
- Friederike
- Beiträge: 5185
- Registriert: Mi 19. Jul 2017, 07:48
Etwas "versuchen" bedeutet etwas "wollen" und/aber nicht "können"?
Für die Frage hieße das, sie so zu beantworten: Ja, es gibt Versuche. Versuchen ist nicht identisch mit dem, was man versucht zu tun. Versuchen ist das Handeln in einer Absicht ... die zum Ziel führen kann oder auch nicht.
Ich versuche, klug zu schreiben -
Für die Frage hieße das, sie so zu beantworten: Ja, es gibt Versuche. Versuchen ist nicht identisch mit dem, was man versucht zu tun. Versuchen ist das Handeln in einer Absicht ... die zum Ziel führen kann oder auch nicht.
Ich versuche, klug zu schreiben -
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Jörn Budesheim
Alles Versuchen ist zugleich auch ein Machen. Aber nicht alles Machen ist bloß ein Versuchen.
Du kennst Star Wars nicht, auch nicht die ersten drei Filme, die zuerst herauskamen?
Gibt es auch auf Deutsch. Ist aus "Das Imperium schlägt zurück". Ist der mittlere Teil der damaligen Triologie.
Gibt es auch auf Deutsch. Ist aus "Das Imperium schlägt zurück". Ist der mittlere Teil der damaligen Triologie.
Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
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Quk
Hat mich nie interessiert. Nicht meine Wellenlänge. Star Trek, ja. Star Wars, nein.
Bicycle, bicycle, bicycle
I want to ride my bicycle, bicycle, bicycle
I want to ride my bicycle
I want to ride my bike
I want to ride my bicycle
I want to ride it where I like
You say black, I say white
You say bark, I say bite
You say shark, I say hey man
Jaws was never my scene
And I don't like Star Wars
"versuchen" = "sich an etwas machen, etwas angreifen, unternehmen, wagen; zusehen, ob man etwas fertig bringt" (GRIMM)
Versuche, etwas zu tun, stellen selbst eine Art von Tätigkeit (Aktivität) dar. Wer eine Hantel zu heben versucht, der bemüht sich, strengt sich an, strebt danach, sie zu heben; aber der Versuch kann scheitern.
"Einen Film machen" ist übrigens doppeldeutig zwischen "mit Filmarbeiten beginnen" und "Filmarbeiten vollenden". Der Versuch, mit Filmarbeiten zu beginnen, kann gelingen; aber der Versuch, sie zu vollenden, kann misslingen. In diesem Fall bleibt der Film unfertig.
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
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Timberlake
- Beiträge: 3090
- Registriert: Mo 16. Mai 2022, 01:29
- Wohnort: Shangrila 2.0
Ich denke mal, dass die Absicht darüber entscheidet, ob man etwas versucht oder ob man etwas macht.
So kann man die Absicht haben einen Film zu versuchen oder einen Film zu machen. Einen erfolgreichen Film kann man allerdings nicht absichtlich machen, den kann man meiner Meinung nach nur versuchen.
So kann man die Absicht haben einen Film zu versuchen oder einen Film zu machen. Einen erfolgreichen Film kann man allerdings nicht absichtlich machen, den kann man meiner Meinung nach nur versuchen.
So wie man übrigens auch nicht absichtlich etwas vergessen machen lassen kann. Auch das kann man nur versuchen. Lass dir das gesagt sein Meister Yoda!
Von daher würde ich übrigens bezweifeln wollen, dass jede Aktion bereits eine Aktion ist. Sicherlich, wenn ich einen Film mache, dann mache ich einen Film. Was auch sonst? Das ist in etwas so banal, wie das, wenn ich sage: Ich habe etwas vergessen, dann habe ich etwas vergessen. Auch das hat man dann gemacht. Was auch sonst?
- Friederike
- Beiträge: 5185
- Registriert: Mi 19. Jul 2017, 07:48
Warum wollen wir es wissen? Was hängt an der Antwort? Unser Glück?
Antworte ich, daß "versuchen" zugleich "machen" ist, stellt sich mehr ein Erfüllungsgefühl ein.
Antworte ich, daß "versuchen" zugleich "machen" ist, stellt sich mehr ein Erfüllungsgefühl ein.
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Quk
Erfolgreich? Hierzu könnte man auf zweierlei Weise Einspruch erheben:Timberlake hat geschrieben : ↑Do 15. Mai 2025, 01:48Einen erfolgreichen Film kann man allerdings nicht absichtlich machen, den kann man meiner Meinung nach nur versuchen.
1. Der Weg ist das Ziel: Das Machen ist bereits ein Erfolg.
2. Ist der Erfolg wahrlich erst am Ziel beurteilbar, was sind dann die Erfolgskriterien? Geld? Anerkennung? Ästhetik? Zweifelbewältigung? Angstüberwindung? Risikowagnis? Duchsetzungsvermögen? Beratungsoffenheit?
Ja, und ich denke, dieses "Erfüllungsgefühl" besteht darin, die eigenen übertriebenen Zögerlichkeiten und Zweifel zu überwinden und stattdessen einfach das zu tun, was man tun möchte, und damit meine ich natürlich legale und freiheitlich-legitime Aktionen, also keine asozialen oder kriminellen Sachen. Ich meine unter anderem auch Aktionen bezüglich des von Dir zitierten "sich selber im Weg stehen", was sicherlich poetisch gemeint ist, denn eigentlich würde ich dieses "Selbst" aufteilen in Wille A und Wille B, die gegenseitig ein Armdrücken veranstalten im menschlichen Netzwerk der tausend Willen. Am Ende einer Situation entscheidet zwar irgendein letzter Wille, aber bis dahin sind meiner Ansicht nach unzählige verschiedene Spezialwillen mit verschiedenen Vorlieben und Gründen am wechselseitigen Armdrücken. Darunter ist manchmal ein Spezialwille, der scheinbar riskantes tun will, und dem ein anderer Spezialwille gegenübersteht, der die Folgen des scheinbaren Risikos vermeiden will.Friederike hat geschrieben : ↑Do 15. Mai 2025, 09:24Warum wollen wir es wissen? Was hängt an der Antwort? Unser Glück?
Antworte ich, daß "versuchen" zugleich "machen" ist, stellt sich mehr ein Erfüllungsgefühl ein.
- Friederike
- Beiträge: 5185
- Registriert: Mi 19. Jul 2017, 07:48
Irgendwann werde ich Dir wohl sagen müssen, Quk, daß mich Deine Sprachbilder betören. 
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Quk
Ich bin gespannt auf den Termin :-)
- Friederike
- Beiträge: 5185
- Registriert: Mi 19. Jul 2017, 07:48
Lieber Quk, nachdem ich mich sehr weit aus dem Fenster gelehnt hatte, habe ich mich erst einmal für kurz distanzieren müssen. Nun ist es genug an Distanz, und jetzt möchte ich wissen, was Deine Frage eigentlich soll?
Was steckt dahinter? Vor welchem Hintergrund ist sie Dir in den Sinn gekommen? Ist dies eine bekannte Frage in der Philosophie, von deren Bekanntheit nur ich keine Kenntnis habe?
Warum schreibst Du sie in die "Metaphilosophie"? So wie ich sie verstehe, würde ich sie eher unter die "Philosophie des Geistes" oder in eine Schublade einordnen, in der "Handlungstheorien" stecken.
Und hängt für Dich etwas von einer Antwort auf diese Frage ab?
Mich "fasziniert" an der Frage, daß sie sich meinem "Verstehen nicht fügt" (Anführungsstriche mit Seitenblick auf die "Faszination" in der Kunstabteilung). Meine Vermutung geht dahin, daß sich tiefgründige Erkenntnisse hinter ihr verbergen - sie kommt in sehr schlichtem Gewand daher, wirkt unscheinbar und wenn man näher hinsieht, dann findet man Weisheiten.
Was steckt dahinter? Vor welchem Hintergrund ist sie Dir in den Sinn gekommen? Ist dies eine bekannte Frage in der Philosophie, von deren Bekanntheit nur ich keine Kenntnis habe?
Warum schreibst Du sie in die "Metaphilosophie"? So wie ich sie verstehe, würde ich sie eher unter die "Philosophie des Geistes" oder in eine Schublade einordnen, in der "Handlungstheorien" stecken.
Und hängt für Dich etwas von einer Antwort auf diese Frage ab?
Mich "fasziniert" an der Frage, daß sie sich meinem "Verstehen nicht fügt" (Anführungsstriche mit Seitenblick auf die "Faszination" in der Kunstabteilung). Meine Vermutung geht dahin, daß sich tiefgründige Erkenntnisse hinter ihr verbergen - sie kommt in sehr schlichtem Gewand daher, wirkt unscheinbar und wenn man näher hinsieht, dann findet man Weisheiten.
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Quk
Liebe Friederike,
folgendermaßen bin ich auf jene Eingangsfrage gekommen:
In einem anderen, ausländischen Philosophie-Forum hatte ich bei einem User in dessen Motto-Sammlung diese Signatur gelesen:
"No, try not. Do or do not, there is no try."
Unter allen Mottos war dies das einzige ohne Quellenangabe. Da mich dieses Motto faszinierte, gab ich selbiges in Google ein und landete bei Star Wars, einer Filmreihe, die ich nur aus Bildern und kurzen Ausschnitten kenne.
Während meines Spazierens zum Aldi dachte ich weiter über dieses Motto nach. Auf dem Rückweg formulierte ich im Kopf die Eingangsfrage und die Überschrift für das Forum. In meinem Text steht mein gesamter Gedankenhintergrund. Weitere Gedanken hatte ich nicht. Noch immer fixiere ich keine feste Antwort, sondern erwarte eine offene Weiterführung.
Da alle Sparten der Philosophie Versuche voraussetzen können, setzte ich meinen Faden in die Metaphilosophie.
Hängt für mich etwas von einer Antwort auf diese Frage ab? Nein. Es ist reine Neugier.
Nichtsdestotrotzki, das Motto klingt mir durchaus sympathisch, wenn ich es im mutmachenden Sinne lese. "Just do it." Oder: "Nich lang schnacken, Kopf in' Nacken!"
Ahoi :-)
folgendermaßen bin ich auf jene Eingangsfrage gekommen:
In einem anderen, ausländischen Philosophie-Forum hatte ich bei einem User in dessen Motto-Sammlung diese Signatur gelesen:
"No, try not. Do or do not, there is no try."
Unter allen Mottos war dies das einzige ohne Quellenangabe. Da mich dieses Motto faszinierte, gab ich selbiges in Google ein und landete bei Star Wars, einer Filmreihe, die ich nur aus Bildern und kurzen Ausschnitten kenne.
Während meines Spazierens zum Aldi dachte ich weiter über dieses Motto nach. Auf dem Rückweg formulierte ich im Kopf die Eingangsfrage und die Überschrift für das Forum. In meinem Text steht mein gesamter Gedankenhintergrund. Weitere Gedanken hatte ich nicht. Noch immer fixiere ich keine feste Antwort, sondern erwarte eine offene Weiterführung.
Da alle Sparten der Philosophie Versuche voraussetzen können, setzte ich meinen Faden in die Metaphilosophie.
Hängt für mich etwas von einer Antwort auf diese Frage ab? Nein. Es ist reine Neugier.
Nichtsdestotrotzki, das Motto klingt mir durchaus sympathisch, wenn ich es im mutmachenden Sinne lese. "Just do it." Oder: "Nich lang schnacken, Kopf in' Nacken!"
Ahoi :-)
Hmm.
Das Titelthema finde ich interessant. Allerdings konnte ich es bis jetzt nicht so recht in Worte fassen, denn es hat irgendwie so was wie einen Zirkel, von Versuch oder Handlung, ein Versuch ist aber eine Handlung usw., oder doch nicht.
Als ich jetzt das "Just do it" (auch der berühmte Werbeslogan von Nike, zu deutsch in etwa "dann mach es jetzt halt" "mach es einfach") las, dachte ich, ob es nicht vielmehr um Abwägungen, Mut, Entschlossenheit, Unentschlossenheit handelt, als um die Frage gibt es Versuche.
Also, man will etwas, weiß aber nicht so wirklich, will ich wirklich. Und was passiert, wenn ich etwas mache, oder es nicht mache. Dieses Zaudern und die Abwägungen sind ja noch nicht mal ein Versuch. Mehr die Vorstufe. Oder?
Das Titelthema finde ich interessant. Allerdings konnte ich es bis jetzt nicht so recht in Worte fassen, denn es hat irgendwie so was wie einen Zirkel, von Versuch oder Handlung, ein Versuch ist aber eine Handlung usw., oder doch nicht.
Als ich jetzt das "Just do it" (auch der berühmte Werbeslogan von Nike, zu deutsch in etwa "dann mach es jetzt halt" "mach es einfach") las, dachte ich, ob es nicht vielmehr um Abwägungen, Mut, Entschlossenheit, Unentschlossenheit handelt, als um die Frage gibt es Versuche.
Also, man will etwas, weiß aber nicht so wirklich, will ich wirklich. Und was passiert, wenn ich etwas mache, oder es nicht mache. Dieses Zaudern und die Abwägungen sind ja noch nicht mal ein Versuch. Mehr die Vorstufe. Oder?
Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
- Friederike
- Beiträge: 5185
- Registriert: Mi 19. Jul 2017, 07:48
Das finde nun ich interessant. Ich möchte Deine Überlegung nur kurz für mich vorläufig zusammenfassen. Was geschieht im Vorfeld einer Handlung? Handlungsvorbereitung? Sofern man nachdenken, bedenken, gedanklich hin- und herwälzen, zweifeln, verunsichert sein usw. nicht auch als ein Handeln versteht. Das würde ich um der Klarheit willen an dieser Stelle nicht tun.Stefanie hat geschrieben : ↑Fr 16. Mai 2025, 13:48Als ich jetzt das "Just do it" (auch der berühmte Werbeslogan von Nike, zu deutsch in etwa "dann mach es jetzt halt" "mach es einfach") las, dachte ich, ob es nicht vielmehr um Abwägungen, Mut, Entschlossenheit, Unentschlossenheit handelt, als um die Frage gibt es Versuche.
Also, man will etwas, weiß aber nicht so wirklich, will ich wirklich. Und was passiert, wenn ich etwas mache, oder es nicht mache. Dieses Zaudern und die Abwägungen sind ja noch nicht mal ein Versuch. Mehr die Vorstufe. Oder?
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Quk
Ein ergänzender Gedanke:
Die Zukunft können wir nur begrenzt vorhersagen. All unser Tun ist nur begrenzt planbar. Ein Auto könnte mich überfahren. "Was ist der Mensch, dass er Pläne macht?" Es scheint also, unser ganzes Leben ist ein Experiment. Ich ertappe mich manchmal dabei, irgendein bestimmtes Werk von mir als "experimentell" zu bezeichnen, weil es neue Wege geht. In Wahrheit aber ist jedes Werk experimentell. Es ist experimentell, weil es entweder neue Wege geht -- oder weil es altbekannte Wege wiederholt und dabei testet, wie lange diese alten Wege noch von Bedeutung sind. Denn die Zukunft können wir nur begrenzt vorhersagen.
"Yes, try. Try or do not try, there is no plan."
Die Zukunft können wir nur begrenzt vorhersagen. All unser Tun ist nur begrenzt planbar. Ein Auto könnte mich überfahren. "Was ist der Mensch, dass er Pläne macht?" Es scheint also, unser ganzes Leben ist ein Experiment. Ich ertappe mich manchmal dabei, irgendein bestimmtes Werk von mir als "experimentell" zu bezeichnen, weil es neue Wege geht. In Wahrheit aber ist jedes Werk experimentell. Es ist experimentell, weil es entweder neue Wege geht -- oder weil es altbekannte Wege wiederholt und dabei testet, wie lange diese alten Wege noch von Bedeutung sind. Denn die Zukunft können wir nur begrenzt vorhersagen.
"Yes, try. Try or do not try, there is no plan."