Naturalistisch
- Ontologisch: Alles ist "Natur" (Materie-Energie, Raum-Zeit). Nur Entitäten, die die Naturwissenschaft erforscht.
- Epistemisch: Alles lässt sich eigentlich naturwissenschaftlich erklären. (Die Grenze ist nur epistemisch.) Wissenschaftliche Methode als letztlich einziger zuverlässiger Erkenntnisweg.
- Paradox: Steht im Widerspruch zu den Naturwissenschaften selbst, da diese mit abstrakten Objekten, Idealisierungen und normativen Annahmen arbeitet.
- Ontologisch: Es gibt Dinge über die Natur hinaus – Götter, unsterbliche Seelen, Wunder. Können in die natürliche Welt eingreifen.
- Epistemisch: Nicht alles naturwissenschaftlich erklärbar. Offenbarung, religiöse Erfahrung, metaphysische Intuition als weitere Erkenntnisquellen.
- Besonderheit: Bleibt im Prinzip im Natur-Bild, übersteigt es jedoch und sieht Entitäten jenseits der Naturgesetze. Steht im Widerspruch zu den Naturwissenschaften
- Ontologisch: Naturalistische Ontologie ist kategorial unzureichend. Phänomene wie beispielsweise Bewusstsein, Intentionalität, Logik, Mathematik, Moral und Bedeutung u.a. sind nicht ontologisch reduzierbar.
- Epistemisch: Naturalistische Methoden greifen für bestimmte Bereiche prinzipiell zu kurz. Geisteswissenschaften, Phänomenologie, hermeneutische Methoden u.a. eigenständige unverzichtbare Erkenntniswege.
- Abgrenzung: Lehnt den philosophischen Naturalismus aktiv ab, postuliert aber kein Übernatürliches. Kritisiert naturalistische Übergriffe und Reduktionsversuche. Steht nicht im Widerspruch zu den Naturwissenschaften, nur zum naturalistischen Imperialismus.
- Ontologisch: Akzeptiert Entitäten oder Wahrheiten, die weder natürlich noch übernatürlich sind – abstrakte Objekte, logische Gesetze, moralische Fakten. Eigene ontologische Kategorie, unabhängig von "natürlichen" Eigenschaften.
- Epistemisch: Nicht empirisch zugänglich, erfassbar durch rationale Einsicht, logische Analyse oder apriorische Erkenntnis. Naturwissenschaften zuständig für ihren Bereich, nicht für diesen.
- Besonderheit: Friedliche Koexistenz mit den Naturwissenschaften, aber Widerspruch zum philosophischen Naturalismus. Neutral-deskriptiv, ontologischer Pluralismus ohne Polemik – verschiedene Realitätsbereiche, verschiedene Methoden.