Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑ Fr 24. Okt 2025, 12:12
Was sagt uns diese beiden Einsichten von Hume und Kant, wenn es denn welche sind, jetzt über Diskussionen über die Existenz oder Nicht-Existenz von Fiktionen/fiktionalen Objekten?
Mein Punkt ist, dass aus der Wahrheit des ersten Satzes nicht die Wahrheit des zweiten folgt:
1. "An irgendetwas einfach denken, und an etwas
als an ein Existierendes denken, das sind nicht zwei verschiedene Dinge."
2. "An irgendetwas einfach denken, und an
etwas Existierendes denken, das sind nicht zwei verschiedene Dinge."
Es geht darum, ob die Rede von
nichtexistenten Denkungs-/Vorstellungsobjekten (zu denen ich fiktive Objekte zähle) widersprüchlich ist – was sie wäre, wenn jede Denkung/Vorstellung von etwas (als existierend) dessen Existenz einschlösse. Das ist jedoch nicht der Fall, sodass die Rede von nichtexistenten Denkungs-/Vorstellungsobjekten
nicht widersprüchlich ist.
"Das Konzept eines „nicht existierenden Objekts“ hat einen paradoxen Anschein, zumindest für jene Philosophen, deren Denken in der Humeschen Tradition verwurzelt ist. Denn Hume meinte, dass das Denken an ein Objekt immer und notwendigerweise das Denken an ein existierendes Objekt bedeutet, oder anders ausgedrückt, dass das Denken an ein Objekt und das Denken an dasselbe Objekt als existierend ein und dasselbe sind. Immanuel Kant griff Humes Idee auf und behauptete, Existenz sei kein „reales Prädikat“, eine Behauptung, die oft als Vorwegnahme von Gottlob Freges berühmter Lehre interpretiert wird, Existenz sei kein Prädikat von Individuen. (…) Kants Motivation für die Ablehnung der Ansicht, Existenz sei ein „reales Prädikat“, war der sogenannte „ontologische Beweis“ der Existenz Gottes, der grob besagt, dass Gottes Vollkommenheit Gottes Existenz impliziert, da ein Wesen, das alle Vollkommenheiten Gottes außer der Existenz (d. h. Allwissenheit, Allmacht, Güte) besäße, weniger vollkommen wäre als ein Wesen mit denselben Vollkommenheiten und zusätzlich Existenz. Jahrhundertelang haben Philosophen gespürt, dass an diesem Beweis etwas falsch sei, doch Kant war der Erste, der auf einen möglichen Irrtum hinweisen konnte: Er argumentierte, der Fehler des „ontologischen Arguments“ liege in der Behandlung der Existenz als „reales Prädikat“.
Wenn Hume Recht hat, dann beinhaltet der Begriff eines Objekts den Begriff der Existenz, und der Begriff eines nicht existierenden Objekts wäre ebenso widersprüchlich wie der Begriff eines runden Quadrats." [Google Translate]
SEP:
Nonexistente Objekte [Google Translate]
Hume hat nicht recht, und Kant auch nicht; denn in der
Freien Logik wird ein Existenzprädikat
"E!" in konsistenter Weise verwendet.
Wenn man nun das Merkmal
Existenz in den Gottesbegriff hineinpackt und meint, aus dem bloßen Begriff eines existenten Gottes folge dessen (tatsächliche) Existenz, dann begeht man einen logischen Denkfehler; denn ein existierender/der existierende Gott existiert nur dann (tatsächlich),
wenn es einen existierenden Gott gibt – was widerspruchsfrei verneint werden kann. Als Atheist behaupte ich, dass es keinen existierenden Gott gibt. (Es gibt auch keinen
nicht existierenden Gott. Daraus, dass Götter nicht existieren, folgt nicht, dass es nichtexistente Götter gibt. )