Metaphysik und Ontologie

Aspekte metaphysischer Systementwürfe und der Ontologie als einer Grunddisziplin der theoretischen Philosophie können hier diskutiert werden.
Pommesbude
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Do 23. Okt 2025, 23:31

Consul hat geschrieben :
Do 23. Okt 2025, 21:49
Pegasus wurde "erfunden" im Sinn von "erdacht"/"erdichtet", und nicht im Sinn von "erschaffen"; denn im letzteren Sinn hätte seine Erfindung sein Dasein zur Folge gehabt. Pegasus existiert nicht und hat auch nie existiert, sodass Pegasus auch nie erschaffen wurde (im Gegensatz zu Pegasus-Bildern).
Das ist die Logik eines Möbeltischlers, der die Welt nach Kanten, Oberflächen und dem Vorhandensein von Holz vermisst. Aber "Welt" ist auch Traum, Fiktion und Idee.
Sie lassen sich nicht messen, obwohl sie schwerer wiegen als jedes Holz.
Sie lassen sich nicht fangen, so wie wir keinen Schatten fangen können, weil sie frei sind von Festigkeit.
Consul hat geschrieben :
Do 23. Okt 2025, 22:39
Ich kann mir einen Millionenbetrag als etwas auf meinem Bankkonto Vorhandenes vorstellen; doch das allein wird leider nicht dazu führen, dass darauf tatsächlich ein Millionenbetrag vorhanden ist.
Ja, wenn du dir ne Million aufs Konto wünschst, passiert auf deinem Konto nichts...
Aber was ist diese "Million", wenn nicht eine Idee ? Eine Nummer in einem Computersystem. Eine Art Fantasieobjekt, an das alle glauben.
Du kannst dir das Geld nicht herbeizaubern – aber die Idee davon hat dich längst zu dem gemacht, der du bist.




Timberlake
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Fr 24. Okt 2025, 00:35

Consul hat geschrieben :
Mi 22. Okt 2025, 15:20
Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Okt 2025, 22:45
Um an dieser Stelle, anhand dieser Ergänzung zu skizzieren, wie ich glaube, dass die Unterscheidung der Begriffe Metaphysik und Ontologie üblich ist, und zwar als etwas, was Geschehen ist einerseits und als etwas, was in der Welt ist andererseits. Wenngleich das Eine zugleich in das Andere vorkommt. So kommt etwas, was wie das Denken über Hexen geschehen ist, in der Welt vor und etwas, was wie die Vorstellung über eine Hexe in der Welt ist, in ein Geschehen. So stelle ich mir übrigens eine Systematik vor. Eine Systematik , die sich an eine Defintion der Metaphysik einerseits und der Defintion Ontologie andererseits orientiert.
Ich bevorzuge die Unterteilung der Metaphysik in (spekulative) Ontologie und (spekulative) Kosmologie. Früher wurden die (rationale) Theologie und die (rationale) Psychologie als besondere metaphysische Fächer aufgeführt. Letztere gilt heute als Wissenschaft, und Erstere zähle ich zur Kosmologie – wobei die theistische Gotteslehre nur dann Teil der philosophischen Weltlehre ist, wenn man unter "Welt" nicht nur die raumzeitliche Welt versteht, da der jüdische/christliche/islamische Gott ein transzendentes Wesen ist (bzw. wäre, wenn es ihn gäbe).
In der Phrase "Gott und die Welt" bezieht sich "Welt" nur auf die von Gott erschaffene Welt, wovon er kein Teil ist; aber im weitesten Sinn ist die Welt (der Kosmos) die Gesamtheit der Wirklichkeit, und dazu gehört laut Theismus auch Gott.
.. und genau das ist dein Problem. Das du nicht , wie ich zwischen Metaphysik und Ontologie unterscheidest und zwar gemäß ..
  • "Ontologie
    Ontologie [von griech. ta onta = das Seiende, logos = Kunde; Adj. ontologisch], Seinslehre, Metaphysik, die philosophische Disziplin bzw. Theorie, die sich mit den allgemeinsten Charakteristika der Welt beschäftigt, wie sie sich in Begriffen wie Substanz, Eigenschaft, Ding, System, Ereignis, Prozeß, Kausalität (Verursachung), Zeit usw. darstellen."
  • "Metaphysik

    Metaphysik (griech. ta meta physika: dasjenige nach der Physik), die philosophische Disziplin, die sich mit den über alle einzelnen Naturerscheinungen hinausgehenden Fragen des Seins beschäftigt. Sie fragt nach den ersten Gründen und letzten Zwecken alles Geschehens und ist somit höchste Disziplin der Philosophie"
Ich denke mal , dass das dein eigentliches Problem ist. Definitionen wie diese einfach zu ignorieren.
Consul hat geschrieben :
Mi 22. Okt 2025, 15:20
Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Okt 2025, 22:45
Consul hat geschrieben :
Mo 20. Okt 2025, 13:52
Ob man an Hexen denkt, sie sich vorstellt, sie liebt oder hasst, sie sind und bleiben unwirkliche Wesen, "Undinge".
Wenn Hexen unwirkliche Wesen, "Undinge" sind und bleiben, dann als ein Ausdruck psychischer Phänomene wie Denken, Lieben und Hassen. So das infolgedessen, diesen unwirklichen Wesen, "Undinge" eine intentionale Struktur eigen ist.
Nein, eine intentionale Struktur ist nur dem Geist eines an Hexen Denkenden, sich Hexen Vorstellenden eigen.

.. übrigens auch hier ....
Timberlake hat geschrieben :
So 19. Okt 2025, 18:22
  • Intentionalität

    In einem allgemeinen Verständnis bezeichnet I. die Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle. Als philosophischer Terminus wurde er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt. In seiner Psychologie vom empirischen Standpunkt zeigt Brentano auf, dass den psychischen Phänomenen wie Denken, Lieben und Hassen eine intentionale Struktur eigen ist.
Sollte doch wohl außer Frage stehen , dass Hexen " in der Welt" ( Ontologie) als Ausdruck psychischer Phänomene wie Denken, Lieben und Hassen "geschehen" (Metaphysik ) sind und Hexen von daher eine intentionale Struktur eigen ist.
Hatte ich mich doch , wie hier ersichtlich , ebenfalls auf eine Defintion bezogen. Unter solchen Umständen, wo der Eine sich auf Definitionen bezieht und der Andere sie ignoriert kann man natürlich keine sinnvolle Diskussion führen. Es sei denn man hat berechtigte Zweifel an dieser Definition. Nur dazu kam von dir ja auch nichts.




Timberlake
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Fr 24. Okt 2025, 02:05

Consul hat geschrieben :
Mi 22. Okt 2025, 15:20
Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Okt 2025, 22:45

Wenn Hexen unwirkliche Wesen, "Undinge" sind und bleiben, dann als ein Ausdruck psychischer Phänomene wie Denken, Lieben und Hassen. So das infolgedessen, diesen unwirklichen Wesen, "Undinge" eine intentionale Struktur eigen ist.
Nein, eine intentionale Struktur ist nur dem Geist eines an Hexen Denkenden, sich Hexen Vorstellenden eigen.

Dazu vielleicht eine Klarstellung !
  • Intentionalität

    In einem allgemeinen Verständnis bezeichnet I. die Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle. Als philosophischer Terminus wurde er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt. In seiner Psychologie vom empirischen Standpunkt zeigt Brentano auf, dass den psychischen Phänomenen wie Denken, Lieben und Hassen eine intentionale Struktur eigen ist.
Für mich sind Hexen mittelbar eine intentionale Struktur eigen. Eine vorgestellte intentionale Struktur vermittelt durch einen denkenden Geist, dem unmittelbar eine intentionale Struktur eigen ist. Wer würde auch ernsthaft bezweifeln wollen, dass Hexen, obgleich unwirklichen Wesen, "Undinge", in der Vorstellung desjenigen gleichermaßen jenem philosophischen Terminus unterliegen, wie er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt wurde. Einer Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle, auf Grundlage psychischer Phänomene wie Denken, Lieben und Hassen, wie sie als intentionale Struktur eigentlich tatsächlich nur einem denkenden Geist eigen ist.
Consul hat geschrieben :
Di 14. Okt 2025, 13:59
Es gibt keine Vorstellungen (vorstellenden Akte) ohne existenten Inhalt, aber es gibt Vorstellungen mit nichtexistentem Gegenstand.
Hexen wären damit eben das. Eine Vorstellung (vorstellenden Akt .. Denken, Lieben und Hassen ) mit existenten Inhalt (intentionale Struktur) aber zugleich die Vorstellungen mit einem nichtexistentem Gegenstand.




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Jörn P Budesheim
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Fr 24. Okt 2025, 07:25

Consul hat geschrieben :
Do 23. Okt 2025, 16:19
Die Abbildtheorie umfasst die Idee, dass Elemente unserer Art, die Welt sprachlich darzustellen, mit Elementen der Welt "in Reih und Glied" übereinstimmen. Nur wenige Theoretiker würden dies für die Art und Weise annehmen, wie wir gewöhnlicherweise über die Welt sprechen." [Google Translate]

(Heil, John. From an Ontological Point of View. Oxford: Oxford University Press, 2003. p. 6)
Hier argumentierst du übrigens gegen dich selbst, denn Heil nimmt hier doch wohl die Korrespondenztheorie aufs Korn, oder?



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Jörn P Budesheim
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Fr 24. Okt 2025, 12:12

"An irgend etwas einfach denken, und an etwas als an ein Existierendes denken, das sind nicht zwei verschiedene Dinge." (Hume)

Das scheint mir die zentrale Stelle zu sein. Ein Beispiel: Wenn ich mir einen Hund vorstelle, vielleicht bellend, mit vier Beinen, wedelndem Schwanz und anderen Eigenschaften, dann ist Existenz keine weitere Eigenschaft, die ich mir separat oder zusätzlich vorstelle. Denn: "An den Hund denken, und ihn als ein Existierendes denken, das sind nicht zwei verschiedene Dinge." Es gibt keine separate mentale Operation namens "und jetzt füge ich noch Existenz hinzu". (Wobei es hier meines Erachtens gar keinen Unterschied macht, ob wir dabei an Idefix denken oder den Hund vom Nachbarn.) (Das erinnert vage an Kants Diktum "Sein ist kein reales Prädikat" - im Zusammenhang mit seiner Widerlegung des ontologischen Gottesbeweises.)

Was sagt uns diese beiden Einsichten von Hume und Kant, wenn es denn welche sind, jetzt über Diskussionen über die Existenz oder Nicht-Existenz von Fiktionen/fiktionalen Objekten?



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Consul
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Fr 24. Okt 2025, 14:28

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 12:12
Was sagt uns diese beiden Einsichten von Hume und Kant, wenn es denn welche sind, jetzt über Diskussionen über die Existenz oder Nicht-Existenz von Fiktionen/fiktionalen Objekten?
Mein Punkt ist, dass aus der Wahrheit des ersten Satzes nicht die Wahrheit des zweiten folgt:
1. "An irgendetwas einfach denken, und an etwas als an ein Existierendes denken, das sind nicht zwei verschiedene Dinge."
2. "An irgendetwas einfach denken, und an etwas Existierendes denken, das sind nicht zwei verschiedene Dinge."

Es geht darum, ob die Rede von nichtexistenten Denkungs-/Vorstellungsobjekten (zu denen ich fiktive Objekte zähle) widersprüchlich ist – was sie wäre, wenn jede Denkung/Vorstellung von etwas (als existierend) dessen Existenz einschlösse. Das ist jedoch nicht der Fall, sodass die Rede von nichtexistenten Denkungs-/Vorstellungsobjekten nicht widersprüchlich ist.
"Das Konzept eines „nicht existierenden Objekts“ hat einen paradoxen Anschein, zumindest für jene Philosophen, deren Denken in der Humeschen Tradition verwurzelt ist. Denn Hume meinte, dass das Denken an ein Objekt immer und notwendigerweise das Denken an ein existierendes Objekt bedeutet, oder anders ausgedrückt, dass das Denken an ein Objekt und das Denken an dasselbe Objekt als existierend ein und dasselbe sind. Immanuel Kant griff Humes Idee auf und behauptete, Existenz sei kein „reales Prädikat“, eine Behauptung, die oft als Vorwegnahme von Gottlob Freges berühmter Lehre interpretiert wird, Existenz sei kein Prädikat von Individuen. (…) Kants Motivation für die Ablehnung der Ansicht, Existenz sei ein „reales Prädikat“, war der sogenannte „ontologische Beweis“ der Existenz Gottes, der grob besagt, dass Gottes Vollkommenheit Gottes Existenz impliziert, da ein Wesen, das alle Vollkommenheiten Gottes außer der Existenz (d. h. Allwissenheit, Allmacht, Güte) besäße, weniger vollkommen wäre als ein Wesen mit denselben Vollkommenheiten und zusätzlich Existenz. Jahrhundertelang haben Philosophen gespürt, dass an diesem Beweis etwas falsch sei, doch Kant war der Erste, der auf einen möglichen Irrtum hinweisen konnte: Er argumentierte, der Fehler des „ontologischen Arguments“ liege in der Behandlung der Existenz als „reales Prädikat“.
Wenn Hume Recht hat, dann beinhaltet der Begriff eines Objekts den Begriff der Existenz, und der Begriff eines nicht existierenden Objekts wäre ebenso widersprüchlich wie der Begriff eines runden Quadrats." [Google Translate]

SEP: Nonexistente Objekte [Google Translate]
Hume hat nicht recht, und Kant auch nicht; denn in der Freien Logik wird ein Existenzprädikat "E!" in konsistenter Weise verwendet.
Wenn man nun das Merkmal Existenz in den Gottesbegriff hineinpackt und meint, aus dem bloßen Begriff eines existenten Gottes folge dessen (tatsächliche) Existenz, dann begeht man einen logischen Denkfehler; denn ein existierender/der existierende Gott existiert nur dann (tatsächlich), wenn es einen existierenden Gott gibt – was widerspruchsfrei verneint werden kann. Als Atheist behaupte ich, dass es keinen existierenden Gott gibt. (Es gibt auch keinen nicht existierenden Gott. Daraus, dass Götter nicht existieren, folgt nicht, dass es nichtexistente Götter gibt. )



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Fr 24. Okt 2025, 14:31

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 07:25
Consul hat geschrieben :
Do 23. Okt 2025, 16:19
Die Abbildtheorie umfasst die Idee, dass Elemente unserer Art, die Welt sprachlich darzustellen, mit Elementen der Welt "in Reih und Glied" übereinstimmen. Nur wenige Theoretiker würden dies für die Art und Weise annehmen, wie wir gewöhnlicherweise über die Welt sprechen." [Google Translate]

(Heil, John. From an Ontological Point of View. Oxford: Oxford University Press, 2003. p. 6)
Hier argumentierst du übrigens gegen dich selbst, denn Heil nimmt hier doch wohl die Korrespondenztheorie aufs Korn, oder?
Nein, keineswegs, denn Heil ist ein Befürworter der Wahrmachertheorie als einer Version der Korrespondenztheorie.



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Fr 24. Okt 2025, 14:40

Consul hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 14:31
Nein, keineswegs, denn Heil ist ein Befürworter der Wahrmachertheorie als einer Version der Korrespondenztheorie.
Das ist mir schon klar. Dennoch und gibt es in dem Beitrag einige Argumente gegen die Korrespondenz Theorie, wenn auch wider Willen.



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Fr 24. Okt 2025, 14:50

Pommesbude hat geschrieben :
Do 23. Okt 2025, 23:31
Ja, wenn du dir ne Million aufs Konto wünschst, passiert auf deinem Konto nichts...
Aber was ist diese "Million", wenn nicht eine Idee ? Eine Nummer in einem Computersystem. Eine Art Fantasieobjekt, an das alle glauben.
Du kannst dir das Geld nicht herbeizaubern – aber die Idee davon hat dich längst zu dem gemacht, der du bist.
Ich muss abermals in aller Deutlichkeit auf den wichtigen Unterschied zwischen X und der/einer Idee von X (X-Idee) hinweisen.
Das entspricht dem Unterschied zwischen dem außergeistigen Vorstellungsgegenstand X und dem innergeistigen Vorstellungsinhalt (= Vorstellungsbild), der X repräsentiert und somit von X verschieden ist.
Wenn ich mir einen 100€-Schein vorstelle, dann ist dieser Geldschein mein Vorstellungsgegenstand, und mein geistiges Bild davon ist mein Vorstellungsinhalt. Ein Geldschein und ein geistiges Geldscheinbild sind zwei verschiedene Sachen!
Entsprechend ist ein Geldbetrag von 1 Million Euro etwas anderes als meine geistige "Idee" davon. Ein Geldbetrag ist keine Geldbetragidee, und eine Geldbetragidee ist kein Geldbetrag. Ich kann an der Supermarktkasse mit Geldscheinen bezahlen, aber nicht mit Geldscheinideen in meinem Kopf.



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Fr 24. Okt 2025, 15:03

Timberlake hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 02:05
Consul hat geschrieben :
Mi 22. Okt 2025, 15:20
Nein, eine intentionale Struktur ist nur dem Geist eines an Hexen Denkenden, sich Hexen Vorstellenden eigen.
Dazu vielleicht eine Klarstellung !
  • Intentionalität

    In einem allgemeinen Verständnis bezeichnet I. die Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle. Als philosophischer Terminus wurde er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt. In seiner Psychologie vom empirischen Standpunkt zeigt Brentano auf, dass den psychischen Phänomenen wie Denken, Lieben und Hassen eine intentionale Struktur eigen ist.
Für mich sind Hexen mittelbar eine intentionale Struktur eigen. Eine vorgestellte intentionale Struktur vermittelt durch einen denkenden Geist, dem unmittelbar eine intentionale Struktur eigen ist. Wer würde auch ernsthaft bezweifeln wollen, dass Hexen, obgleich unwirklichen Wesen, "Undinge", in der Vorstellung desjenigen gleichermaßen jenem philosophischen Terminus unterliegen, wie er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt wurde. Einer Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle, auf Grundlage psychischer Phänomene wie Denken, Lieben und Hassen, wie sie als intentionale Struktur eigentlich tatsächlich nur einem denkenden Geist eigen ist.
Intentionalität oder eine intentionale Struktur ist eine Eigenschaft psychischer Phänomene (geistiger Zustände); aber Hexen sind im Gegensatz zu Hexenvorstellungen oder -glaubungen keine psychischen Phänomene, sodass sie selbst nichts Intentionales an sich haben.
Timberlake hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 02:05
Consul hat geschrieben :
Di 14. Okt 2025, 13:59
Es gibt keine Vorstellungen (vorstellenden Akte) ohne existenten Inhalt, aber es gibt Vorstellungen mit nichtexistentem Gegenstand.
Hexen wären damit eben das. Eine Vorstellung (vorstellenden Akt .. Denken, Lieben und Hassen ) mit existenten Inhalt (intentionale Struktur) aber zugleich die Vorstellungen mit einem nichtexistentem Gegenstand.
Wie oft muss ich wiederholen, dass Hexen und Hexenvorstellungen zwei verschiedene Sachen sind?!
Hexen sind als Vorstellungsgegenstände weder hexenbezogene Vorstellungsakte noch Hexen repräsentierende Vorstellungsinhalte.



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Consul hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 14:50
Ich kann an der Supermarktkasse mit Geldscheinen bezahlen, aber nicht mit Geldscheinideen in meinem Kopf.
Du kannst genauso wenig mit echtem Geld in einem vorgestellten Supermarkt bezahlen. Daraus folgt nur, dass echtes Geld in vorgestellten Supermärkten keinen Platz findet. Das Gleiche gilt natürlich umgekehrt: Mit vorgestelltem Geld kannst du nicht an der Supermarktkasse bezahlen. Daraus, dass das vorgestellte Geld nicht im Supermarkt existiert, folgt keineswegs, dass es gar nicht existiert. Dass das vorgestellte Geld ebenfalls im Supermarkt existiert und nicht nur in der Vorstellung, behauptet übrigens auch niemand – daher ist es sinnlos, dagegen zu argumentieren.



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Fr 24. Okt 2025, 15:15

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 14:40
Consul hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 14:31
Nein, keineswegs, denn Heil ist ein Befürworter der Wahrmachertheorie als einer Version der Korrespondenztheorie.
Das ist mir schon klar. Dennoch und gibt es in dem Beitrag einige Argumente gegen die Korrespondenz Theorie, wenn auch wider Willen.
Höchstens gegen diejenige Version davon, der zufolge stets bestehende Sachverhalte die Wahrmacher wahrer Aussagen sind, und es zu jeder wahren (positiven oder negativen) Aussage einen entsprechenden bestehenden (positiven oder negativen) Sachverhalt gibt. Wenn das stimmt (was ich nicht glaube), dann gilt: Die Aussage "a ist (nicht) F" ist genau dann wahr, wenn der Sachverhalt, dass a (nicht) F ist, besteht.



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Fr 24. Okt 2025, 18:06

Consul hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 14:50
Ich kann an der Supermarktkasse mit Geldscheinen bezahlen, aber nicht mit Geldscheinideen in meinem Kopf.
Da bist du aber tief getaucht, um diese Weisheit an Land zu ziehen.
Du sagst: Ich kann an der Kasse nicht mit Geldideen bezahlen.
Stimmt – doch ohne Geldideen gäbe es keine Kasse.
Die Idee wird zur Ursache, und jede Zahlung zur kleinen Verwirklichung.

Die Arbeit eines Chirurgen in einer Stunde und die Arbeit eines Mannes, der in dieser Zeit ein Loch gräbt, sind nicht gleichwertig, obwohl beide vielleicht gleichwertig schwitzen.
Der Wert der Arbeit ist keine physikalische Größe, kein Naturgesetz.
Er ist eine Idee – eine komplexe Vorstellung aus Seltenheit, Wissen, Verantwortung und dem Nutzen, den wir als Gesellschaft darin sehen.
Du kannst auch nicht "eine Stunde Arbeit" in ein Glas geben. Du kannst sie nicht wie Getreide in einem Speicher lagern.
Um sie aufzubewahren, musst du sie in etwas übersetzen, das leicht transportierbar, teilbar und lagerfähig ist.
Du brauchst eine Idee.

Geld ist Arbeit und Idee – gemeinsam fähig, die Welt zu formen und in Bewegung zu setzen.
Wir bezahlen also sehr wohl mit einer Idee.
Dass sie, um wirksam sein zu können, von genug anderen gedacht und geglaubt werden muss, ist der eigentliche Zaubertrick.




Timberlake
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Sa 25. Okt 2025, 19:55

Consul hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 15:03
Timberlake hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 02:05
Consul hat geschrieben :
Mi 22. Okt 2025, 15:20
Nein, eine intentionale Struktur ist nur dem Geist eines an Hexen Denkenden, sich Hexen Vorstellenden eigen.
Dazu vielleicht eine Klarstellung !
  • Intentionalität

    In einem allgemeinen Verständnis bezeichnet I. die Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle. Als philosophischer Terminus wurde er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt. In seiner Psychologie vom empirischen Standpunkt zeigt Brentano auf, dass den psychischen Phänomenen wie Denken, Lieben und Hassen eine intentionale Struktur eigen ist.
Für mich sind Hexen mittelbar eine intentionale Struktur eigen. Eine vorgestellte intentionale Struktur vermittelt durch einen denkenden Geist, dem unmittelbar eine intentionale Struktur eigen ist. Wer würde auch ernsthaft bezweifeln wollen, dass Hexen, obgleich unwirklichen Wesen, "Undinge", in der Vorstellung desjenigen gleichermaßen jenem philosophischen Terminus unterliegen, wie er von Brentano zur Charakterisierung der psychischen Phänomene eingeführt wurde. Einer Zielgerichtetheit des Handelns oder der Gefühle, auf Grundlage psychischer Phänomene wie Denken, Lieben und Hassen, wie sie als intentionale Struktur eigentlich tatsächlich nur einem denkenden Geist eigen ist.
Intentionalität oder eine intentionale Struktur ist eine Eigenschaft psychischer Phänomene (geistiger Zustände); aber Hexen sind im Gegensatz zu Hexenvorstellungen oder -glaubungen keine psychischen Phänomene, sodass sie selbst nichts Intentionales an sich haben.
Das habe ich auch nicht behauptet, dass, sie selbst, also Hexen, etwas Intentionales an sich haben. Ich habe behauptet, dass Hexen eine intentionale Struktur durch einen denkenden Geist vermittelt wird. Denn darüber, dass in der Vorstellung desjenigen, Hexen denken, lieben und hassen, sollten doch wohl keinerlei Zweifel bestehen.


Consul hat geschrieben :
Fr 24. Okt 2025, 15:03
Wie oft muss ich wiederholen, dass Hexen und Hexenvorstellungen zwei verschiedene Sachen sind?!
Hexen sind als Vorstellungsgegenstände weder hexenbezogene Vorstellungsakte noch Hexen repräsentierende Vorstellungsinhalte.
Wie übrigens damit gleichfalls keinerlei Zweifel darüber bestehen sollten, dass der Sache "Hexe", vermittelt über einen denkenden Geist, eben einen solchen Vorstellungsinhalt repräsentiert. Na was denn auch sonst ? Wie sollte auch die "Sache" Hexenvorstellungen ohne dem funktionieren? Also ohne dem, dass ein denkender Geist der Sache Hexen eine intentionale Struktur vermittelt. Wie oft muss ich das doch noch wiederholen. Somit Sache Hexen und die Sache Hexenvorstellungen wenn schon denn schon, die zwei Seiten derselben Medaille sind. Wobei bei dieser Medaille tatsächlich zu unterscheiden ist, ob Hexen nur als Vorstellung oder auch in Wirklichkeit existieren. Denn wenn sie wirklich existieren sollten, bräuchte es keinen denkenden Geist, der der Sache Hexen eine intentionale Struktur vermittelt. Sie hätten, wie der denkende Geist , unmittelbar selbst an sich eine intentionale Struktur. So einfach ist das.




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Di 28. Okt 2025, 13:00

"Rund achtzig Prozent der Materie im Universum bestehen offenbar aus einem unsichtbaren und bislang unbekannten Stoff. Physikerinnen und Physikern mangelt es nicht an Ideen, um was es sich dabei handeln könnte – doch bisher tappen sie noch im sprichwörtlichen Dunkeln." https://www.weltderphysik.de/gebiet/uni ... e-materie/

"Eine rätselhafte Kraft scheint das Universum immer schneller auseinanderzutreiben. Dabei sollte die Schwerkraft der im Weltall enthaltenen Materie die Expansion des Raumes eigentlich abbremsen. Für das unerwartete Phänomen machen Astronominnen und Astronomen sogenannte Dunkle Energie verantwortlich. Was sich physikalisch dahinter verbirgt, weiß bisher niemand." https://www.weltderphysik.de/gebiet/uni ... e-energie/

Sollten solche Befunde "unseren" Wunsch Meta-Physik zu betreiben, nicht etwas bremsen? Wie will man wissen, was alles ist, wenn das meiste davon im Dunklen liegt?



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Di 28. Okt 2025, 17:55

"Eine neue Studie argumentiert, dass Dunkle Materie und Dunkle Energie Illusionen sein könnten, die durch die im Laufe der Zeit nachlassenden Kräfte des Universums verursacht werden.

Lange Zeit glaubten Wissenschaftler, dass Dunkle Materie und Dunkle Energie den größten Teil des Kosmos ausmachen. Eine neue Studie stellt diese lange gehegte Annahme jedoch in Frage, indem sie postuliert, dass diese mysteriösen Komponenten möglicherweise gar nicht existieren. Stattdessen könnten die scheinbaren Dunklen Materie- und Dunklen Energie-Elemente tatsächlich aus der allmählichen Schwächung der fundamentalen Kräfte des Universums mit zunehmendem Alter resultieren.

Die von Rajendra Gupta, außerordentlicher Professor am Institut für Physik der Universität Ottawa, geleitete Forschung legt nahe, dass sich die Kernstärken der Naturkräfte (wie die Schwerkraft) langsam über Zeit und Raum verändern und damit die rätselhaften Verhaltensweisen erklären könnten, die Astronomen beobachten – etwa die Rotation und Entwicklung von Galaxien und die kontinuierliche Ausdehnung des Universums. …" [Google Translate]

Quelle: https://scitechdaily.com/dark-matter-an ... dy-claims/
Ich kann dazu nichts sagen.



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Di 28. Okt 2025, 18:03

Wenn 95 Prozent des Universums außerhalb unserer Reichweite liegen, spricht das meiner Meinung nach nicht unbedingt dafür, dass wir substanzielle metaphysische Aussagen treffen können, oder?



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Di 28. Okt 2025, 20:24

Die metaphysische Kosmologie ist die spekulative Kosmologie; und je weiter sie sich von der empirisch-physikalischen Kosmologie und deren gesichertem Wissen entfernt, desto spekulativer wird sie. Auf metaphysische Annahmen sollten eh keine apriorisch-dogmatischen Wissensansprüche erhoben werden, weil es sich dabei lediglich um mehr oder weniger vernünftige, mehr oder weniger glaubhafte Mutmaßungen handelt.
Der große Metaphysiker David Armstrong mahnt zur Bescheidenheit:
"Wir alle haben Überzeugungen, betont [Peter van Inwagen], die über den rationalen Konsens hinausgehen, welcher im mooreschen Wissen [grundlegenden Wissen des gesunden Menschenverstands (common sense) – hinzugef.], in logisch oder mathematisch bewiesenen Sachverhalten und in den sichereren Teilen der Naturwissenschaften zu finden ist.
...
Ich schlage außerdem vor, dass wir sehr vorsichtig sein sollten, wenn wir Wissensansprüche außerhalb des rationalen Konsenses erheben. Ich spreche bewusst von Ansprüchen. Viele behaupten zu wissen, dass Gott, sagen wir der christliche Gott, existiert. Viele würden auch behaupten zu wissen, dass ein solcher Gott nicht existiert. (Obwohl ich selbst sehr stark zum Atheismus neige, behaupte ich dennoch nicht zu wissen, dass es keinen Gott gibt. Insofern bin ich Agnostiker.) Es ist möglich, das gebe ich zu (epistemisch möglich), dass einige Personen in dem einen oder anderen dieser beiden Lager wissen, was sie zu wissen behaupten. Genauso ist es epistemisch möglich, dass einige von uns unter den konkurrierenden Lehren der Philosophen nicht nur einen wahren Glauben bei bestimmten philosophischen Themen haben, sondern diese Wahrheit tatsächlich kennen. Das sei zugegeben. Dennoch halte ich es nicht für rational, wenn eine der streitenden Personen in der Religion oder der Philosophie öffentlich behauptet, Wissen zu besitzen. Denn obwohl es sein kann, dass sie im Besitz von Wissen sind (das gebe ich zu), ist es schwer zu erkennen, wie sie wissen können, dass sie es wissen. Die stille Hoffnung, dass sie tatsächlich Wissen haben, ist das Beste." [Google Translate mit Änderungen meinerseits]

(Armstrong, D. M. Truth and Truthmakers. Cambridge: Cambridge University Press, 2004. pp. 34-5)

"Eine meiner Lehren lautet, dass es in den Bereichen Philosophie und Religion kein Wissen gibt. Wir können nur wissen, was wir glauben. Denn bedenken Sie: In diesen Bereichen herrscht keine einhellige Meinung darüber, was wahr ist. Menschen, die intellektuell kompetent genug sind, um diese Themen zu diskutieren, die sich ernsthaft mit den Argumenten für und gegen bestimmte Ansichten – der Existenz Gottes oder der Existenz von Universalien – auseinandergesetzt haben, die die Argumente kennen sowie die Bücher und Aufsätze gelesen und verstanden haben, sind sich völlig uneinig. Wir sollten in diesen Fragen sicherlich nicht behaupten, Wissen zu besitzen. Wir alle haben unsere Hoffnungen. Vielleicht wissen einige von uns tatsächlich etwas über diese schwierigen Themen. Aber wie können wir rational sicher sein, dass wir tatsächlich Wissen haben? Es ist klug und entspricht unserer Natur, nicht mehr als Glauben zu beanspruchen." [Google Translate mit Änderungen meinerseits]

(Armstrong, D. M. "A Naturalist Program: Epistemology and Ontology." Proceedings and Addresses of the American Philosophical Association 73/2 (November 1999): 77-89. p. 82)
Fußnote:
Was Armstrong "mooresches Wissen" ("Moorean knowledge") nennt, ist nach George Edward Moore benannt.
""Moorean knowledge" bezieht sich auf eine Art von Wissen, das als so grundlegend angesehen wird, dass wir es besser wissen als die Prämissen jeglichen philosophischen Arguments, das zu seiner Infragestellung führt. Diese Bezeichnung geht auf den Philosophen G.E. Moore zurück, der argumentierte, dass es möglich ist, skeptische Argumente zurückzuweisen, indem man einfache, alltägliche Wahrheiten bekräftigt, wie zum Beispiel, dass man selbst eine Hand vor sich hat. Mooreanische Fakten sind also grundlegende Überzeugungen, die nicht durch philosophische Argumente erschüttert werden können, weil unsere Kenntnis dieser Fakten fundamentaler ist.

* Grundlegende Überzeugungen: Es handelt sich um grundlegende Überzeugungen über die Welt, die so offensichtlich sind, dass sie die Basis für andere Argumente bilden.
* Schutz vor Skeptizismus: Sie dienen als Abwehr gegen skeptische Argumente, die die Möglichkeit unserer Kenntnis in Frage stellen wollen.
* G.E. Moore: Der Begriff ist nach dem britischen Philosophen G.E. Moore benannt, der diese Art von Wissen verteidigte.
* Beispiel: Ein klassisches Beispiel ist Moores berühmtes Argument, bei dem er eine Hand vor sich hält, um die Existenz externer Objekte zu beweisen, und damit skeptische Argumente widerlegt, die behaupten, man könne nicht sicher sein, dass externe Objekte überhaupt existieren."

Quelle: Google KI-Suche



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Consul
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Di 28. Okt 2025, 22:40

Das physikalische Problem der Dunklen Energie/Materie stellt übrigens keinerlei Bedrohung des physikalistischen Weltbildes dar, da kein Physiker behauptet, dass es sich um irgendetwas Hyperphysisches handelt.



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Consul hat geschrieben :
Di 28. Okt 2025, 20:24
Armstrong hat geschrieben : (Obwohl ich selbst sehr stark zum Atheismus neige, behaupte ich dennoch nicht zu wissen, dass es keinen Gott gibt. Insofern bin ich Agnostiker.)
Das macht aus Glauben und Nicht-Glauben aber irgendwie symmetrische Positionen, und das schmeckt mir nicht. Warum sollte ich Agnostiker sein, wenn ich keinerlei Gründe sehe, die für die Existenz eines Gottes sprechen? (Man könnte hier auch sagen, dass die "Beweislast" bei den Gläubigen liegt, aber auf der anderen Seite scheint die Frage nach der "Beweislast" irgendwie absurd zu sein.)

Mir ist zwar bewusst, dass die agnostische Haltung intellektuell wahrscheinlich die angemessenere ist – sicher bin ich nicht – aber ich kann sie nicht mit ganzem Herzen einnehmen. Das Einzige, was mich etwas mit ihr etwas versöhnt, ist, dass es in meinem Bekanntenkreis einige kluge, rechtschaffene, gläubige Menschen gibt …



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