Consul hat geschrieben : ↑ Sa 6. Dez 2025, 14:29
Timberlake hat geschrieben : ↑ Fr 5. Dez 2025, 12:43
Wie dem auch sei, weil den "wesentlichen Kern" physikalischer Gegenstände betreffend, "subtanziell" dürften Naturgesetzen allemal sein.
Wenn Naturgesetze überhaupt Entitäten sind, und sie nichts weiter als allgemeine Sätze oder Propositionen (Formeln) sind, die natürliche Zusammenhänge beschreiben, dann sind sie gewiss keine Substanzen. Laut David Armstrong sind Naturgesetze natürliche, naturnotwendige Beziehungen zwischen Universalien (universalen Attributen) und damit auch keine Substanzen. Wenn "Substanz" allerdings nur "fundamentale Entität" bedeutet, dann sind Naturgesetze für einige Philosophen wie Tim Maudlin substanziell.
Genauso, wie von Tim Maudli, wollte ich die Substanz von Naturgesetze verstanden wissen, als eine "fundamentale Entität".
wirtschaftslexikon.gabler.de hat geschrieben :
dialektischer Materialismus
2. Für Marx dagegen basieren alle geistigen und sozialen Erscheinungen auf der objektiven Realität, die für ihn allein die Materie sein kann (Materialismus), d.h. die Ideen und das Bewusstsein sind nur Reflexe der materiellen Wirklichkeit. Unter dem Materiellen versteht er die Gesamtheit aller objektiv-realen Dinge und Prozesse einschließlich der Beziehungen, Zusammenhänge und Verhältnisse in Natur und Gesellschaft. Wesentliches Merkmal dieses Materiebegriffs ist für Marx und Engels die Bewegung im Sinn fortschreitender dialektischer Veränderung, hervorgerufen durch die inneren Widersprüche und Spannungen. Aus der Spannung der Gegensätze und ihrer gegenseitigen Durchdringung wird die Entwicklung zu Neuem und Höherem abgeleitet („Einheit und Kampf der Gegensätze”).
Eine "fundamentale Entität", wo sich Dinge und somit materielle Entitäten mit immateriellen Entitäten, wie den Naturgesetzen, gegenseitig durchdringen. Sodass in Kombination von beiden eine Entwicklung zu Neuem und Höherem abgeleitet werden kann. („Einheit und Kampf der Gegensätze”).
"Mein Vorschlag ist einfach: Naturgesetze sollten als ontologisch primitiv anerkannt werden. Wir können Metaphern verwenden, um die Vorstellungskraft anzuregen: Unter den Regelmäßigkeiten zeitlicher Entwicklung gibt es einige, wie etwa die in Schrödingers Gleichung beschriebene, welche die Entwicklung steuern, bestimmen oder erzeugen. Doch diese Metaphern dienen nicht als Analysen. Tatsächlich ist relativ klar, was behauptet wird, wenn eine funktionale Beziehung als Gesetz bezeichnet wird. Gesetze sind die Muster, die die Natur befolgt; zu sagen, was physikalisch möglich ist, bedeutet zu sagen, was die Beschränkungen dieser Muster zulassen." [Google Translate]
(Maudlin, Tim. The Metaphysics Within Physics. New York: Oxford University Press, 2007. p. 15)
"Meine Analyse von Gesetzen ist eigentlich gar keine Analyse. Vielmehr schlage ich vor, Gesetze als fundamentale Entitäten in unserer Ontologie zu akzeptieren. Oder, um es auf der begrifflichen Ebene auszudrücken: Der Begriff des Gesetzes lässt sich nicht auf andere, primitivere Begriffe reduzieren." [Google Translate]
(Maudlin, Tim. The Metaphysics Within Physics. New York: Oxford University Press, 2007. p. 18)
Um an dieser Stelle Tim Maudli zu ergänzen. Was wären auch immaterielle Naturgesetzte, ohne dass sie sich auch auf materielles und demzufolge auf das ganze Gegenteil dessen auswirken könnten.
Timberlake hat geschrieben : ↑ Fr 5. Dez 2025, 12:43
Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑ Di 18. Nov 2025, 21:15
- Substanzen sind das, was unabhängig von allem anderen für sich allein existieren könnte.
- Nichts kann unabhängig von allem anderen für sich allein existieren.
- Also gibt es keine Substanzen.
.. und was ist, wenn ich sage, dass die Naturgesetze "Substanzen" sind, die unabhängig von allem anderen für sich allein existieren können? Sie somit dem entsprechen, was hier Jörn zur Diskussionsgrundlage dieses "Diskussionsstranges" gemacht hat?
Somit diese Frage sicherlich so (un-) sinnig ist, wie das im Vergleich dazu auch ein Pluspol der Batterie eines Stromkreises, auch ohne dessen ganze Gegenteil, den Minuspol, für sich allein existieren könne.
@Consul
Möglicherweise wurde von dir ja deshalb diese Frage nicht beantwortet. Wenngleich, zumindest für mich, ein Universum, das nur aus Naturgesetze und somit nur aus immaterielles besteht, durchaus vorstellbar wäre.
Consul hat geschrieben : ↑ Sa 29. Nov 2025, 06:44
(Stelle dir beispielsweise Folgendes vor: Michelangelos David-Statue schwebt als einziger Gegenstand in einem ansonsten völlig leeren Weltraum.)
Wenn man sich vorstellen kann, dass Michelangelos David-Statue als einziger Gegenstand in einem ansonsten völlig leeren Weltraum schwebt, warum dann nicht auch das. Ich hielte das sogar für sehr viel wahrscheinlicher.