Sinn

Aspekte metaphysischer Systementwürfe und der Ontologie als einer Grunddisziplin der theoretischen Philosophie können hier diskutiert werden.
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Stefanie
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So 17. Sep 2023, 16:27

Peter ging nach Hause." Dieser Satz hat einen Sinn, wie jeder Satz einen Sinn hat, Sinnhaben ist eine allgemeine Eigenschaft von Sätzen, finde ich.
Danach haben sowohl der Satz "Nachts ist es kälter als Draußen" und der Satz mit dem Eisessen einen Sinn. So wie der Satz Peter ging nach Hause.
Aber, das was die Sätze beschreiben, ist vor allem bei dem Satz "Nachts ... ziemlich sinnentleert.
Das passt irgendwie nicht zusammen.



Der, die, das.
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm!
(Sesamstraße)

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Quk
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So 17. Sep 2023, 16:37

Wie gesagt, um ein Urteil über die Sinnhaftigkeit eines Satzes fällen zu können, muss zuerst das Ziel* des Satzes genannt werden.

* Ziel, Absicht, Aufgabe, Zweck ...

Siehe 68031




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Jörn Budesheim
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So 17. Sep 2023, 16:50

Und, um das Ziel eines Satzes zu verstehen, muss man ...?




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Jörn Budesheim
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So 17. Sep 2023, 17:12

Der Begriff Sinn (für sich genommen) kann in die verschiedensten Richtungen weisen, finde ich. (Wobei die "Richtungen" und das "Weisen" schon zur Bedeutung von Sinn gehören, finde ich). In gewisser Weise (ooops) sind darin auch die Sinne und die Sinnlichkeit aufgehoben, z.B. spricht man vom 7. Sinn.

Sinn kann in Richtung (sic!) Bedeutung und Bedeutsamkeit, Sinn und Zweck, Sinnhaftigkeit und Vernunft weisen. Man kann an den höheren oder tieferen Sinn des Lebens denken.

Sucht man nach der Etymologie, so findet man folgendes:

mhd., ahd. sin lässt sich über ahd. sinnan „streben, begehren“, eigtl. „reisen, sich begeben“ auf idg. *sent– „gehen, reisen“ zurückführen, aus dem auch lat. sentire „fühlen, wahrnehmen“ mit dem dazugehörigen Substantiv sensus „Gefühl, Sinn, Meinung“ hervorgegangen ist.

Im Italienischen, habe ich mal gelesen, soll "senso" die Richtung sein.




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Jörn Budesheim
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So 17. Sep 2023, 17:17

Stefanie hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 16:27
Satz
Ist denn jede Zusammenstellung von Worten ein Satz?




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Quk
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So 17. Sep 2023, 17:36

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 16:50
Und, um das Ziel eines Satzes zu verstehen, muss man ...?
... zunächst das Ziel beschreiben, besprechen oder bebildern. Das gelingt oft mithilfe von Symbolen.

In einem nichtkomödiantem Kontext haben solche Zielbeschreibungen, -besprechungen oder -bebilderungen ihrerseits meist das Ziel, richtig verstanden zu werden. Aus dem Kontext heraus wird also meistens klar, welches Ziel sie haben. So muss deren Ziel nicht abermals explizit genannt werden.




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Jörn Budesheim
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So 17. Sep 2023, 17:40

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 17:12
Bedeutung und Bedeutsamkeit
Für die meisten Begriffe in meiner Aufzählung im Beitrag zuvor gilt vermutlich, dass man sie in eine weitere "Begriffswolke" (nicht negativ gemeint) packen könnte. Ich wollte hier nur einen Punkt hervorheben, weil er mir wichtig erscheint und im vorigen Beitrag vielleicht etwas zu kurz gekommen ist: Bedeutung (und Bedeutsamkeit) kann einerseits auf Werte und Wichtigkeit hinweisen, andererseits kann damit auch die Bedeutung eines Satzes, also das, was damit gemeint ist, gemeint sein.




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Jörn Budesheim
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So 17. Sep 2023, 17:59

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 17:40
Begriffswolke
Wie hängen die Begriffe einer solchen Begriffswolke eigentlich zusammen? Vermutlich doch nicht kausal, die Begriffe verursachen sich nicht gegenseitig, sondern sie hängen – ja wie eigentlich? sinnvoll miteinander zusammen, sie bilden zusammen eine sinnvolle Ordnung ...




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Jörn Budesheim
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So 17. Sep 2023, 18:14

Quk hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 17:36
Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 16:50
Und, um das Ziel eines Satzes zu verstehen, muss man ...?
... zunächst das Ziel beschreiben, besprechen oder bebildern. Das gelingt oft mithilfe von Symbolen.

In einem nichtkomödiantem Kontext haben solche Zielbeschreibungen, -besprechungen oder -bebilderungen ihrerseits meist das Ziel, richtig verstanden zu werden. Aus dem Kontext heraus wird also meistens klar, welches Ziel sie haben. So muss deren Ziel nicht abermals explizit genannt werden.
Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass am Ende dabei rauskommt, dass man den Zweck eines Satzes versteht, wenn man den Zweck des Satzes versteht. Läuft die Übung nicht darauf hinaus? Oder habe ich es nur noch nicht richtig verstanden?




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Quk
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So 17. Sep 2023, 19:17

Ja, die Befürchtung ist wohl sinnvoll.

Die Rotationsgeschwindigkeit des Hamsterrads erfährt an dieser Stelle zumindest eine Entschleunigung, denke ich, da die Bremsbacken der intuitionbesitzenden Leserschaft hier stärker zupacken.




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Quk
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So 17. Sep 2023, 19:23

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 17:59
Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 17:40
Begriffswolke
Wie hängen die Begriffe einer solchen Begriffswolke eigentlich zusammen? Vermutlich doch nicht kausal, die Begriffe verursachen sich nicht gegenseitig, sondern sie hängen – ja wie eigentlich? sinnvoll miteinander zusammen, sie bilden zusammen eine sinnvolle Ordnung ...
Es gibt verschiedene Arten von Beziehungen, würde ich sagen:
Etymologisch-kausale, grammatisch-bedingte, anwendungsähnliche, zielähnliche, themenverwandte ...




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Jörn Budesheim
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Gerade lese ich auf Facebook: "An unseren Schulen wird das Streben nach einem Zweck gelehrt, aber nicht das nach einem Sinn." Ich denke, da ist was dran!

Und: " [...] Die Schulen und das Elternhaus sind oft unzureichend in der Lage, die Grundlagen kultureller Rezeption zu vermitteln. Das gegenwärtige Bildungswesen ist durchwebt von neoliberalen Ideen und ökonomischer Ausrichtung (PISA). An unseren Schulen wird das Streben nach einem Zweck gelehrt, aber nicht das nach einem Sinn. Kunst als poetische Macht der Zwecklosigkeit hat es daher schwer und wird an den Rand, an die Grenze zur Peripherie gedrängt. In einem besorglichen Grenzbereich bewegt sich daher der Künstler als soziales Wesen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) stellte vor kurzem in Berlin eine Studie vor, wo nach Künstler zwar arm, aber glücklich seien. Als Gründe wurden genannt, ich zitiere: „Künstler ziehen aus der Tätigkeit selbst einen viel größeren Nutzen als aus dem Geld, das sie damit verdienen“ [...] " (Michael Schulze)




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Jörn Budesheim
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Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 17. Sep 2023, 12:47
Hat das, was wir manchmal denken, fühlen, sagen etc. gelegentlich Sinn? Und wenn ja, was heißt es, dass etwas Sinn hat?
Hätte ich an dieser Stelle anders formuliert, nämlich so: "Hat das, was wir manchmal denken, fühlen, sagen etc. gelegentlich Bedeutung? Und wenn ja, was heißt es, dass etwas Bedeutung hat?", wäre dann auch gleich die Frage nach dem Zweck aufgetaucht?




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