Atheist und trotzdem gläubig – geht das? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur
Die Physik der Figuren und die formellen Regeln und Spielzüge sind halt verschiedene Ebenen. Das ist doch klar, oder nicht?
Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.
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Timberlake
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Wenn dir das … A! .. klar ist, dass die Physik der Figuren und die formellen Regeln und Spielzüge halt verschiedene Ebenen sind, dann sollte dir allerdings … B! … auch klar sein, worauf Jörn meiner Meinung nach hinaus will.
Beispiel
"Werte [EM, KOG, PER, SOZ], in der Form der indiv. Werthaltungen von Kluckhohn (1951) sind Werte def. als eine explizite oder implizite, für ein Individuum oder eine Gruppe charakteristische Konzeption des Wünschenswerten, die die Auswahl unter verfügbaren Handlungsarten (Handlung), -mitteln und -zielen (Ziele) beeinflusst".
(https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/werte)
Wenn Werte die Handlungsarten (Handlung), -mitteln und -zielen (Ziele) von einem Individuum oder eine Gruppe beeinflusst, so könnte ich mir dazu eine Metapher aus der Physik vorstellen Einer Metapher, wonach die Handlungen eines Individuums oder einer Gruppe von Naturgesetze und Naturkonstanten beeinflusst werden. Gehe ich doch einmal davon aus, dass dergleichen nicht völlig "wertfrei" davon erfolgt. Es sei denn, man befindet sich in einem Star Trek-Universum
Und zwar, dass die Physik keine Antworten darauf hat, welcher richtige Zug, sich aus der obigen Stellung ergibt. Wohlgemerkt Züge von Schachfiguren, wie sie im übertragenem Sinn auch für "Züge" bei philosophischen Fragen gelten. Auch dessen Antworten lassen sich nicht aus der Physik ableiten. Es sei denn, man bedient sich der Physik als Metapher zu Bedeutungen , Werten, Gründen, den Sinn des Lebens. Die Gedichte von Rilke lasse ich einmal dabei außen vor.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 9. Dez 2025, 08:03
Ich nehme dein Beispiel mit den Schachfiguren auf. Wer hier den richtigen Zug finden will, muss nicht über die Physik der Figuren nachdenken. Die Stellung lässt sich nämlich auf unendlich viele verschiedene Arten darstellen – mit Holz- oder Metallfiguren, auf dem Bildschirm, auf Papier, oder man stellt sie sich nur vor. Sie ist eine abstrakte Struktur, basierend auf den Schachregeln.
Wichtig: Gemäß dieser Regeln gibt es richtige (regelkonforme) und falsche Züge sowie gute und schlechte – das heißt, es gibt (schachliche) Normativität.
Aber: Normativität in jeder Hinsicht und Schach sind gar kein Gegenstand der Physik. Die Physik kann dir sagen, wie sich ein physikalischer Gegenstand (der in dem Spiel vielleicht als Dame fungiert) gemäß den Gesetzen der Physik bewegt, wenn du ihn schiebst, aber nicht, ob der Zug regelkonform oder taktisch klug ist - ersticktes Matt ist kein physikalisches Phänomen.
Deshalb mein Einwand: Wenn du sagst „mein Ausgangspunkt ist die Physik", dann kannst du damit nicht über Schach nachdenken – weil Regeln, Normativität, Bedeutung und Strategie einfach nicht zum Gegenstandsbereich der Physik gehören.
Anders gesagt: Man kann den richtigen Zug in der obigen Stellung nicht aus der Physik der Figuren ableiten.
Und genauso verhält es sich mit Philosophie: Wenn dein Ausgangspunkt die Physik ist, wie kommst du dann zu philosophischen Fragen über Bedeutung, Werte, Gründe, den Sinn des Lebens? Gedichte von Rilke? Diese gehören einfach nicht zum Gegenstandsbereich der Physik. Darauf hat sie keine Antworten. Das Gleiche gilt für die Frage nach Gott, um die es hier in dem Faden geht. Weiter oben: „Auf das Argument, Naturwissenschaft und Glaube schlössen sich aus, antworte ich: Freund, Du hast keine Ahnung von Naturwissenschaft.“ (Harald Lesch)
Beispiel
"Werte [EM, KOG, PER, SOZ], in der Form der indiv. Werthaltungen von Kluckhohn (1951) sind Werte def. als eine explizite oder implizite, für ein Individuum oder eine Gruppe charakteristische Konzeption des Wünschenswerten, die die Auswahl unter verfügbaren Handlungsarten (Handlung), -mitteln und -zielen (Ziele) beeinflusst".
(https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/werte)
Wenn Werte die Handlungsarten (Handlung), -mitteln und -zielen (Ziele) von einem Individuum oder eine Gruppe beeinflusst, so könnte ich mir dazu eine Metapher aus der Physik vorstellen Einer Metapher, wonach die Handlungen eines Individuums oder einer Gruppe von Naturgesetze und Naturkonstanten beeinflusst werden. Gehe ich doch einmal davon aus, dass dergleichen nicht völlig "wertfrei" davon erfolgt. Es sei denn, man befindet sich in einem Star Trek-Universum
Zuletzt geändert von Timberlake am Mi 10. Dez 2025, 01:42, insgesamt 8-mal geändert.
So ist es, es sind eben verschiedene Ebenen.Timberlake hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 01:00Und zwar, dass die Physik keine Antworten darauf hat, welcher richtige Zug, sich aus der obigen Stellung ergibt. Wohlgemerkt Züge von Schachfiguren, wie sie im übertragenem Sinn auch für "Züge" bei philosophischen Fragen gelten. Auch dessen Antworten lassen sich nicht aus der Physik ableiten.
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Burkart hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 01:18So ist es, es sind eben verschiedene Ebenen.Timberlake hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 01:00Und zwar, dass die Physik keine Antworten darauf hat, welcher richtige Zug sich aus der obigen Stellung ergibt. Wohlgemerkt Züge von Schachfiguren, wie sie im übertragenen Sinn auch für „Züge“ bei philosophischen Fragen gelten. Auch deren Antworten lassen sich nicht aus der Physik ableiten.
„Das ganz Diesseitige“ – was wäre damit alles gemeint? Schach ist für mich ein gutes Beispiel für etwas Diesseitiges. Es ist vollständig diesseitig. Dennoch besteht es nicht einfach aus „Natur samt Naturgesetzen, die auf dem Materialismus basieren“. Es gibt eben – wie ihr oben schreibt – „verschiedene Ebenen“. Schach ist ein reales, diesseitiges Phänomen der Welt. Es steht nicht in Konkurrenz zur Physik, aber es lässt sich aus ihr ebenso wenig ableiten. Und ein ersticktes Matt stellt die Naturgesetze auch nicht infrage, wir haben es einfach mir einer anderen Ebene zu tun.
Zur Diesseitigkeit eine Zwischenbemerkung: Der Materialismus? Ist er selbst ganz diesseitig? Ich würde sagen: als Position keineswegs. Der Materialismus ist eine metaphysische Behauptung, weil er eine Aussage über das Ganze der Wirklichkeit macht. Damit überschreitet er den Bereich des empirisch Begründbaren. Er ist keine wissenschaftliche Hypothese, die durch Beobachtungen falsifiziert oder bestätigt werden könnte. Das ist keinen Deut anders als die Hypothese, es gäbe einen jenseitigen Gott. Inhaltlich natürlich völlig verschieden, aber beide haben dasselbe epistemische Problem: Sie machen Totalitätsaussagen, die nur aus einem imaginären „Blick von außerhalb“ der Welt verifiziert werden könnten. In diesem Sinne haben beide etwas Jenseitiges.
Wie auch immer: Bleiben wir zunächst bei den verschiedenen Ebenen. Damit sind wir nämlich im Prinzip wieder am Anfang des Fadens und bei Hartmut von Sass. In dem Video erläutert er seine Position anhand des Bildes, das ein Kind – sein Freund – für ihn gezeichnet hat. Er spricht dabei in einem gewissen Sinn ebenfalls von verschiedenen Ebenen, auch wenn er den Ausdruck nicht verwendet: Er spricht von der Ebene des Kunstliebhabers, der des Händlers und der des Chemikers. Das sind jeweils verschiedene Betrachtungsebenen. In jeder dieser Ebenen zeigt sich etwas anderes, mal ein ästhetischer Wert, mal monetärer Wert, mal die chemische Zusammensetzung des Bildes.
Damit beginnt er. Im nächsten Schritt führt er – nach meinem vorläufigen Verständnis – eine weitere Ebene ein: den Glauben. Statt von Ebenen spricht von Sass jedoch von Perspektiven. Ja, das ist vielleicht nicht einfach dasselbe, stimmt - aber für den Einstieg mag das genügen, später müsste man es präzisieren. Glauben entspricht für ihn einer solchen Perspektive auf die Welt. In dieser Perspektive wird die Welt zum Beispiel zur Schöpfung, und die Menschen werden zum Nächsten und vieles andere mehr.
Von Sass kreuzt damit ausdrücklich metaphysische Positionen durch; er glaubt nicht an einen metaphysischen (und personalen) Gott. Er ist also weniger Metaphysiker als ein Materialist! (Dieser Seitenhieb musste jetzt sein.) A-theistisch ist seine Position, weil er – nach meinem bisherigen Verständnis – davon ausgeht, dass es keinen Gott gibt in dem Sinne von „geben“, wie es Steine oder Personen gibt. Für ihn bleibt es dennoch Glaube, weil diese Perspektive sein Weltverstehen, seine Orientierung und sein Handeln leitet.
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
Richtig, Schach ist sehr diesseitig, es hat ja nichts mit Gott, Glauben oder ähnlichem Jenseitigen zu tun.
Es hat wie so vieles vor allem zwei Ebenen: Die Physik (der Figuren u.ä.) und die geistige des Menschen. Der Mensch als Geschöpf (in) der physischen Welt ist die Schnittstelle der beiden Ebenen. Ein ersticktes Matt ist natürlich nur auf menschlich geistiger und nicht auf physi(kali)scher Ebene sinnvoll zu beschreiben.
Zum Materialismus, soweit ich den Begriff verstehe:
Materie (bzw. MERZ) ist Physik, die Theorie bzw. Philosophie dazu dafür auf unserer menschlichen Ebene.
"...dass alles aus Materie besteht und alle Phänomene – auch Geist und Bewusstsein – auf materielle Prozesse zurückzuführen sind.":
Ich sehe den Mensch (oder ggf. auch Tiere...) eben als Schnittstelle zwischen Physik und Geist und Bewusstein u.ä.: Wir beruhen vollständig auf Physik, alles Geistige sind z.B. sehr komplexe Prozesse (Zwischenebenen sind z.B. Biochemie, DNS, Neuronen, Gehirn (auch Körper) und über den einzelnen Menschen hinaus gesellschaftliche Vereinbarungen u.ä.).
Ich sehe keinen Grund, warum die Evolution es nicht hinbekommen haben soll, aus "totem Material" über (bewegte) Physik, Chemie, Biochemie die Ursuppe zu Leben hinbekommen haben soll und daraus letztlich auch den Menschen (wobei sich Geist und Bewusstsein dabei mitentwickelt hat). Das Gegenteil davon wäre Gottes schrittweise Erschaffung in sechs Tagen
Es hat wie so vieles vor allem zwei Ebenen: Die Physik (der Figuren u.ä.) und die geistige des Menschen. Der Mensch als Geschöpf (in) der physischen Welt ist die Schnittstelle der beiden Ebenen. Ein ersticktes Matt ist natürlich nur auf menschlich geistiger und nicht auf physi(kali)scher Ebene sinnvoll zu beschreiben.
Zum Materialismus, soweit ich den Begriff verstehe:
Materie (bzw. MERZ) ist Physik, die Theorie bzw. Philosophie dazu dafür auf unserer menschlichen Ebene.
"...dass alles aus Materie besteht und alle Phänomene – auch Geist und Bewusstsein – auf materielle Prozesse zurückzuführen sind.":
Ich sehe den Mensch (oder ggf. auch Tiere...) eben als Schnittstelle zwischen Physik und Geist und Bewusstein u.ä.: Wir beruhen vollständig auf Physik, alles Geistige sind z.B. sehr komplexe Prozesse (Zwischenebenen sind z.B. Biochemie, DNS, Neuronen, Gehirn (auch Körper) und über den einzelnen Menschen hinaus gesellschaftliche Vereinbarungen u.ä.).
Ich sehe keinen Grund, warum die Evolution es nicht hinbekommen haben soll, aus "totem Material" über (bewegte) Physik, Chemie, Biochemie die Ursuppe zu Leben hinbekommen haben soll und daraus letztlich auch den Menschen (wobei sich Geist und Bewusstsein dabei mitentwickelt hat). Das Gegenteil davon wäre Gottes schrittweise Erschaffung in sechs Tagen
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- Jörn P Budesheim
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Die Physik der Figuren gehört eigentlich gar nicht zum Schachspiel selbst, denn in den Regeln ist keine bestimmte Materialität der Figuren verankert. Im Freizeitschach können die Figuren aus Holz, Plastik, Metall oder auch rein digital als Pixel vorliegen. Diese Unterschiede haben keinen Einfluss auf die Stellungsbewertung. Ein ersticktes Matt mit einem Plastikspringer unterscheidet sich in keiner Weise von einem mit einem Holz- oder Pixelspringer.Burkart hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 11:33Richtig, Schach ist sehr diesseitig, es hat ja nichts mit Gott, Glauben oder ähnlichem Jenseitigen zu tun.
Es hat wie so vieles vor allem zwei Ebenen: Die Physik (der Figuren u.ä.) und die geistige des Menschen. Der Mensch als Geschöpf (in) der physischen Welt ist die Schnittstelle der beiden Ebenen. Ein ersticktes Matt ist natürlich nur auf menschlich geistiger und nicht auf physi(kali)scher Ebene sinnvoll zu beschreiben.
Das „Geistige des Menschen“ spielt zwar eine Rolle, aber das gilt für Theateraufführungen ebenso – damit ist noch nichts erklärt.
Schach bildet meines Erachtens eine eigene Ebene. Sobald die Regeln einmal in der Welt sind, entscheidet im Prinzip die Stellung selbst, was ein guter oder schlechter Zug ist, auch wenn man darüber hinaus auch gegen den Gegner und seine Eigenheiten spielen kann à la Lasker. Oder anders ausgedrückt: Die Regeln sind eine endliche, von Menschen geschaffene Konvention. Sobald sie aber existieren, erzeugen sie einen unendlichen, autonomen Möglichkeitsraum von Stellungen und Zugfolgen.
Die Güte eines Zuges hängt also im Prinzip weder von unserem Geist noch von der materiellen Beschaffenheit der Figuren ab.
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
Sicher, die reale Ausgestaltung der Schachfiguren ist nicht wichtig (solange sie hinreichend erkennbar sind), aber ohne physische Figuren gäbe es das Spiel gar nicht; vor Jahrhunderten hatten sie ja noch keine Computer, und nur aufmalend oder gar nur im Kopf haben sie sicher nicht gespielt.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 12:19Die Physik der Figuren gehört eigentlich gar nicht zum Schachspiel selbst, denn in den Regeln ist keine bestimmte Materialität der Figuren verankert. Im Freizeitschach können die Figuren aus Holz, Plastik, Metall oder auch rein digital als Pixel vorliegen. Diese Unterschiede haben keinen Einfluss auf die Stellungsbewertung. Ein ersticktes Matt mit einem Plastikspringer unterscheidet sich in keiner Weise von einem mit einem Holz- oder Pixelspringer.Burkart hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 11:33Richtig, Schach ist sehr diesseitig, es hat ja nichts mit Gott, Glauben oder ähnlichem Jenseitigen zu tun.
Es hat wie so vieles vor allem zwei Ebenen: Die Physik (der Figuren u.ä.) und die geistige des Menschen. Der Mensch als Geschöpf (in) der physischen Welt ist die Schnittstelle der beiden Ebenen. Ein ersticktes Matt ist natürlich nur auf menschlich geistiger und nicht auf physi(kali)scher Ebene sinnvoll zu beschreiben.
Das „Geistige des Menschen“ spielt zwar eine Rolle, aber das gilt für Theateraufführungen ebenso – damit ist noch nichts erklärt.
Schach bildet meines Erachtens eine eigene Ebene. Sobald die Regeln einmal in der Welt sind, entscheidet im Prinzip die Stellung selbst, was ein guter oder schlechter Zug ist, auch wenn man darüber hinaus auch gegen den Gegner und seine Eigenheiten spielen kann à la Lasker. Oder anders ausgedrückt: Die Regeln sind eine endliche, von Menschen geschaffene Konvention. Sobald sie aber existieren, erzeugen sie einen unendlichen, autonomen Möglichkeitsraum von Stellungen und Zugfolgen.
Die Güte eines Zuges hängt also im Prinzip weder von unserem Geist noch von der materiellen Beschaffenheit der Figuren ab.
Krass gesagt ist es mit allen menschlichen "Produkten" so: Ohne seinen physischen Körper gäbe es keinen Buchdruck und natürlich auch keine Theaterausfführungen.
Geistiges gibt es wieder auf verschiedenen Ebenen: Beim Schach ist ein Zug oder eine Stellung recht elementar, ein Matt als besondere Stellung "höher", das erstickte Matt noch "höher".
Genau, die Regeln sind die von Menschen geschaffene Konvention und ergeben ihren Möglichkeitsraum, eben eine höhere, spezielle theoretische Ebene auf/über dem menschlichen Denken.
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Und deswegen sind zur Betrachtung von Schach die zwei Ebenen (Materie und Geist), die du zuvor vorgelegt hast, zu wenig. Das Schachspiel selbst muss auch in den Blick kommen.
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Klar, die Geistesebene können wir auch gerne hier in mehrere Ebenen unterteilen, also gerne dem Schachspiel eine zuordnen.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 13:00Und deswegen sind zur Betrachtung von Schach die zwei Ebenen (Materie und Geist), die du zuvor vorgelegt hast, zu wenig. Das Schachspiel selbst muss auch in den Blick kommen.
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Das sehe ich halt anders, weiter oben habe ich auch begründet, warum Schach eine eigene Ebene darstellt. Darauf darfst du dich gerne beziehen.
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Ok, dann sollten wir neben der Geistesebene eine weitere Ebene der logischen, abstrakten o.ä. ähnlichen Theorien einführen, die über dem menschlichen Denken selbst steht.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 13:14Das sehe ich halt anders, weiter oben habe ich auch begründet, warum Schach eine eigene Ebene darstellt. Darauf darfst du dich gerne beziehen.
Dazu gehört dann etwas wie die Mathematik, die (formale) Logik usw. und eben auch das Schachspiel als eine besondere Theorie (auf dessen Regeln basierend anstelle von mathematische Axiomen z.B.)
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Welchen Grund gibt es, Schach nicht als eigene (in sich vielfältige) Ebene zu akzeptieren, zu der auch andere ähnliche/verwandte Ebenen zählen, zum Beispiel die Schachgeschichte?
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Wenn du möchtest, bitte sehr. Sie bleibt damit ja trotzdem ein Teil der Welt der abstrakten Ebenen, auch z.B. auch die der (Brett-)Spiele.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 13:53Welchen Grund gibt es, Schach nicht als eigene (in sich vielfältige) Ebene zu akzeptieren, zu der auch andere ähnliche/verwandte Ebenen zählen, zum Beispiel die Schachgeschichte?
Schachgeschichte ist ja eher eine spezielle Geschichte/Historie... aber das zeigt gut, dass die Ebenen nicht einfach übereinander liegen, sondern z.T. verzahnt sind.
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Genau, das ist ein großer Nachteil der Ebenen-Metapher! Besser sind daher Ausdrücke wie Bereich, Feld oder ähnliche. Von Sass spricht von (wahren) Perspektiven; das ist vielleicht ähnlich, denn die Beispiele, der nennt, zum Beispiel Chemie und Kunstmarkt lassen sich auch mit den Ausdrücken Bereich oder Feld versehen.
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Die Ebenen sollen halt klar das Übereinander darstellen, Bereiche und Felder tun das nicht ohne Weiteres. Man könnte vielleicht von "hierarchischen Bereichen" ("hierarchisch" im Sinne von "azyklischer Graph" (mehr oder weniger jedenfalls), nicht von strengem "Baum") o.ä. sprechen, aber das ist schon irgendwie sperrig.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 15:46Genau, das ist ein großer Nachteil der Ebenen-Metapher! Besser sind daher Ausdrücke wie Bereich, Feld oder ähnliche. Von Sass spricht von (wahren) Perspektiven; das ist vielleicht ähnlich, denn die Beispiele, der nennt, zum Beispiel Chemie und Kunstmarkt lassen sich auch mit den Ausdrücken Bereich oder Feld versehen.
Beim Schachspiel z.B. ist das erstickte Matt ein eindeutiges Beispiel für ein spezielles Matt, das Matt ist also allgemeiner (andere Ebene). Das Matt kann mit dem Remis und der Aufgabe dann allgemeiner zum Partieende werden (das Remis spezieller wieder zur Remis-Vereinbarung, Patt, Zuwiederholung u.ä. werden).
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Das ist eher ein ziemlich großer Nachteil, wie wollte man auch Schach, Kunstmarkt, Kunstgeschichte, Medizin und Kriminologie als ein "Übereinander darstellen"? Bereich ist da viel besser, weil es viele verschiedene Möglichkeiten eröffnet. Bereiche kann man sich verschachtelt vorstellen, nebeneinander, auch als Ebenen oder überlappend etc pp.
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Natürlich sollte man es nur da, wo es auch Sinn macht wie in meinen Beispielen. In deinen hier macht es natürlich keinen Sinn, da sind es eben Bereiche o.ä.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 16:03Das ist eher ein ziemlich großer Nachteil, wie wollte man auch Schach, Kunstmarkt, Kunstgeschichte, Medizin und Kriminologie als ein "Übereinander darstellen"? Bereich ist da viel besser, weil es viele verschiedene Möglichkeiten eröffnet. Bereiche kann man sich verschachtelt vorstellen, nebeneinander, auch als Ebenen oder überlappend etc pp.
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Wohlgemerkt "verzahnt" mit der speziellen Geschichte/Historie des Menschen. Einer Geschichte, wo noch Könige und Fürsten "Bauern" in ihren Kriegen "geopfert" haben. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang wäre vielleicht, dass die Figuren des Schachspiels eines vermissen lassen … die Religion! … und somit das, was die Könige, Fürsten und Bauern in ihren Kirchen, zum Erhalt Seelenheils, beflissentlich zelebrierten. Zumindest wüsste ich jetzt nicht, mit welcher Figur des Schachspiels sich beispielsweise der Papst identifizieren ließe. Das sind, zumindest m. E., allesamt Atheisten. Atheisten, die aber trotzdem gläubig wären, wenn man sie wiederum umgekehrt in die spezielle Geschichte/Historie des Menschen übersetzt.Burkart hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 15:13Wenn du möchtest, bitte sehr. Sie bleibt damit ja trotzdem ein Teil der Welt der abstrakten Ebenen, auch z.B. auch die der (Brett-)Spiele.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Dez 2025, 13:53Welchen Grund gibt es, Schach nicht als eigene (in sich vielfältige) Ebene zu akzeptieren, zu der auch andere ähnliche/verwandte Ebenen zählen, zum Beispiel die Schachgeschichte?
Schachgeschichte ist ja eher eine spezielle Geschichte/Historie... aber das zeigt gut, dass die Ebenen nicht einfach übereinander liegen, sondern z.T. verzahnt sind.
Wo wir schon mal dabei sind , dieser Übersetzung eines Brettspiels in die spezielle Geschichte/Historie des Menschen und umgekehrt, so drängt sich meiner Meinung nach, insbesondere was die neuere spezielle Geschichte/Historie des Menschen betrifft, dazu "Monopoly" geradezu auf.
spektrum.de hat geschrieben : Kleine Geschichte von Monopoly und warum wir es heute verkehrt spielen
»Monopoly« steht wie kein anderes Gesellschaftsspiel für den Kapitalismus: Alle versuchen ihren Gewinn zu maximieren, und am Ende räumt einer alles ab. Das war nicht im Sinn der Erfinderin.
Aus »The Landlord’s Game« wird »Monopoly«
Magie entwarf »The Landlord’s Game«. Das Spiel ließ sie 1904 patentieren. Es gilt als Vorläufer von »Monopoly«, das sich zwar bis zum Patent von Parker Brothers im Jahr 1935 noch veränderte, aber viele Elemente, die wir heute kennen, waren bereits vorhanden: Bahnhöfe, Grundstücke zum Kauf und Verkauf, Spielgeld oder auch das Feld »Gehen Sie in das Gefängnis« (»Go to Jail«). Magie bot das Spiel auch Parker Brothers an, die es aber als zu kompliziert ablehnten.
Für »The Landlord’s Game« gab es zwei Anleitungen: Bei der Variante mit Einheitssteuer wurden alle Mitspieler belohnt, wenn einer Geld eingenommen hatte. Bei der Monopolvariante war das Ziel, alle anderen in den Ruin zu treiben. Eine der beiden Varianten geriet aber bald in Vergessenheit.
Bermerkenswert wäre hier wiederum, dass sich jene Monopolvariante durchgesetzt hat, welche zum Ziel hatte, alle anderen in den Ruin zu treiben. Wie auch das hier die Religion und somit der Glaube nun mehr überhaupt keine Rolle mehr spielt. Wo würden auch Kapitalisten, gleichsam den Königen, Fürsten und Bauern des Mittelalters in Kirchen, um ihr Seelenheil beten. Geschweige denn davon, dass sie sich, wie anno dazumal, mit der Finanzierung von bombastischen Kirchenbauten für die Ewigkeit empfehlen würden.
0:07 " Wie hast du es mit der Religion?", fragt Goethes Faust sein Gretchen. Und ich frage heute nach beim Theologen und Philosophen . Hartmut von Sass, der atheistisch glaubt. Ein Widerspruch? Wir werden sehen."
Gleichwohl ich nicht ich dennoch nicht gänzlich ausschließen würde, dass auch Kapitalisten im Sinne von Hartmut von Sass, atheistisch glauben. Zumindest nach dem, was ich dazu aus dem o.g. Video entnommen habe. Dazu nur mal zur Erninnerung ..
Timberlake hat geschrieben : ↑Sa 6. Dez 2025, 01:01
6:59 "Es gibt verschiedene Existenzweisen in unserer Welt, etwa die Zahl Sieben und den Stift, oder Schmerz im Knie,aber es gibt auch unterschiedliche Formen von Atheismus und Theismus. Der generelle Atheismus, mal so ganz breit gesprochen,der würde eben eher sagen: "Es gibt keinen Gott", wohingegen der "A-Theismus"sich nur gegen diesen persönlichen Gott wendet, mit den Attributen "allmächtig, "allgütig", "allwissend" usw."
Ich frage das vor dem Hintergrund eines "A-Theismus", der sich nur gegen diesen persönlichen Gott wendet.
Dazu nur mal zum Vergleich ..
promisglauben.de hat geschrieben :
Harald Lesch: „Wenn es Gott nicht gibt, dann sollte man ihn erfinden“
Zu seinem Glauben an Gott erklärte er bei Kerner in einem überzeugenden Statement u.a.:
„Ich persönlich bin sehr überzeugt davon, dass das Universum durchsetzt ist von einem schöpferischen Prinzip.“
Auf sein Gottesbild ging Harald Lesch im Pro-Interview genauer ein und erklärte damals u.a.:
„Unser christliches Gottesbild ist ja ein sehr personales, dem ich persönlich auch anhänge, weil ich glaube, dass wir Menschen uns nichts anderes vorstellen können als einen personalen Gott.“
...
„Auf das Argument, Naturwissenschaft und Glaube schlössen sich aus, antworte ich: Freund, Du hast keine Ahnung von Naturwissenschaft.“
