Nihilismus

Ethische Fragen und ihre rationale Begründbarkeit bewegen das philosophische Denken in einer Zeit, in der die Politik wieder über "Werte" debattiert und vertraute Grundlagen des politischen Handelns zur Disposition stehen.
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nullplan
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Do 1. Jan 2026, 20:27

mathematische beweisführung zur kernaussage des nihilismusses und warum er keine werte braucht

kernaussage des nihilismus:
alles ist nichts und nichts ist das alles

nichts != 0; weil 0 einen wert ist
nichts = undefiniert

alles = unendlich
unendlich = kein anfang und kein ende
kein anfang und kein ende = nicht greifbar
nicht greifbar = undefiniert

undefiniert = undfefiniert -> der beweis hält

es ist vergleichbar mit schrödingers katze
solang man nicht misst, hat man keine werte, wenn man jedoch misst, verlässt man den nihilismus, weil man werte setzt.

die definition des nihilismusses "alles ist nichts und nichts ist alles" ist in sich logisch und stimmig, da sie sagt, solang es keine werte hat, ist es nicht greifbar, auch wenn man daraus alles machen kann.
sie beschreibt das material, aber gibt diesem keinen greifbaren wert, wodurch sie nichts bleibt.



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Jörn P Budesheim
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Fr 2. Jan 2026, 11:18

@nullplan. Ich habe deinen Text in einer neuen Faden verschoben, da er in den alten nicht passte. Bisher hatten wir keinen eigenen Faden zum Thema Nihilismus, daher habe ich einen angelegt.
nullplan hat geschrieben :
Do 1. Jan 2026, 20:27
es ist vergleichbar mit schrödingers katze
solang man nicht misst, hat man keine werte, wenn man jedoch misst, verlässt man den nihilismus, weil man werte setzt.
Die Idee des Nihilismus ist – einfach gesagt – der Gedanke, dass alles nichtig und sinnlos ist und es keine objektiven Ideale, Normen und Werte gibt. Gemeint sind dabei natürlich keine Messwerte im mathematischen Sinn; aber als Metapher kann man das durchspielen. Der Gedanke wäre dann: An sich gibt es keine Werte; erst wenn wir den Deckel öffnen und nachschauen, ist die Katze lebendig oder tot, und der „Wert“ ist durch unser Tun festgelegt, während er ohne unser Tun nicht existieren würde.

Die Metapher hat allerdings eine Schwäche. Und die liegt in der physikalischen Realität selbst. Denn anders als das Bild von Schrödingers Katze nahelegt, sind Messungen nichts, was wir Menschen erst durchführen und setzen müssten. In der Welt selbst finden durch Wechselwirkungen unentwegt Zustandsfestlegungen (=Messungen) statt; die Wirklichkeit „misst“ sich gewissermaßen permanent selbst. Wir müssen den Deckel nicht erst öffnen, damit ein definierter Zustand vorliegt. Alles ist schon da. Die Katze ist tot oder lebendig, ganz ohne unsere Zutun.

Überträgt man das zurück auf den metaphorischen Zusammenhang, bedeutet das: Auch die "Messungen", aus denen die (moralischen) Werte hervorgehen, hängen nicht davon ab, dass wir sie vornehmen. Diese Maße sind ein intrinsischer Teil der Wirklichkeit selbst, das heißt der Wirklichkeit, in der wir selbst vorkommen. Die Werte, deren Existenz der Nihilismus leugnet, entstehen daher nicht erst durch unsere Akte des Messens, Festlegens oder Setzens, sondern sind mit unserer bloßen Existenz in der Welt bereits gegeben. Wo es Menschen gibt, gibt es Werte. Nicht weil Menschen sie setzen, sondern schlicht weil sie unvermeidlich mit uns zusammen existieren.

In diesem Sinn beschreibt der Nihilismus einen Zustand, der in der Welt, in der wir selbst tatsächlich vorkommen, gar nicht existiert. Er irrt, wenn er annimmt, Werte müssten erst durch uns festgelegt werden. Der Deckel muss nicht erst geöffnet werden: Die Werte sind bereits da, da wir da sind.



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Timberlake
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Fr 2. Jan 2026, 11:55

nullplan hat geschrieben :
Do 1. Jan 2026, 20:27
mathematische beweisführung zur kernaussage des nihilismusses und warum er keine werte braucht

kernaussage des nihilismus:
alles ist nichts und nichts ist das alles

nichts != 0; weil 0 einen wert ist
nichts = undefiniert

alles = unendlich
unendlich = kein anfang und kein ende
kein anfang und kein ende = nicht greifbar
nicht greifbar = undefiniert

undefiniert = undfefiniert -> der beweis hält

es ist vergleichbar mit schrödingers katze
solang man nicht misst, hat man keine werte, wenn man jedoch misst, verlässt man den nihilismus, weil man werte setzt.

die definition des nihilismusses "alles ist nichts und nichts ist alles" ist in sich logisch und stimmig, da sie sagt, solang es keine werte hat, ist es nicht greifbar, auch wenn man daraus alles machen kann.
sie beschreibt das material, aber gibt diesem keinen greifbaren wert, wodurch sie nichts bleibt.

Unter Bezugnahme auf ...
studyflix.de hat geschrieben : Nihilismus einfach erklärt

Der Nihilismus ist die philosophische Überzeugung, dass es keinen höheren Sinn in unserer Realität gibt und alles zufällig passiert. Er besagt, dass Dinge wie Moral, Bedeutung und Werte von Menschen gemacht sind und keine unveränderlichen Wahrheiten darstellen.
Das heißt, es existieren beim Nihilismus beispielsweise keine moralischen Normen wie „Töten ist falsch“ und „Helfen ist richtig“. Für einen Nihilisten sind sie nur menschliche Konstrukte und gelten außerhalb vom Menschen nicht.
Setze ich mal für "Alles" bzw. für "Werte" , das Ding "Moral" ein ...
  • mathematische beweisführung zur kernaussage des nihilismusses und warum er keine Moral braucht

    kernaussage des nihilismus:
    Moral ist nichts und nichts Moral

    Moral = unendlich
    unendlich = kein anfang und kein ende
    kein anfang und kein ende = nicht greifbar
    nicht greifbar = undefiniert

    undefiniert = undfefiniert -> der beweis hält

    es ist vergleichbar mit schrödingers katze
    solang man nicht misst, hat man keine Moral, wenn man jedoch misst, verlässt man den nihilismus, weil man auf die Moral setzt.

    die definition des nihilismusses "Moral ist nichts und nichts ist Moral " ist in sich logisch und stimmig, da sie sagt, solang es keine Moral hat, ist es nicht greifbar, auch wenn man daraus Moral machen kann.
    sie beschreibt das material, aber gibt diesem keine greifbare Moral , wodurch sie nichts bleibt.
Zur Ergänzung, m.E. ganz wichtig !
studyflix.de hat geschrieben : Nihilismus einfach erklärt

Nihilismus wird oft mit Pessimismus verwechselt. Pessimismus ist eine emotionale Haltung, die Dinge grundsätzlich negativ sieht. Dagegen ist Nihilismus eine neutrale philosophische Position.
Das heißt allerdings nicht , dass man das Ding "Moral" grundsätzlich negativ sieht. Der Nihilismus nimmt lediglich im Hinblick darauf eine neutrale Position ein.
Zuletzt geändert von Timberlake am Fr 2. Jan 2026, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.




Timberlake
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Fr 2. Jan 2026, 12:14

Wo wir schon mal dabei sind , also das man, wie zuvor im Beitrag exemplarisch vorgeführt für "Alles" bzw. für "Werte" , das Ding Moral einsetzt!
studyflix.de hat geschrieben : Nihilismus einfach erklärt

Nihilismus Arten
  • Moralischer Nihilismus: Demnach gibt es keine objektiven moralischen Werte. Alle unsere Werte wie Ehrlichkeit und Gerechtigkeit existieren nur in unserem Gehirn. Diese Position wird von recht vielen Philosophen vertreten.
  • Epistemischer Nihilismus: Der epistemische Nihilismus geht davon aus, dass wir Menschen niemals die Wahrheit kennen. Es gibt keine Methode, wie wir an objektives Wissen kommen, denn unser Gehirn gibt nur einen Bruchteil der äußeren Welt an uns weiter.
  • Existenzieller Nihilismus: Nach dieser Position gibt es keinen Sinn in unserem Leben. Denn alles ist irgendwann weg und es gibt nichts, was ewig bleibt.
  • Logischer Nihilismus: Der logische Nihilismus ist eine extreme Form des Nihilismus. Hier wird die Logik an sich infrage gestellt. Demnach ist jede Schlussfolgerung durch unser Gehirn falsch.
Dementsprechend ließen sich dafür auch die Dinge Wahrheit, Sinn und Logik einsetzen. Der Hinweis beim Logischer Nihilismus, als da wäre, dass demnach jede Schlussfolgerung durch unser Gehirn falsch wäre, würde übrigens gegen den Nihilismus verstoßen.
studyflix.de hat geschrieben : Nihilismus einfach erklärt

Nihilismus wird oft mit Pessimismus verwechselt. Pessimismus ist eine emotionale Haltung, die Dinge grundsätzlich negativ sieht. Dagegen ist Nihilismus eine neutrale philosophische Position.
Wird doch damit, zumindest nach meinem Dafürhalten, eine emotionale Haltung zum Ausdruck gebracht, die dieses Ding "Logik" grundsätzlich negativ sieht.

P.S.

Um an dieser Stelle diese "neutrale Position" zu verlassen, weil durchaus " postiv" besetzt , möchte ich hier Forum @nullplan begrüßen.
nullplan hat geschrieben :
Do 1. Jan 2026, 20:27
mathematische beweisführung zur kernaussage des nihilismusses und warum er keine werte braucht
Weil ebenfalls positiv besetzt, frage ich mich allerdings schon, inwiefern nullplan hiermit selbst noch dem Nihilismus Rechnung entspricht. Nur wie wollte man auch sonst , weil " intrinsisch" , darauf aufmerksam machen.
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 11:18

Überträgt man das zurück auf den metaphorischen Zusammenhang, bedeutet das: Auch die "Messungen", aus denen die (moralischen) Werte hervorgehen, hängen nicht davon ab, dass wir sie vornehmen. Diese Maße sind ein intrinsischer Teil der Wirklichkeit selbst, das heißt der Wirklichkeit, in der wir selbst vorkommen. Die Werte, deren Existenz der Nihilismus leugnet, entstehen daher nicht erst durch unsere Akte des Messens, Festlegens oder Setzens, sondern sind mit unserer bloßen Existenz in der Welt bereits gegeben. Wo es Menschen gibt, gibt es Werte. Nicht weil Menschen sie setzen, sondern schlicht weil sie unvermeidlich mit uns zusammen existieren.

In diesem Sinn beschreibt der Nihilismus einen Zustand, der in der Welt, in der wir selbst tatsächlich vorkommen, gar nicht existiert. Er irrt, wenn er annimmt, Werte müssten erst durch uns festgelegt werden. Der Deckel muss nicht erst geöffnet werden: Die Werte sind bereits da, da wir da sind.
Insofern mir dieser Einwand von Jörn , dass der Nihilismus irrt, wenn er annimmt, Werte müssten erst durch uns festgelegt werden, mir durchaus gerechtfertig erscheint.

philomag.de hat geschrieben : Perspektivwechsel. Vor mehr als 200 Jahren beschloss Immanuel Kant seine Kritik der praktischen Vernunft mit der berühmten Bemerkung über den Anblick des Nachthimmels. Der „bestirnte Himmel über mir“ erfülle das Gemüt, wie das moralische Gesetz in mir, „mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht“.
Die sind gemäß jenem "Perspektivwechsel", ein intrinsischer Teil der Wirklichkeit selbst, das heißt der Wirklichkeit, in der wir selbst vorkommen. .




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nullplan
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Fr 2. Jan 2026, 14:03

erst einmal herzlichen dank für das verschieben in einen thread, welches ich mir selbst nicht getraut habe, da ich es als zu dreist empfand. auch herzlichen dank für das feedback und den versuch, es zum brechen zu bringen. immerhin sind es gedankenspiele im rahmen der geisteswissenschaften, abseits feindlich gesinnter wortschlachten.

durch das einbeziehen der wechselwirkungen über das alles und die unendlichkeit fehlen diese nicht, sind nur undefiniert aufgrund fehlender werte und messungen.
somit ist deren abwesenheit nicht gegeben und dennoch mit dem nichts gleichsetzbar.

selbst wenn die wirklichkeit misst, ist es weiterhin ein undefiniertes ergebnis, solange es nicht interpretiert wird.
man kann sich an der stelle jedoch fragen, ob die wirklichkeit an sich nicht schon eine interpretation darstellt, da wirklichkeit als solche schon einen wert bekommt, beziehungsweise als fixpunkt genutzt wird.



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Jörn P Budesheim
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Sa 3. Jan 2026, 07:35

nullplan hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 14:03
selbst wenn die wirklichkeit misst, ist es weiterhin ein undefiniertes ergebnis, solange es nicht interpretiert wird.
Warum ist das so?
nullplan hat geschrieben :
Fr 2. Jan 2026, 14:03
durch das einbeziehen der wechselwirkungen über das alles und die unendlichkeit fehlen diese nicht, sind nur undefiniert aufgrund fehlender werte und messungen.
somit ist deren abwesenheit nicht gegeben und dennoch mit dem nichts gleichsetzbar.
Diesen Absatz verstehe ich leider nicht, worauf bezieht sich das, was ist damit gesagt?



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nullplan
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Sa 3. Jan 2026, 16:09

was ich damit versuche auszudrücken:

Das "alles", gleichgesetzt mit der Unendlichkeit, besitzt bereits alle Möglichkeiten.
Ungeachtet, ob die Wirklichkeit misst oder nicht, sind die Ergebnisse undefiniert.
Sie erhalten erst einen greifbaren Wert, wenn wir ein Messspektrum festlegen.
Legen wir jedoch einen Bereich fest, setzen wir die Grenzen absolut.
Dadurch bekommt die Messung durch die Wirklichkeit eine Interpretation in Form eines Wertes, selbst wenn dieser ein Spektrum ist.
Damit brechen wir die Unendlichkeit auf und zerschneiden sie, da wir Anfang und Ende fest legen.



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Timberlake
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So 4. Jan 2026, 01:17

nullplan hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 16:09
was ich damit versuche auszudrücken:

Das "alles", gleichgesetzt mit der Unendlichkeit, besitzt bereits alle Möglichkeiten.
Ungeachtet, ob die Wirklichkeit misst oder nicht, sind die Ergebnisse undefiniert.
Sie erhalten erst einen greifbaren Wert, wenn wir ein Messspektrum festlegen.
Oder ...


"Sind Tomaten rot? (Macht ein fallender Baum ein Geräusch, wenn keiner zuhört)"
Limlim hat geschrieben : Die Frage ist ja eine Abwandlung des "Dings an sich" :) Gibt es ein Geräusch an sich, also eines, welches unabhängig davon ist, ob ihn jemand hört? Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten.

...

Es gibt einen Unterschied zwischen realisiertem Geräusch und nicht realisertem Geräusch, zwischen realisiertem Empfinden und nicht realisiertem Empfinden. Tatsache scheint mir zu sein, dass ein Baum, der fällt, potentiell Geräusch ist, also Geräusch werden kann, welches wie auch immer im entsprechenden Ohr klingt. Solange aber kein Rezeptor da ist, wird es auch keine rezipierbare Qualität haben oder eben jede mögliche. Wir können nicht sagen, wie ein fallender Baum klingt, dh. wir können den reinen Ton niemals isolieren vom den Ton rezipierenden Organ. Deshalb können wir nicht sagen, ob ein Baum beim Fallen hört oder nicht, aber er wird auf jedenfall die molekularen Voraussetzungen bieten, damit sich ein Geräusch in einem Gehör wie auch immer manifestieren kann.
… sie erhalten erst dann einen Wert, wenn wir, wie das Geräusch von einem fallenden Baum, ein Messspektrum wahrnehmen. Insofern mich übrigens, zum besseren Verständnis dessen, was du damit auszudrücken versuchst, schon interessieren würde, wie du diesen Vorgang darin einsortierst. Das ein fallender Baum ein Geräusch erzeugt, sollte doch wohl noch im Ergebnis definiert sein. Ungeachtet, ob man das Geräusch hört oder nicht. Wird er doch, wie es im o.g. Zitat heißt, auf jeden Fall die molekularen Voraussetzungen bieten, damit sich ein Geräusch in einem Gehör wie auch immer manifestieren kann.
spektrum.de hat geschrieben :
Metzler Lexikon Philosophie

Beweger, unbewegter

In seiner Metaphysik behauptet Aristoteles die Notwendigkeit eines ersten, selbst unbewegten Bewegenden. Alles Seiende ist in der auf ein Ziel hin gerichteten Bewegung von Möglichem zu Wirklichem begriffen.
Um dich bezüglich "alles", den Möglichkeiten und der Wirklichkeit wortwörtlich zu nehmen. In dem "alles" Seiende, von "Möglichem"zum "Wirklichem" , in einer , auf ein Ziel hin gerichteten Bewegung begriffen ist und das Geräusch "wirklich" geworden ist, können wir doch andere Möglichkeiten definitiv ausschließen .. Oder? Das dieses Geräusch entstehen wird, stand quasi schon vor bzw. nach dem Urknall fest.




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Jörn P Budesheim
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So 4. Jan 2026, 09:08

nullplan hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 16:09
was ich damit versuche auszudrücken:

Das "alles", gleichgesetzt mit der Unendlichkeit, besitzt bereits alle Möglichkeiten.
Ungeachtet, ob die Wirklichkeit misst oder nicht, sind die Ergebnisse undefiniert.
Sie erhalten erst einen greifbaren Wert, wenn wir ein Messspektrum festlegen.
Legen wir jedoch einen Bereich fest, setzen wir die Grenzen absolut.
Dadurch bekommt die Messung durch die Wirklichkeit eine Interpretation in Form eines Wertes, selbst wenn dieser ein Spektrum ist.
Damit brechen wir die Unendlichkeit auf und zerschneiden sie, da wir Anfang und Ende fest legen.
​Ich habe das Gefühl, dass du "uns" in einer Art Widerspruch zur Wirklichkeit siehst. Aber wir sind doch ein Teil davon! Zwei sehr unterschiedliche Denker haben das ganz ähnlich zum Ausdruck gebracht: „Die Natur schlägt im Menschen die Augen auf und bemerkt, dass sie da ist“ (Schelling) und „Wir sind eine Art und Weise für den Kosmos, sich selbst zu erfahren“ (Carl Sagan).

Noch ein Wort zum Messen: Messen heißt, Gleiches mit Gleichem zu vergleichen. Wenn ich zehn Schritte mache, dann habe ich etwas als Maß genommen, was es in dieser Wirklichkeit selbst gibt – nämlich mich und meine Schritte. Das ist ein Prozess innerhalb der Wirklichkeit. Damit ist die Unendlichkeit nicht aufgebrochen worden; alles, was ich getan habe, war bereits als Teil von ihr selbst da. Ich habe nur eine Möglichkeit der Unendlichkeit selbst realisiert.

Ich denke, ein Wort von Wolfgang Welsch passt hier sehr gut: Ich bin ein Weltwesen und kein Weltfremdling.



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nullplan
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So 4. Jan 2026, 13:59

Sie oben genannten Beispiele sind Prozesse.
Abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt wir messen, beeinflussen wir das Ergebnis.
Beeinflussen wir das Ergebnis, wird zwangsläufig ein Wert definiert.
Der Prozess an sich, beinhaltet jedoch alle Ergebnisse, und erst durch die messung wird aus undefiniert definiert.

Macht ein fallender Baum Geräuche?
Messen wir zum Zeitpunkt der Schwerpunktverschiebung, ist die Antwort "nein".
Messen wir im freien Fall ist die Antwort "vielleicht" weil sie noch mehr Parameter braucht - gleicht der Wind die Reibung aus?
Messen wir zum Zeitpunkt des Aufschlags, ist die antwort erst recht relativ, da der Aufschlag ja bereits das Ende des Fallprozesses ist, und alles danach nur die Konzequenz.

Ist die Tomate rot?
Auch hier haben wir wieder den Fall des Zeitpunktes der Messung.
Sie kann auch noch grün oder schon braun sein. Ohne ein Festlegen des Zeitpunktes der Messung, bleibt auch dieses Ergebnis undefiniert.



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So 4. Jan 2026, 14:17

nullplan hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 13:59
Ist die Tomate rot?
Auch hier haben wir wieder den Fall des Zeitpunktes der Messung.
Sie kann auch noch grün oder schon braun sein. Ohne ein Festlegen des Zeitpunktes der Messung, bleibt auch dieses Ergebnis undefiniert.
Nur dass wir meistens eine typische Tomate meinen, die wir essen wollen, und somit auch ein typischen Zeitpunkt und nicht irgendeinen.
Du wirst als Tomate auch selten ihre Samen ansehen und erst recht nicht, wie sie nach dem Essen oder Verfaulen ist ;)



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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nullplan
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So 4. Jan 2026, 15:03

spontane Gegenfrage:
Ist die Tomate noch rot, wenn ich sie unter Schwarzlicht betrachte?
Es bleibt erneut der Zeitpunkt der Messung relevant für das Egebnis.



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So 4. Jan 2026, 15:43

nullplan hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 15:03
spontane Gegenfrage:
Ist die Tomate noch rot, wenn ich sie unter Schwarzlicht betrachte?
Es bleibt erneut der Zeitpunkt der Messung relevant für das Egebnis.
Spontane Gegen-Gegenfragen:
Schaust du dir typischerweise Tomaten unter Schwarzlicht an?
Und was hätte das mit dem Zeitpunkt zu tun (gegenüber der Aktivität)?



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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So 4. Jan 2026, 16:46

Der Kern ist hier nicht, unter welchen Licht Tomaten betrachtet werden, oder ob man nur gelbe Tomaten nutzt, die das rote Farbspektrum unter dem sichtbaren Bereich des Lichts nicht reflektieren können.

Der Kern ist viel mehr, dass die Messung an sich, gekoppelt an den Zeitpunkt und die Bedingungen, das Ergebnis schon festlegt.
Dadurch wird die Messung mit ihren Methoden und Rahmenbedingungen zur Interpretation.

Die Beispiele mit der Tomate und dem Baum, kommen nicht von mir, sondern aus den Gegenfragen zu meiner Beweisführung.
Um respektvoll im Diskurs zu bleiben, musste ich auf diese eingehen.



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Jörn P Budesheim
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So 4. Jan 2026, 17:59

Dass manche Messungen an Bedingungen und Zeitpunkte gebunden sind, macht sie nicht zwangsläufig zu bloß subjektiven, verfehlten Interpretationen – oder was auch immer daran falsch sein soll.

Spielen wir das an der Tomate durch: Die Tomate wächst ja nicht in der Kälte des Weltalls, sondern ist Teil eines komplexen Ökosystems, zu dem – neben „ein paar“ anderen Elementen – sowohl die Tomate als auch ich gehören. Ihre Farbe ist kein Zufall. Sie wendet sich gewissermaßen an die Lebewesen desselben Lebensraums – an solche wie mich –, sie signalisiert Reife und bietet sich als Nahrung an, um ihre Samen zu verbreiten.

Es ist also nichts „falsch“ daran, dass wir Tomaten rot sehen; es hat, wenn man so will, System. Etwas metaphorisch und plakativ gesprochen: Die Tomate selbst „will“ es so. Unsere Augen sind hier das genau richtige Maß – ein Maß, das sich im koevolutionären Zusammenspiel herausgebildet hat. Farben und die Fähigkeit, sie zu sehen, haben sich gewissermaßen gemeinsam entwickelt. Beides ist so real wie nur irgendetwas. Die „Messung“ ist also kein willkürliches Zerschneiden der Wirklichkeit, das sie irgendwie verfälscht oder ihr vermeintliches „An-sich-Sein“ verfehlt, sondern sie ist selbst ein Teil der Wirklichkeit, die sich über Jahrmillionen zu genau diesem farbenfrohen Lebensraum entwickelt hat.



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nullplan
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So 4. Jan 2026, 20:35

ich versuche das mal zu zerlegen:

Ich startete mit einer Beweisführung, in welcher der Nihilismus Werte und Sinn ablehnt, die Existenz dieser aber nicht leugnet, sondern sie als undefiniert setzt.
Darauf folgten Gegenargumente in Form von Alltagslogik und Veranschaulichungen um es bildhafter zu gestalten, beziehungsweise meine These zum Bruch zu bringen.
Ich entgegnete mit der Aussage, dass jede Messung bereits eine Art Wertung darstellt, sei es in einem festgelegten Bereich, oder einem Fixpunkt.
In keiner meiner Ausführungen findet sich eine Festlegung über "richtig" oder "falsch", weder in Bezug auf die Messung, noch die Methodik, oder das Ergebnis.
Durchgängig argumentierte ich, unter dem Aspekt, dass jede Messung nur ein Abbild aller Möglichkeiten darstellt, und somit eine Interpretation dieser ist, während sie zusätzlich von Messzeitpunkt, Bezugsrahmen und vorherrschenden Parameter beeinflusst wird.

Da selbst die an die Messungen gekoppelten Variablen dem Prozess der ständigen Veränderung unterliegen, sind diese instabil und im Umkehrschluss als relativ zu betrachten.
Die Aussage, dass nur "manche" Messungen daran gekoppelt wären, ist somit eine Vereinfachung, jedoch nicht vollends haltbar.

Wenn wir wirklich einen Abstecher in die Evolution machen, stoßen wir unweigerlich auf den Prozess der Selektion. Es setzt sich nur durch, was "funktioniert". Und das nur unter den vorherrschenden Bedingungen, während es dennoch dem vollständigen Wandel über den Zeitraum unterliegt.
Auch an dieser Stelle ist es erneut nur eine Interpretation des Messzeitpunktes und dessen Parameter.



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So 4. Jan 2026, 21:27

nullplan hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 13:59
Sie oben genannten Beispiele sind Prozesse.
.. richtig ..
nullplan hat geschrieben :
Sa 3. Jan 2026, 16:09
was ich damit versuche auszudrücken:

Das "alles", gleichgesetzt mit der Unendlichkeit, besitzt bereits alle Möglichkeiten.
Ungeachtet, ob die Wirklichkeit misst oder nicht, sind die Ergebnisse undefiniert.
Sie erhalten erst einen greifbaren Wert, wenn wir ein Messspektrum festlegen.
.. und ich hätte von dir gerne gewusst, wie du den Prozess, als wäre, dass ein fallender Baum ein Geräusch erzeugt, in das einsortierst, was du damit auszudrücken versuchst. Eine Einsortierung unter dem Aspekt, dass jemand das Geräusch hört oder auch nicht. Auch nicht zu vergessen, dass mit dem Geräusch etwas, was zuvor eine Möglichkeit war, nun mehr, meiner Meinung nach, zur Wirklichkeit geworden ist und somit einen greifbaren Wert erhalten hat.

Und was habe von dir da bekommen ...

nullplan hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 13:59

Macht ein fallender Baum Geräuche?
Messen wir zum Zeitpunkt der Schwerpunktverschiebung, ist die Antwort "nein".
Messen wir im freien Fall ist die Antwort "vielleicht" weil sie noch mehr Parameter braucht - gleicht der Wind die Reibung aus?
Messen wir zum Zeitpunkt des Aufschlags, ist die antwort erst recht relativ, da der Aufschlag ja bereits das Ende des Fallprozesses ist, und alles danach nur die Konzequenz.
Das hier! Als eine solche Einsortierung dessen, würde ich das jetzt nicht sehen.
Timberlake hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 01:17
spektrum.de hat geschrieben :
Metzler Lexikon Philosophie

Beweger, unbewegter

In seiner Metaphysik behauptet Aristoteles die Notwendigkeit eines ersten, selbst unbewegten Bewegenden. Alles Seiende ist in der auf ein Ziel hin gerichteten Bewegung von Möglichem zu Wirklichem begriffen.
Um dich bezüglich "alles", den Möglichkeiten und der Wirklichkeit wortwörtlich zu nehmen. In dem "alles" Seiende, von "Möglichem"zum "Wirklichem" , in einer , auf ein Ziel hin gerichteten Bewegung begriffen ist und das Geräusch "wirklich" geworden ist, können wir doch andere Möglichkeiten definitiv ausschließen .. Oder? Das dieses Geräusch entstehen wird, stand quasi schon vor bzw. nach dem Urknall fest.
Wie ich übrigens auch nicht sehe, in welchen Zusammenhang das zu dem hier steht.
nullplan hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 20:35

Ich startete mit einer Beweisführung, in welcher der Nihilismus Werte und Sinn ablehnt, die Existenz dieser aber nicht leugnet, sondern sie als undefiniert setzt.
Darauf folgten Gegenargumente in Form von Alltagslogik und Veranschaulichungen um es bildhafter zu gestalten, beziehungsweise meine These zum Bruch zu bringen.
Somit ich mich schon frage, ob dein Ausschweigen darüber, genau das bei dir bewirkt hat - ein Bruch deiner These mit Gegenargumente, in Form von Alltagslogik und Veranschaulichungen, um es bildhafter zu gestalten. ;)




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nullplan hat geschrieben :
So 4. Jan 2026, 20:35
Veranschaulichungen um es bildhafter zu gestalten
Vielleicht könntest du selbst ein paar Veranschaulichungen bringen, um es bildhafter zu gestalten? Ein Beispiel für einen Wert, der allgemein anerkannt ist, ist Hilfsbereitschaft. Vielleicht verstehen wir besser, worum es dir wirklich geht, wenn du es an lebensnahen Beispielen erläuterst.



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nullplan
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Mo 5. Jan 2026, 15:02

Das hier entstehende Problem ist, dass die Messwerte durchgängig eine Interpretation darstellen, welche zudem von jedem Individuum erneut interpretiert wird.
Ein Abbild bleibt ein Festhalten des Zustandes unter den Bedingungen zum Zeitpunkt der Messung.
Diese Bedingungen sind instabil und veränderbar, da sie als Variablen fungieren.
Eine Variable ist erst definiert, wenn ihr einen Wert zugewiesen wird, der selbst einer Interpretation unterliegt.
Ich verzichte daher auf eigene Beispiele, da diese einer Manipulation des Denkrahmens gleichkämen und eine Prüfung meiner These untergraben würden.
Auch kann ich nicht garantieren, ob diese zu abstrakt ausarten, zuviele zusätzliche Erklärungen benötigen und den Kontext sprengen, während sie vom Thema ablenken, um sich am Ende dennoch in der relativen Undefiniertheit auflösen.



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Mo 5. Jan 2026, 15:38

nullplan hat geschrieben :
Mo 5. Jan 2026, 15:02
Das hier entstehende Problem ist, dass die Messwerte durchgängig eine Interpretation darstellen ...
Warum sind Interpretationen denn überhaupt ein Problem? Worin besteht das Problematische von Interpretationen?

Weil "ein Abbild ein Festhalten des Zustandes unter den Bedingungen zum Zeitpunkt der Messung bleibt"? Wenn ich wissen will, welche Temperatur gerade herrscht, und auf das Thermostat schaue, dann erfahre ich die momentane Temperatur. Das ist ganz unproblematisch, finde ich.



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