Stefanie hat geschrieben : ↑ Sa 11. Jan 2025, 20:30
Ich verstehe nicht, wieso Du mit "Das Leben hat keinen Sinn, außer es selbst zu erhalten." und: Das Leben ist der Sinn des Lebens nicht mitgehen kannst.
Ich verstehe überhaupt nicht, wie man das ernsthaft glauben kann. Wenn das Leben einfach nur den Sinn hätte, sich selbst zu erhalten, dann wäre jedes Leben schon allein dadurch sinnerfüllt, dass es weiterbesteht. Jedes Gefühl eines Menschen, der zwar lebt, aber das Empfinden hat, dass der Sinn seines Lebens verloren gegangen ist, müsste dann als sinnlose Illusion abgetan werden – schließlich lebt er ja, und das wäre eben der Sinn des Lebens. Absurd.
69 Prozent aller Menschen in Deutschland stellen sich regelmäßig Sinnfragen, obwohl sie doch leben. Etwa 4 bis 7 Prozent befinden sich laut eigener Aussage in einer Sinnkrise, das heißt, sie empfinden ihr Leben als wenig bis gar nicht bedeutsam. Wie kann das sein? Nach der Theorie, dass das bloße Leben der Sinn des Lebens ist, würden all diese Menschen fundamental irren. Warum suchen 69 Prozent dann nach einem Sinn, wenn sie ihn doch angeblich längst erfüllt haben, allein schon weil sie leben? Wie können 4 bis 7 Prozent von einer Sinnkrise sprechen, wenn das der obigen Logik zufolge unmöglich ist – denn allein der Umstand dass sie leben, müsste ja schon ausreichen, um diesen Sinn zu erfüllen?
Das ganze basiert auf der Verwechslung von biologischem Überleben und existentiellem Sinn. Wenn man behauptet, der Sinn des Lebens bestehe darin, das Leben selbst zu erhalten, reduziert man eine komplexe Frage auf eine rein biologische Perspektive. Doch Sinnfragen betreffen nicht allein das Überleben, sondern auch die Werte, Ziele und Bedeutungen, die Menschen erfahren oder eben nicht.