Alt sein/Ageismus

Mit Beginn der 1920er Jahre bilden sich in der deutschen Philosophie die Disziplinen der Philosophischen Anthropologie und der Lebensphilosophie aus, deren Grundfragen in den 1990er Jahren eine Renaissance erleben.
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Jörn P Budesheim
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Do 25. Dez 2025, 11:19

Vielleicht muss man mal etwas genauer auf den Begriff des Erwachsenen schauen, der manchmal vielleicht als implizite Norm fungiert: unfertig → fertig → Verfall. Stattdessen sollte man vielleicht anerkennen, dass jede Lebensphase ihren eigenen, intrinsischen Wert hat.



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Burkart
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Do 25. Dez 2025, 14:43

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Do 25. Dez 2025, 08:27
"Sich anpassen" und "einen Blick auf die Interessen älterer Menschen werfen", das sind doch zwei ganz verschiedene Dinge. Außerdem sehe ich nicht, dass Ältere generell weniger flexibel sind: "Philosophische Reflexion fördert Weisheit und Anpassungsfähigkeit im Alter durch kontinuierliche Selbstreflexion und Neuperspektivierung." (perplexity.ai)

Gemäß Gadamer, so lese ich gerade, ist der „Erfahrene“ nicht derjenige, der schon alles weiß, sondern derjenige, der weiter offen für neue Erfahrungen bleibt.
Ja, es sind verschiedene Dinge, aber können sich schon bedingen. (Z.B.) Junge Leute mögen kein Problem damit haben, wenn im Nahverkehr ständig mit Handy lauf gesprochen wird, mich als älterer Mensch stört es aber schon (bzw. es macht mich z.T. wahnsinnig) und vermisse die Rücksicht der jüngeren dann.
So mag es schon Punkte geben, wo Ältere nicht mehr so flexibel sind wie Jüngere.

Dann müssten nach Gadamer ja kleinste Kinder die "Erfahrensten" sein, passt also nur bedingt ;)



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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Jörn P Budesheim
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Do 25. Dez 2025, 17:14

Burkart hat geschrieben : Dann müssten nach Gadamer ja kleinste Kinder die "Erfahrensten" sein, passt also nur bedingt ;)
Die Offenheit der Erfahrenen, von der Gadamer womöglich spricht, ist für Kinder (und natürlich auch manche Erwachsene) nicht oder noch nicht in Sichtweite, weil diese eine sokratische ist, die aus Lebenserfahrung weiß, dass sie nichts (endgültig) weiß und daher weiter offen für immer neue Erfahrungen bleibt.



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