Dissens

Dieses Unterforum beschäftigt sich mit dem Umfang und den Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit sowie um die speziellen Gesichtspunkte des Systems der modernen Wissenschaften.
Dynamis
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Di 21. Apr 2026, 13:51

Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21
Punkt 3


Du findest das Beispiel unpassend.
wirtschaftslexikon.gabler.de hat geschrieben : dialektischer Materialismus
allgemein-philosophische Grundlage des Marxismus zur Ableitung von Entwicklungsgesetzmäßigkeiten in Natur und Gesellschaft. Dialektik als Methode bedeutet Denken in Widersprüchen.
In dem wie es hier heißt ".. zur Ableitung von Entwicklungsgesetzmäßigkeiten in Natur und Gesellschaft" .. so passt das Beispiel mit dem Kohlekraftwerk und dem Warmen und Kaltem, weil die Natur betreffend, sehr wohl, zum dialektischer Materialismus.
Wie gesagt, damit man von einem Dissens sprechen kann, ist nach meinem Verständnis Positionalität vorausgesetzt. Die genannten "Entwicklungsgesetzesmäßigkeiten" mag es geben oder auch nicht, für die Frage, ob ein Dissens vorliegt, ist das erst einmal völlig irrelevant. Wenn eine "Ableitung" vorliegt, dann liegt schon eher Positionalität vor. Dann können sich die Leute darüber streiten, ob diese Ableitung etwas taugt oder auch nicht.

Bei dem Beispiel mit dem Kohlekraftwerk sind keine Positionen erkennbar. Warm und Kalt mögen verschiedene Materiezustände sein, aber das sind noch keine Positionen. Man könnte eventuell diese Materiezustände an Raum-Zeit-Positionen verorten, z.B. in dem Ort x ist es warm, in dem Ort y ist es kalt. Aber auch da sind noch keine Widersprüche erkennbar. Wenn es an dem einen Ort x warm ist, kann es gleichzeitig an dem anderen Ort y kalt sein. Und das gleiche gilt auch innerhalb eines Kohlekraftwerks. Wenn sich im Zuflussrohr Nummer 1 kalte Gase befinden, während sich im Zuflussrohr Nummer 2 warme Gase befinden, dann sind beide Zuflussrohre räumlich voneinander getrennt, also kein Widerspruch. Und wo kein Widerspruch, da kein Dissens.




Dynamis
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Di 21. Apr 2026, 14:23

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 08:09
Ein solcher Dissens kann (muss aber nicht) eine "Verhaltensabstimmung" verschiedener Individuen involvieren. Und damit sind wir dann im Bereich des Sozialen und da kam die Diskussion ja auch her.
Unsere Diskussion kam von da her:
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mi 15. Apr 2026, 07:43
Der Ort der „Zuchtrute“ ist hingegen dort, wo versucht wird, die Differenz der Perspektiven, den Dissens, zu kappen – das wäre im eigentlichen Sinne asozial. Das Soziale wendet sich, wo die „Zuchtrute“ „herrscht“, gewissermaßen gegen sein Potenzial, indem es die Vielfalt der Perspektiven beschneidet – das kommt unbestreitbar vor. Aber das ist eher eine Deformation des Sozialen, nicht sein genereller, unausweichlicher Charakter. In gelungenen Fällen ist das Soziale vielmehr das Gegenteil: der Ort der „Einübung des Ungehorsams“, also der Mündigkeit.
Wenn du "Dissens" im weitesten Sinne verwendet, dann ist auch die Verwendung der Zuchtrute ein Ausdruck davon. Der Lehrer bemerkt eine Differenz zwischen sich und seinem Schüler und versucht mit der Zuchtrute diese Differenz einzuhegen. Manchmal klappt das, manchmal führt es nur dazu, dass der Schüler seine Ansichten verborgen hält. So oder so, um eine "Deformation des Sozialen" handelt es sich noch nicht, sondern eher um eine autoritäre Form der Verhaltensabstimmung. Das Soziale kann auch autoritär und hierarchisch organisiert sein, ob es uns gefällt oder nicht. Nach meiner Ansicht ist das Bildungssystem heute, zumindest solange die Schulpflicht besteht, immer noch nach dem Prinzip der Zuchtrute organisiert, auch wenn man nun Schulnoten verwendet statt ein physisches Schlaginstrument. Nachdem die Schulpflicht entfällt, erfolgt die Verhaltensabstimmung durch Selbstdisziplinierung. Die Leute wissen genau, dass man als Arzt höheres Gehalt bekommt als wenn man bloß Arzthelfer ist, deswegen gibt es für das Studienfach Medizin einen Numerus Clausus. Somit hat die Prüfungsangst die Zuchtrute ersetzt. Aber egal, ob das Soziale autoritär und hierarchisch oder emanzipatorisch und freiheitlich organisiert ist, stets ist es eine Erscheinungsform des Sozialen und keine "Deformation".




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Jörn P Budesheim
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Di 21. Apr 2026, 14:44

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 14:23
Wenn du "Dissens" im weitesten Sinne verwendet, dann ist auch die Verwendung der Zuchtrute ein Ausdruck davon.
Die Zuchtrute ist ein Versuch, Dissens gewaltsam zu unterdrücken oder aus der Welt zu schaffen.

Allgemein gesprochen ist mir allerdings nicht klar, wofür oder wogegen du in dem vorhergehenden Beitrag eigentlich argumentierst. Dass es in der Schule Noten gibt oder auch nicht, ändert doch nichts daran, dass Dissens oder Differenz ganz im Allgemeinen zwischen Menschen besteht und für unser Zusammenleben von (meiner Ansicht nach fundamentaler) Bedeutung ist. Dass es verschiedene Formen gibt mit Dissens oder Differenz, daran kann es natürlich keinen Zweifel geben. Manche davon sind besser, manche schlechter.



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Dynamis
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Di 21. Apr 2026, 15:38

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 14:44
Allgemein gesprochen ist mir allerdings nicht klar, wofür oder wogegen du in dem vorhergehenden Beitrag eigentlich argumentierst.
Ich argumentiere an dieser Stelle weder für noch gegen etwas. Meine Position habe ich schon vorhin klargestellt: Ich verwende die Terminologie, dass ich das Vorhandensein unterschiedlicher Positionen als "Diversität" bezeichne und die Widersprüche zwischen diesen Positionen als "Dissens". Wo ein Widerspruch vorhanden ist, lässt er sich im Allgemeinen ohne Zuchtrute und stattdessen mit Argumenten und Wissen klären. Da ich zu dieser Position von dir noch keine Einwände vernommen habe, sehe ich im Moment keinen Bedarf sie mit Argumenten zu verteidigen. Stattdessen habe ich erläutert, welche Konsequenzen ich für mich aus den von dir dargelegten Gedanken ziehe.
Jörn hat geschrieben : Dass es in der Schule Noten gibt oder auch nicht, ändert doch nichts daran, dass Dissens oder Differenz ganz im Allgemeinen zwischen Menschen besteht und für unser Zusammenleben von (meiner Ansicht nach fundamentaler) Bedeutung ist. Dass es verschiedene Formen gibt mit Dissens oder Differenz, daran kann es natürlich keinen Zweifel geben. Manche davon sind besser, manche schlechter.
Ja und manche Differenzen werden eben mit Gewalt ausgetragen. Wie zum Beispiel, wenn ein autoritärer Lehrer seine Differenz zum Schüler als Anlass für die Verwendung der Zuchtrute sieht. Meine Position dazu ist die, dass das in denjenigen Fällen, wo ein Dissens vorliegt, nicht nötig wäre. Man könnte sich stattdessen auch auf friedliche Weise verständigen, eben indem man argumentiert. Ich merke allerdings gerade, dass ich den Begriff des Dissens noch zu weit gefasst habe. Manchmal besteht ein Interessensgegensatz, wo die konfligierenden Ziele logisch nicht miteinander vereinbar sind. Beispiel: Person y will Person x töten, aber Person x will leben. Da ist ein Widerspruch zwischen der Position von x und der Position von y. Ein solcher Dissens lässt sich nicht mit Argumenten klären. Person x kann nur versuchen sich dem Vernichtungswillen von y zu entziehen. Oha, da habe ich mich gerade selbst widerlegt. :-)




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Jörn P Budesheim
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Di 21. Apr 2026, 15:51

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 15:38
Wo ein Widerspruch vorhanden ist, lässt er sich im Allgemeinen ohne Zuchtrute und stattdessen mit Argumenten und Wissen klären.
Das bezweifle ich. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es gelegentlich möglich ist, sondern weil ich glaube, dass es einfach zu viele Formen von Dissens gibt, so dass es kein allgemeines System geben kann, den Dissens zu behandeln. In manchen Fällen ist Münzwurf vielleicht die angesagte Methode, manchmal genügt ein Blick um die Ecke, manchmal geht es nur mit Gewalt, manchmal braucht es demokratische Abstimmung, oft auch einfach gar nichts.



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Timberlake
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Di 21. Apr 2026, 15:58

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 11:40
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21
Punkt 1

...
....
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 13:51
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21
Punkt 3


...
....
In der Erwartung, dass du dich auch noch "schlussendlich" dem Punkt 4 zu wendest, lasse ich das alles einmal unkommentiert so stehen.

Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21


.. und schlussendlich ...

Punkt 4
...
Kein Wort von dir zu dieser Auflösung von dir - worauf ich eigentlich bei dem Ganzen hinaus wollte :!:
So, wie ich darin auf das zurückkomme, - worauf ich eigentlich bei dem Ganzen hinaus wollte :!: ´.. , wie es hier heißt,

Übrigens hast du noch Punkt 2 ausgelassen ...
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21

Punkt 1

Wenn es von mir zuvor hieß .. ich zitiere ..
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 17:06

Übersicht mit KI
Diversifizieren bedeutet, etwas vielfältiger zu gestalten, auszuweiten oder zu streuen.

Nur wie kann das sein, wenn Diversifizieren bedeutet etwas vielfältiger zu gestalten, auszuweiten oder zu streuen? Wenn etwas vielgestaltiger ist, so geht doch dieses Viele sicherlich auf eine Gestalt zurück, oder etwa nicht?
.. sollte man eigentlich die Frage verstehen, so wie ich von diesem Zitat aus, auf eben diese Frage übergeleitet und somit sie quasi vorbereitet habe. Zumal ...

Punkt 2

.. die Frage am Ende des Zitats also " .. oder etwa nicht? .. unbeantwortet blieb. So das ich einmal davon ausgehe, dass du mit mir darin übereinstimmst, wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.
Stimmst du nun mit mir darüber ein oder nicht? Zumal nach der Antwort, die ich von dir daraufhin erwarte, meiner Meinung nach, schon sehr vieles infrage stellt, was du zu den Punkten 1 und 3 ausgeführt hast. Von daher würde ich deshalb sogar davon ausgehen, dass es durchaus in deiner Absicht lag, diesen Punkt zu übergehen.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 21. Apr 2026, 16:22, insgesamt 7-mal geändert.




Dynamis
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Di 21. Apr 2026, 16:06

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 15:51
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 15:38
Wo ein Widerspruch vorhanden ist, lässt er sich im Allgemeinen ohne Zuchtrute und stattdessen mit Argumenten und Wissen klären.
Das bezweifle ich. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es gelegentlich möglich ist, sondern weil ich glaube, dass es einfach zu viele Formen von Dissens gibt, so dass es kein allgemeines System geben kann, den Dissens zu behandeln. In manchen Fällen ist Münzwurf vielleicht die angesagte Methode, manchmal genügt ein Blick um die Ecke, manchmal geht es nur mit Gewalt, manchmal braucht es demokratische Abstimmung, oft auch einfach gar nichts.
Ich stimme dir zu, dass ich für die Verteidigung meiner Behauptung noch einschränken muss, um welche "Formen von Dissens" es geht. Deswegen habe ich noch einmal in den Text von Descartes hineingeguckt, da beschreibt er eine sehr spezifische Form des Dissens:

Descartes hat geschrieben : Jedesmal aber, wenn die Urteile zweier Menschen über denselben Sachverhalt in entgegengesetzte Richtungen gehen, täuscht sich ganz gewiß zumindest einer der beiden. Außerdem besitzt offenbar keiner der beiden Wissen; denn wenn die Begründung des einen gewiß und evident wäre, könnte er sie dem anderen so darstellen, daß er schließlich auch dessen Verstand überzeugen würde." in: "Regulae ad directionem ingenii" (Regeln zur Ausrichtung der Geisteskraft, zitiert nach Meiner, S. 9.)
In den Fällen, wo sich widersprechende Urteile vorliegen, ist eine Klärung mit Logik, Argumenten und Wissen möglich. Und in anderen Fällen, wo beispielsweise konfligierende Ziele vorliegen, da eben nicht. Das ist die modifizierte Position, die ich nun vertreten würde.

Damit sehen wir auch, dass von unserer vorherigen Diskussion darüber, ob wir den Begriff des Dissens sehr weit fassen, so wie du, oder ob wir den Begriff etwas weniger weit fassen, so wie ich, nicht so viel abhängt. Dass es Formen des Dissens gibt, wo eine Klärung mit Argumenten und Wissen nicht möglich ist, das folgt aus beiden Begriffsverwendungen. Man kann sich aber in den Fällen, wo beispielsweise konfligierende Ziele vorliegen, sich angucken, welche Urteile darin involviert sind. Eventuell ergibt dann eine kritische Überprüfung dieser Urteile dann die Klärung.




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Jörn P Budesheim
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Di 21. Apr 2026, 16:12

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:06
In den Fällen, wo sich widersprechende Urteile vorliegen, ist eine Klärung mit Logik, Argumenten und Wissen möglich. Und in anderen Fällen, wo beispielsweise konfligierende Ziele vorliegen, da eben nicht. Das ist die modifizierte Position, die ich nun vertreten würde.
Du hast nicht zufällig ein paar Beispiele für diese beiden Fälle (widersprechende Urteile/konfligierende Ziele) parat?



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Timberlake
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Di 21. Apr 2026, 16:27

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 15:38
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 14:44
Allgemein gesprochen ist mir allerdings nicht klar, wofür oder wogegen du in dem vorhergehenden Beitrag eigentlich argumentierst.
Ich argumentiere an dieser Stelle weder für noch gegen etwas. Meine Position habe ich schon vorhin klargestellt: Ich verwende die Terminologie, dass ich das Vorhandensein unterschiedlicher Positionen als "Diversität" bezeichne und die Widersprüche zwischen diesen Positionen als "Dissens".
Nach dem Punkt 2 und schlussendlich . Punkt 4, in meiner Argumention, wäre diese Position zumindest zu hinterfragen, wenn nicht gar falsch. Um an dieser Stelle noch mal darauf aufmerksam zu machen, was ich von dir erwarte ...
Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 15:58


Übrigens hast du noch Punkt 2 ausgelassen ...
...
Zumal nach der Antwort, die ich von dir daraufhin erwarte ...
Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 15:58
....
In der Erwartung, dass du dich auch noch "schlussendlich" dem Punkt 4 zu wendest, lasse ich das alles einmal unkommentiert so stehen.
...
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 21. Apr 2026, 16:39, insgesamt 5-mal geändert.




Dynamis
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Di 21. Apr 2026, 16:29

Ich habe schon ein paar Beispiele geliefert, aber ich kann sie noch ergänzen:

Widersprüchliche Urteile:
  • Der Klimawissenschaftler beurteilt den Klimawandel als Phänomen hauptsächlich menschlichen Ursprungs. Der Klimawandelleugner erklärt hingegen Schwankungen der Sonnenintensität zur Hauptursache.
  • Der Abtreibungsgegner urteilt, dass Embryos Menschen seien, der Abtreibungsbefürworter hingegen urteilt, dass Embryos bloß Zellhaufen sind.
  • Der Homöopath beurteilt, dass Homöopathie eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung hat, die Mitglieder der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) bestreiten das.
  • Der christliche Theologe behauptet die Dreifaltigkeit Gottes, der muslimische Theologe bestreitet, dass Gott irgendeine Dreifaltigkeitseigenschaft hat.
  • Israelgegner sind der Ansicht, dass Israel in Gaza einen Genozid begeht, Israelfreunde bestreiten das.
  • Manche Ökonomen halten ein bedingungsloses Grundeinkommen für ökonomisch sinnvoll, andere hingegen halten es für ökonomisch schädlich.
  • Manche beurteilen Homosexualität als moralische Verirrung, andere hingegen als legitime Variation menschlicher Sexualität.
Konfligierende Ziele:
  • Person x will Person y töten, Person y will leben.
  • Person x will Sterbehilfe in Anspruch nehmen, die katholische Kirche will ihr dies verwehren.
  • Die Tochter möchte mit dem netten Jungen aus ihrer Schulklasse ausgehen, die Eltern möchten, dass sie sich von ihm fernhält.
  • Die Regierungen in Ländern wie Saudi-Arabien, Iran oder Afghanistan wollen, dass alle erwachsene Frauen in der jeweiligen Bevölkerung mindestens ein Kopftuch tragen, viele Frauen wollen kein Kopftuch tragen.
  • Das Kind schreit an der Supermarktkasse, weil es die leckeren Gummibärchen haben möchte, die dort ausliegen, die Mutter hingegen hat nur wenig Geld übrig und will es dann nicht auch noch für ungesunden Süßkram ausgeben.




Dynamis
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Di 21. Apr 2026, 17:53

Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21

Punkt 2

.. die Frage am Ende des Zitats also " .. oder etwa nicht? .. unbeantwortet blieb. So das ich einmal davon ausgehe, dass du mit mir darin übereinstimmst, wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.
Tut mir Leid, ich verstehe nicht, was du mir damit sagen möchtest. Was verstehst du unter "Gestalt"? Was verstehst du unter "zurückgeht"?




Timberlake
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Mi 22. Apr 2026, 00:46

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 17:53
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21

Punkt 2

.. die Frage am Ende des Zitats also " .. oder etwa nicht? .. unbeantwortet blieb. So das ich einmal davon ausgehe, dass du mit mir darin übereinstimmst, wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.
Tut mir Leid, ich verstehe nicht, was du mir damit sagen möchtest. Was verstehst du unter "Gestalt"? Was verstehst du unter "zurückgeht"?
.. klar doch , mal wieder nicht verstanden, wie man mal wieder auch dazu in seinen Zitaten all das weglässt, was das verständlich macht. Glücklicherweise vergisst das Forum nichts, sodass ich darauf zurückgreifen kann, als da wäre ...
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 23:21

[....]

Wenn ich vielleicht vorher noch Zweifel hatte, ob du überhaupt eine Ahnung vom dialektischen Materialismus haben willst, nun mehr, wo es bei dir heißt "Ich verstehe die Frage nicht und finde das Beispiel unpassend" bin ich mir aber sowas von sicher.

Warum bin ich mir sicher?


Punkt 1

Wenn es von mir zuvor hieß .. ich zitiere ..
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 17:06

Übersicht mit KI
Diversifizieren bedeutet, etwas vielfältiger zu gestalten, auszuweiten oder zu streuen.

Nur wie kann das sein, wenn Diversifizieren bedeutet etwas vielfältiger zu gestalten, auszuweiten oder zu streuen? Wenn etwas vielgestaltiger ist, so geht doch dieses Viele sicherlich auf eine Gestalt zurück, oder etwa nicht?
.. sollte man eigentlich die Frage verstehen, so wie ich von diesem Zitat aus, auf eben diese Frage übergeleitet und somit sie quasi vorbereitet habe. Zumal ...

Punkt 2

.. die Frage am Ende des Zitats also " .. oder etwa nicht? .. unbeantwortet blieb. So das ich einmal davon ausgehe, dass du mit mir darin übereinstimmst, wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.

[....]
Wie hier ersichtlich bezog ich mich dabei auf das, was mir von der KI zur Bedeutung von Diversifizieren angezeigt wurde, und zwar ... "etwas vielfältiger zu gestalten" . Somit ich dich frage, stimmst du mit mir, auf Grundlage dessen, damit überein, dass wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.

Beispiel
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 17:06

Wenn wir bei Warmes und Kaltes von Diversität sprechen, dann jeweils für sich. Will sagen, man kann warmes für sich , je nach Temperatur , vielfältiger gestalten, wie auch kaltes. Dabei geht das Viele von Warmen, auf das eine Warme an sich zurück. Wie auch das Viele von Kaltem, auf das eine Kalte an sich zurückgeht.
Vielleicht dazu noch ein weiteres Beispiel ..

Wenn wir bei einem Pflanzenfresser und Fleischfresser von Diversität sprechen, dann jeweils für sich. Will sagen, Pflanzenfresser sind für sich , je nach Art, vielfältiger gestaltet, wie auch Fleischfresser. Dabei geht das Viele von Arten an Pflanzenfresser auf das EINE Pflanzenfresser an sich zurück. Wie auch das Viele von Arten an Fleischfresser, auf das EINE Fleischfresser an sich zurückgeht.

Folglich stehen sich, weil als solches jeweils an sich seiend, diverse Pflanzenfresser und diverse Fleischfresser unvereinbar gegenüber.

Übersicht mit KI
Die Begriffe unvereinbar, Gegensatz und Dissens beschreiben unterschiedliche Facetten von Uneinigkeit, Widerspruch oder fehlender Übereinstimmung




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Mi 22. Apr 2026, 07:17

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:06
In den Fällen, wo sich widersprechende Urteile vorliegen, ist eine Klärung mit Logik, Argumenten und Wissen möglich. Und in anderen Fällen, wo beispielsweise konfligierende Ziele vorliegen, da eben nicht. Das ist die modifizierte Position, die ich nun vertreten würde.
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:29
Konfligierende Ziele:
  • Person x will Person y töten, Person y will leben.
  • Person x will Sterbehilfe in Anspruch nehmen, die katholische Kirche will ihr dies verwehren.
  • Die Tochter möchte mit dem netten Jungen aus ihrer Schulklasse ausgehen, die Eltern möchten, dass sie sich von ihm fernhält.
  • Die Regierungen in Ländern wie Saudi-Arabien, Iran oder Afghanistan wollen, dass alle erwachsene Frauen in der jeweiligen Bevölkerung mindestens ein Kopftuch tragen, viele Frauen wollen kein Kopftuch tragen.
  • Das Kind schreit an der Supermarktkasse, weil es die leckeren Gummibärchen haben möchte, die dort ausliegen, die Mutter hingegen hat nur wenig Geld übrig und will es dann nicht auch noch für ungesunden Süßkram ausgeben.
Warum ist in diesen Fällen keine Klärung "mit Logik, Argumenten und Wissen“ möglich? Das kann ich bei keinem Beispiel erkennen. Die Mutter kann dem Kind erklären, dass Gummibärchen zwar lecker sind, aber ungesund und zu teuer und das Geld in der Kasse ist knapp. (Vielleicht ist auch noch unklar, was "Kärung" für dich überhaupt meint.)



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Mi 22. Apr 2026, 08:40

Ihr kennt diese Geschichte wahrscheinlich: Eine Gruppe blinder Männer untersucht einen Elefanten, jeder einen anderen Teil: Der eine fasst den Rüssel („ein Seil“), ein anderer den Stoßzahn („ein Speer“), der Dritte die Flanke („eine Wand“), ein Vierter das Bein („ein Baum“), der Fünfte das Ohr („ein Fächer“) und der Sechste den Schwanz („ein Tau“). Sie streiten hitzig, da jede Wahrnehmung absolut scheint, erkennen aber nicht das Ganze. In vielen Versionen (Jainismus, Buddhismus, Sufismus, John Godfrey Saxes Gedicht) endet es ohne vollständige Auflösung – oder ein Weiser erklärt: „Ihr habt alle recht, aber nur Teile erfasst.“

Was ich „Dissens“ nenne, nennst du, Dynamis, „Positionalität“ und „Diversität“. (Richtig?) Alle drei Ausdrücke sind nicht perfekt (für das, was mir vorschwebt). Hier, warum: Positionalität betont zwar den Standpunkt, aber nicht notwendigerweise die Diversität von Standpunkten; Diversität betont die Vielzahl, aber nicht ihre perspektivische Gebundenheit. Kurz: Positionalität fehlt Diversität und Diversität fehlt Positionalität. Für meinen Geschmack und Zweck fehlt also beiden Begriffen eine wichtige Dimension.

Mein Vorschlag „Dissens“, den ich mit dem Hinweis auf „unterschiedliche Perspektiven“ eingeführt habe, hat zwar den Nachteil, dass er als „Konflikt“ gelesen werden kann. Ich schätze ihn aber dennoch aufgrund seiner „Komposition“. Er teilt sich mit „Diversität“ die Vorsilbe „dis“, die auf ein Auseinandergehen verweist, und enthält mit „sens“ einen Bedeutungsteil, der Wahrnehmen, Denken und Urteilen umfasst. In diesem Sinn besagt „Dissens“ ein Wahrnehmen, Denken und Urteilen, das auseinandergeht – also schlicht verschieden ist.



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Timberlake
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Mi 22. Apr 2026, 09:42

Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:06
In den Fällen, wo sich widersprechende Urteile vorliegen, ist eine Klärung mit Logik, Argumenten und Wissen möglich. Und in anderen Fällen, wo beispielsweise konfligierende Ziele vorliegen, da eben nicht. Das ist die modifizierte Position, die ich nun vertreten würde.
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:29
Konfligierende Ziele:
  • Person x will Person y töten, Person y will leben.
  • Person x will Sterbehilfe in Anspruch nehmen, die katholische Kirche will ihr dies verwehren.
  • Die Tochter möchte mit dem netten Jungen aus ihrer Schulklasse ausgehen, die Eltern möchten, dass sie sich von ihm fernhält.
  • Die Regierungen in Ländern wie Saudi-Arabien, Iran oder Afghanistan wollen, dass alle erwachsene Frauen in der jeweiligen Bevölkerung mindestens ein Kopftuch tragen, viele Frauen wollen kein Kopftuch tragen.
  • Das Kind schreit an der Supermarktkasse, weil es die leckeren Gummibärchen haben möchte, die dort ausliegen, die Mutter hingegen hat nur wenig Geld übrig und will es dann nicht auch noch für ungesunden Süßkram ausgeben.
Unter Bezugnahme auf ...
Timberlake hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 00:46

Vielleicht dazu noch ein weiteres Beispiel ..

Wenn wir bei einem Pflanzenfresser und Fleischfresser von Diversität sprechen, dann jeweils für sich. Will sagen, Pflanzenfresser sind für sich , je nach Art, vielfältiger gestaltet, wie auch Fleischfresser. Dabei geht das Viele von Arten an Pflanzenfresser auf das EINE Pflanzenfresser an sich zurück. Wie auch das Viele von Arten an Fleischfresser, auf das EINE Fleischfresser an sich zurückgeht.

Folglich stehen sich, weil als solches jeweils an sich seiend, diverse Pflanzenfresser und diverse Fleischfresser unvereinbar gegenüber.

Übersicht mit KI
Die Begriffe unvereinbar, Gegensatz und Dissens beschreiben unterschiedliche Facetten von Uneinigkeit, Widerspruch oder fehlender Übereinstimmung
.. ich ergänze ...
  • Pflanzenfresser wollen Pflanzen fressen, Fleischfresser wollen Fleisch fressen.
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:06
In den Fällen, wo sich widersprechende Urteile vorliegen, ist eine Klärung mit Logik, Argumenten und Wissen möglich.
.. und um an dieser Stelle auch dazu ein Beispiel zu liefern ...
Timberlake hat geschrieben :
Mo 20. Apr 2026, 17:06

[...]

Auflösung!

Wenn wir bei Warmes und Kaltes von Diversität sprechen, dann jeweils für sich. Will sagen, man kann warmes für sich , je nach Temperatur , vielfältiger gestalten, wie auch kaltes. Dabei geht das Viele von Warmen, auf das eine Warme an sich zurück. Wie auch das Viele von Kaltem, auf das eine Kalte an sich zurück geht.

Wir haben also zu unterscheiden, zwischen dem an sich sein bei einem Dissens und den für sich sein bei der Diversität

So einfach ist das.




Dynamis
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Mi 22. Apr 2026, 10:03

Timberlake hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 00:46
Wie hier ersichtlich bezog ich mich dabei auf das, was mir von der KI zur Bedeutung von Diversifizieren angezeigt wurde, und zwar ... "etwas vielfältiger zu gestalten" . Somit ich dich frage, stimmst du mit mir, auf Grundlage dessen, damit überein, dass wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.
Philosophen verwenden gerne Substantive, wo normale Menschen Verben verwenden. Das macht sie nicht unbedingt verständlicher. Die Bedeutung, die von der KI ausgespuckt ist, ist näher dran an dem, was ich mit "Diversität" sagen wollte. In Bezug auf das Kohlekraftwerk würde ich das Wort aber anders verwenden als es mit deinem Beispiel nahegelegt wird: Man kann auch die Energieproduktion diversifizieren. Wo man bisher nur Kohlekraftwerke hatte, führt man nun andere Methoden der Energieproduktion ein, z.B. Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse. In Bezug auf das Thema wird das relevant, sobald wir uns dazu die unterschiedlichen Positionen dazu denken, die man diesbezüglich einnehmen kann. Es ist möglich als Ingenieur in der Energiebranche eine Position zu haben, es ist möglich als verantwortlicher Wirtschaftsminister den Umbau der Energieproduktion zu überwachen, das ist auch eine Position. Es kann auch eine politische Debatte stattfinden, in der Menschen unterschiedliche Positionen zu diesen Umbau einnehmen. Spätestens dort, wo es eine Debatte gibt, ist auch Dissens möglich.




Timberlake
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Mi 22. Apr 2026, 10:10

Dynamis hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 10:03
Timberlake hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 00:46
Wie hier ersichtlich bezog ich mich dabei auf das, was mir von der KI zur Bedeutung von Diversifizieren angezeigt wurde, und zwar ... "etwas vielfältiger zu gestalten" . Somit ich dich frage, stimmst du mit mir, auf Grundlage dessen, damit überein, dass wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht.
Philosophen verwenden gerne Substantive, wo normale Menschen Verben verwenden. Das macht sie nicht unbedingt verständlicher. Die Bedeutung, die von der KI ausgespuckt ist, ist näher dran an dem, was ich mit "Diversität" sagen wollte. In Bezug auf das Kohlekraftwerk würde ich das Wort aber anders verwenden als es mit deinem Beispiel nahegelegt wird: Man kann auch die Energieproduktion diversifizieren. Wo man bisher nur Kohlekraftwerke hatte, führt man nun andere Methoden der Energieproduktion ein, z.B. Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse. In Bezug auf das Thema wird das relevant, sobald wir uns dazu die unterschiedlichen Positionen dazu denken, die man diesbezüglich einnehmen kann. Es ist möglich als Ingenieur in der Energiebranche eine Position zu haben, es ist möglich als verantwortlicher Wirtschaftsminister den Umbau der Energieproduktion zu überwachen, das ist auch eine Position. Es kann auch eine politische Debatte stattfinden, in der Menschen unterschiedliche Positionen zu diesen Umbau einnehmen. Spätestens dort, wo es eine Debatte gibt, ist auch Dissens möglich.
Was hast du an der Frage


"... stimmst du mit mir, auf Grundlage dessen, damit überein, dass wenn etwas vielgestaltiger ist, dieses Viele auf eine Gestalt zurückgeht?

.. nicht verstanden?




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Jörn P Budesheim
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Mi 22. Apr 2026, 10:18

[offtopic]
Dynamis hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 10:03
Philosophen verwenden gerne Substantive, wo normale Menschen Verben verwenden.
Ich hatte mal eine Zeit lang den Job, Texte von Akademikern in verständliches Deutsch zu übersetzen, und kann dir versichern, dass nicht nur Philosoph:innen gerne Substantive verwenden. :-)

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Dynamis
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Mi 22. Apr 2026, 10:22

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 07:17
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:06
In den Fällen, wo sich widersprechende Urteile vorliegen, ist eine Klärung mit Logik, Argumenten und Wissen möglich. Und in anderen Fällen, wo beispielsweise konfligierende Ziele vorliegen, da eben nicht. Das ist die modifizierte Position, die ich nun vertreten würde.
Dynamis hat geschrieben :
Di 21. Apr 2026, 16:29
Konfligierende Ziele:
  • Person x will Person y töten, Person y will leben.
  • Person x will Sterbehilfe in Anspruch nehmen, die katholische Kirche will ihr dies verwehren.
  • Die Tochter möchte mit dem netten Jungen aus ihrer Schulklasse ausgehen, die Eltern möchten, dass sie sich von ihm fernhält.
  • Die Regierungen in Ländern wie Saudi-Arabien, Iran oder Afghanistan wollen, dass alle erwachsene Frauen in der jeweiligen Bevölkerung mindestens ein Kopftuch tragen, viele Frauen wollen kein Kopftuch tragen.
  • Das Kind schreit an der Supermarktkasse, weil es die leckeren Gummibärchen haben möchte, die dort ausliegen, die Mutter hingegen hat nur wenig Geld übrig und will es dann nicht auch noch für ungesunden Süßkram ausgeben.
Warum ist in diesen Fällen keine Klärung "mit Logik, Argumenten und Wissen“ möglich? Das kann ich bei keinem Beispiel erkennen. Die Mutter kann dem Kind erklären, dass Gummibärchen zwar lecker sind, aber ungesund und zu teuer und das Geld in der Kasse ist knapp. (Vielleicht ist auch noch unklar, was "Kärung" für dich überhaupt meint.)
Wenn das Kind nun einmal nicht das Ziel hat sich gesund zu ernähren und auch nicht daran interessiert ist, dass das Geld bis zum Ende des Monats reicht, wird die Erklärung nichts bringen. Erst dann, wenn es weitergehende Interessen entwickelt, die über die augenblickliche Befriedigung der Begierden hinausgehen, kann man daran anknüpfen. Wenn es beispielsweise lernt nicht nur auf den gegenwärtigen Moment, sondern auch ein paar Wochen in die Zukunft zu gucken, dann versteht es, dass es in seinem Interesse ist, dass es nicht nur jetzt die Süßigkeiten, sondern auch in zwei Wochen noch etwas zu essen gibt. Und solang es das noch nicht versteht, sondern ausschließlich an der Bedürfnisbefriedigung im gegenwärtigen Moment interessiert ist, dann nützt auch die Erklärung nichts.

Man könnte allerdings auch argumentieren, dass das Beispiel in die erste Kategorie fällt. Es liegen einfach widersprüchliche Urteile vor. Das Kind beurteilt sich als ein Wesen, dessen Interessen ihre Erfüllung ausschließlich im jetzigen Moment finden. Die Mutter beurteilt das Kind als Wesen, dessen Interessen eine Erfüllung in der Zukunft finden. Aufgrund dieser unterschiedlichen Beurteilung tut die Mutter Dinge für das Kind, die das Kind im ersten Moment nicht als in seinem Interesse liegend wahrnimmt. Aber wenn es älter wird, dann hat es mehr kognitive Fähigkeiten und Lebenserfahrung, das heißt, es ist zur logischen Beurteilung seiner Situation auf der Grundlage von Wissen in der Lage. Damit kann es das Urteil seiner Mutter übernehmen und der Konflikt ist entschärft.




Dynamis
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Mi 22. Apr 2026, 10:32

Timberlake hat geschrieben :
Mi 22. Apr 2026, 00:46
Wenn wir bei einem Pflanzenfresser und Fleischfresser von Diversität sprechen, dann jeweils für sich. Will sagen, Pflanzenfresser sind für sich , je nach Art, vielfältiger gestaltet, wie auch Fleischfresser. Dabei geht das Viele von Arten an Pflanzenfresser auf das EINE Pflanzenfresser an sich zurück. Wie auch das Viele von Arten an Fleischfresser, auf das EINE Fleischfresser an sich zurückgeht.

Folglich stehen sich, weil als solches jeweils an sich seiend, diverse Pflanzenfresser und diverse Fleischfresser unvereinbar gegenüber.
Die Frage ist, ob wir hier von nicht-menschlichen oder menschlichen Carnivoren sprechen. Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass ich hier nicht von Biodiversität spreche. Bei Menschen entsteht Diversität durch einen selbstbestimmten Lebensstil, auch hinsichtlich der Ernährungsweise. Und darüber können auch Kontroversen einsetzen, weil z.B. Fleischesser und Veganer unterschiedliche Positionen zu den ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Dimensionen des Fleischkonsums einnehmen. Auch hier wieder geht es darum, dass Diversität mit den jeweils vertretenen Positionen zusammenhängt. Tiere, die aufgrund ihrer biologischen Beschaffenheit Fleisch essen müssen, können in dem von mir beschriebenen Sinn keine Position einnehmen, da sie durch ihre Biologie determiniert sind. Erst, wo Wesen nicht durch ihre Biologie festgelegt sind, sondern sich gegenüber der biologischen Ebene verhalten können, beispielsweise im Sinne eines ökologisch bewussten Ernährungsstils oder aber auch der Ablehnung einer solchen verantwortungsbewussten Haltung, da gibt es auch Positionalität.




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